FSV Werdohl siegt und diskutiert über den "Schiri"

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Kosta Sarris (links) und die FSV Werdohl wandelten gegen Wetter ein 0:1 in einen 2:1-Sieg um.

Werdohl - In einer am Ende turbulenten Begegnung hat die FSV Werdohl sich durchgesetzt und am Sonntag in der Fußball-Landesliga gegen den FC Wetter einen 0:1-Pausenrückstand in einen 2:1-Heimsieg verwandelt – und dabei zumindest ein ärgerliches Opfer gebracht.

Kurz, lautstark und intensiv war der Jubel am Riesei über den schwer erarbeiteten Werdohler Sieg, als Schiedsrichter Leo Bender nach unerklärlich langen 96 Minuten abpfiff. Lautstark und intensiv, aber nicht ganz so kurz wie die Freude waren die Diskussionen, die Spieler, Trainer und Offizielle der FSV trotz des Erfolges auf dem Kunstrasen mit Bender führten. 

Es mutet ein wenig denkwürdig an, dass in einem Spiel ohne allzu üble Ruppigkeiten letztlich trotzdem der Referee im Mittelpunkt stand. „Traurig, dass solche Leute sich so darstellen müssen“, schimpfte FSV-Trainer Manuel Sander, der – bei aller Aufregung – nach dem Schlusspfiff selbst darum bemüht war, das Schiedsrichtergespann geordnet in Richtung Kabine zu bekommen. „Im Grunde haben wir hier gegen zwölf ‘Rote’ gespielt“, machte der 31-Jährige seinem Ärger trotzdem Luft. 

Was war passiert? Zunächst nicht dramatisch viel. Die 2016 noch sieglosen Wetteraner boten eine engagierte Anfangsphase, doch die erste starke Szene in der Offensive boten die Werdohler mit einem wuchtigen Schuss aus 18 Metern von Semir Tuz, den Kai Gottesbüren von der Torlinie köpfte (9.). 

Nach 21 Minuten dann die erste diskutable Entscheidung von Bender: Ein Werdohler wurde aus kurzer Distanz an der Hand angeschossen – für den Unparteiischen eine strafbare Aktion. Den verhängten Handelfmeter verwandelte Daniel Wanderer zur Wetteraner 1:0-Führung. 

Dieses Zwischenresultat verteidigte der Klub vom Rande des Ruhrgebiets zunächst einmal solide. Nach dem Seitenwechsel aber legten die Angriffe der FSV an Tempo, Vehemenz und Häufigkeit zu. In Minute 68 war Kapitän Lukas Kessler schließlich mit dem 1:1-Ausgleich zur Stelle, kurz darauf vollstreckte der eingewechselte Muammer „Bubi“ Topcu im Gewühl im FC-Strafraum zum 2:1 (72.). 

Die Partie war gedreht, doch zum Schluss sorgte der gelegentlich etwas unsicher wirkende Schiedsrichter für Verwunderung, indem er in der schier endlosen Nachspielzeit den wohl etwas zu heftig reklamierenden Moritz Klamann des Feldes verwies (90.+4). Die FSV siegte und machte im Abstiegskampf einen Schritt nach vorn, fand aber doch reichlich Grund zur Klage.

FSV: Grete – Sesay (69. Topcu), Schröder, Maus, Sarris – R. Zekovic, Aydin, Günes (59. Klamann), P. Fischer (59. Brüll) – Kessler, Tuz 

FCW: Hamann – Gottesbüren, Tursi, Hain, Wanderer – Buchholz – Farinha da Silva (57. Sell), Bah (53. Kauermann), Reglinski, Mamadov – Porrello (74. Peters) 

Schiedsrichter: Bender (Dortmund) Tore: 0:1 (21., Handelfmeter) Wanderer, 1:1 (68.) Kessler, 2:1 (72.) Topcu 

Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote Karte (90.+4) gegen Klamann wegen wiederholten Reklamierens

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