Fußball-Landesliga

FSV Werdohl und Trainer Alen Terzic trennen sich

+
Alen Terzic ist nicht mehr Trainer der FSV Werdohl.

[Update 16.53 Uhr] Werdohl - Paukenschlag bei der FSV Werdohl: Alen Terzic ist nicht länger Trainer des Fußball-Landesligisten. Zwei Tage vor dem vorgezogenen Heimspiel gegen den FC Lennestadt (Donnerstag, 19 Uhr, Riesei-Stadion) informierten Vorstandsmitglieder und der Coach die Mannschaft beim Training am Dienstag darüber, dass der Klub und Terzic sich auf eine Trennung verständigt hätten.

Dies bestätigten der Trainer selbst sowie der Sportliche Leiter Carsten Minker am Mittwoch. Man habe sich „in gegenseitigem Einvernehmen“ zu diesem Schritt entschlossen. „Wir sind gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, an diesem Punkt freundschaftlich auseinander zu gehen“, sagte Terzic.

Der Iserlohner habe bereits am vergangenen Sonntag nach der 2:4-Niederlage beim FC Altenhof das Gespräch mit den FSV-Verantwortlichen gesucht. „Dann hat Alen uns am Montag gesagt, dass er so nicht mehr weiter machen möchte“, ergänzte Minker, der den Abschied des 35-Jährigen als „einvernehmliche, friedliche Lösung“ kennzeichnete.

Gegen Lennestadt wird Co-Trainer Simon Felbick das Team betreuen, in den kommenden Tagen auch mit Unterstützung von Minker.

Nach dem Pflichtspiel-Auftakt mit dem 4:1-Coup gegen Oberligist ASC 09 Dortmund im Westfalenpokal erlebten die Werdohler in der Meisterschaft ein böses Erwachen. Nach drei Landesliga-Partien ist die personell angeschlagene FSV mit drei Niederlagen Tabellenschlusslicht, hat bereits 13 Gegentore kassiert.

Entsprechend deutlich wurde Terzic bei der Erläuterung der Gründe für seine Amtsmüdigkeit. „Mir fehlte in dem Bewusstsein einiger Jungs der Respekt vor dem Sport. Sie ließen auch den Respekt vor dem Trainer und den Menschen, die sich im Verein engagieren, ein Stück weit vermissen“, betonte der A-Lizenz-Inhaber. „Von daher war es auch nicht möglich, die Ergebnisse der vergangenen Wochen zu verhindern.“

Eine Generalanklage für den kompletten Kader wollte er damit aber nicht ausgesprochen haben. „Es ist ja nicht so, dass der Mannschaft komplett die Mentalität abgegangen ist. Es gab schon einige interessante Spieler“, fuhr Terzic fort.

Sportchef Minker gab an, die Beweggründe des Trainers nachvollziehen zu können. Der langjährige Coach des Werdohler Landesliga-Konkurrenten Borussia Dröschede hatte das Amt am Riesei Anfang des Jahres angetreten und die Elf unter schwierigen Begleitumständen in der Rückserie zum Klassenerhalt geführt.

Weil ihn schon damals die mangelnde sportliche Perspektive und die geringe Zuverlässigkeit im Trainingsbetrieb erheblich störten, entschied sich Terzic Anfang Mai zunächst, seine Tätigkeit nicht über das Ende der vergangenen Saison hinaus fortzusetzen.

Neuerliche Gespräche im Sommer mit Minker und dem FSV-Vorsitzenden Thomas Dinter, in denen ein Umbau der Mannschaft und konzeptionelle Veränderungen rund um das Training anvisiert wurden, bewirkten damals ein Umdenken bei Terzic – der Iserlohner machte doch weiter.

„Man muss aber akzeptieren, dass das nicht geklappt hat“, deutete der Coach an, dass die Veränderungen in der Praxis bis dato nicht oder nur unzureichend gegriffen haben.

Minker indes hegt derweil keine grundsätzlichen Zweifel an der Qualität des Teams, auch wenn die Personaldecke aufgrund namhafter Abgänge insgesamt dünner geworden ist. „Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass unser Kader die Landesliga halten kann. So etwas wie jetzt am Anfang, dass fünf, sechs Leute nicht zur Verfügung stehen, ist einfach unglücklich. Wenn das anderen Vereinen passiert, haben die es genauso schwer, das zu kompensieren.“

Eine dauerhafte Nachfolgeregelung für Terzic ist noch nicht in Sicht. Auch, ob er eine interne oder externe Lösung favorisiert, konnte Minker noch nicht sagen. Klar sei indes: „Die Spieler sind jetzt noch mehr in der Pflicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare