FSV-Jubel und Mendens mangelnde Emotionskontrolle

+
Umjubelter Siegtorschütze: Marius Maus, der hier von Dominik Franz (links), Florian Neuke und Dominik Krämer gefeiert wird, erzielte gegen den BSV Menden mit einem sehenswerten 20-Meter-Freistoß den Treffer zum 2:1-Endstand.

WERDOHL - Die FSV Werdohl sonnt sich weiter im Erfolg. Mit 2:1 (1:0) Treffern setzte sich die Mannschaft von Trainer Carsten Minker am Sonntag im umkämpften Kreisderby gegen den bisherigen zweitplatzierten BSV Menden durch und kletterte damit auf Tabellenrang drei. Dabei verlor den BSV nicht nur die drei Punkte, sondern auch die Nerven.

Drei Platzverweise, davon einmal Rot für den ausgewechselten Lange und einmal Rot für Bah nach Spielende sowie eine zerschlagene Glastür im Kabinentrakt sprechen für sich.

„Über den Schiedsrichter sage ich nichts“, meinte Mark Elbracht nach Spielschluss. Der BSV-Trainer war selbst in der 38. Minute vom Unparteiischen Björn Backhaus wegen Meckerns erst hinter die Bande und dann komplett vom Platz geschickt wurde. Sekunden zuvor hatten die rund 140 Zuschauer die zweite Schlüsselszene der Partie gesehen. Marius Maus hatte bei einem Kopfballduell BSV-Stürmer Tshitungu im Strafraum zu Fall gebracht, doch der Pfiff blieb aus. Stattdessen meckerte sich BSV-Kapitän Wolfgang Leipertz binnen weniger Sekunden erst zu Gelb und dann zu Gelb-Rot, was Elbracht auf die Palme brachte.

Denn eine halbe Stunde zuvor hatte Backhaus gegenüber auf Hinweis seines Assistenten auf Foulelfmeter entschieden, als Tuz erst dem pomadigen Schmerbeck den Ball gestohlen hatte und dann beim Rettungsversuch von Specht zu Fall gekommen war. El Alami nutzte die Chance zur frühen FSV-Führung. „Das war für mich ganz klar kein Elfmeter, gegenüber war es ein ganz klarer“, kritisierte Elbracht. „Für mich war es einer“, meinte dagegen FSV-Coach Carsten Minker und fügte hinzu: „Beide kann man pfeifen, muss man aber nicht pfeifen.“

So spielte die FSV ab der 38. Minute mit einer 1:0-Führung im Rücken in Überzahl. „Letztendlich hat man über die gesamte Spieldauer die Überzahl aber nicht gemerkt. Menden hat es gut kompensiert mit viel Laufarbeit, und wir haben es nicht gut ausgespielt“, resümierte Minker.

So hätte der Gast sogar noch zu zehnt einen Teilerfolg am Riesei erzielen können, zumal Tshitungu zwei Minuten nach Wiederbeginn den Kopfball von Gökhan aus acht Metern zum 1:1 durch Gretes Beine stocherte.

Chancen gab es danach nur noch durch Standards. In der 60. Minute zirkelte Maus einen 20-Meter-Freistoß sehenswert zum 2:1 über die Mauer in den rechten Winkel. „Ich weiß nicht, was er da gesehen hat“, war Elbracht auch mit diesem Freistoßpfiff nicht einverstanden. Dann hatten Franz (80.) und Fischer nach einer Ecke per Kopf (83.) noch zwei Möglichkeiten. Das „dickste“ Ding aber besaßen die Gäste in der Schlussminute, als Grete einen feinen Alaiz-Freistoß an das Winkelkreuz lenkte, und Neuke Tshitungus Nachschuss klärte. Ärgerlich für den BSV, noch ärgerlicher sind aber mit Sicherheit die beiden knallroten Karten.

FSV: Grete – Langenberg, Klamann, Maus, Neuke – Franz (82. Aydin), El Alami, Krämer, Fischer (88. Schröder) – Sander (86. Intravaia), Tuz

BSV: Wulff – Lange (71. Schött), Specht, Schmerbeck (20. Grenda), Gerlach – W. Leipertz, Beckmann – Bah, Gökhan (85. Ekinci), Alaiz – Tshitungu

Schiedsrichter: Backhaus (Bochum)

Tore: 1:0 (8./Foulelfmeter) El Alami, 1:1 (47.) Tshitungu, 2:1 (60.) Maus – Bes. Vork.: Ampelkarte (38.) gegen W. Leipertz (BSV) wegen wdh. Meckerns, BSV-Trainer Mark Elbracht wird wegen Meckerns des Platzes verwiesen (38.), Rot (81.) gegen den ausgewechselten Lange (BSV) und nach Spielende gegen Bah (BSV) wegen Schiedsrichterbeleidigung

von Stefan Herholz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare