KSC contra RSV: Interimstrainer im Fokus

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Im ersten Volme-Derby der Saison im Oktober 2014 mühten sich Leo Becker (rechts) und der Kiersper SC gegen Antonio Petrini und den RSV Meinerzhagen zu einem 2:1-Sieg.

Kierspe - Die einen kämpfen um den Aufstieg und sind auf der Suche nach ihrer Form, die anderen brauchen im Ringen um den Klassenerhalt jeden Punkt: Das ist die Ausgangslage vor dem Volme-Derby der Fußball-Bezirksliga zwischen dem Kiersper SC und dem RSV Meinerzhagen am Sonntag (15 Uhr, Stadion Felderhof). Besonders im Fokus stehen hüben wie drüben überdies die Verantwortlichen an der Seitenlinie.

Von Thomas Busch

Hätte das Derby bereits vor einer Woche stattgefunden, so hätten die Trainer noch Sven Krahmer und Bayram Celik geheißen. Doch manchmal geht’s gerade im Fußball schnell: Nach dem 2:1-Sieg gegen RW Lüdenscheid erklärte Celik nach fast sieben Jahren als RSV-Coach aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt, am Dienstagabend wurde Krahmer nach rund dreieinhalb Jahren im Amt von seiner Aufgabe als Trainer des KSC entbunden. Im morgigen Derby setzen beide Vereine nun auf eine Interimslösung. Hier wie dort macht’s jetzt erst einmal der Sportliche Leiter – Martin Liedtke auf Kiersper, Mehmet Aydin auf Meinerzhagener Seite.

Klare Vorstellungen von dem, was sie morgen von ihrer Mannschaft sehen möchten, haben im Vorfeld beide. „Ausreden gibt’s jetzt keine mehr, das Ziel für die nächsten drei Spiele sind neun Punkte“, formuliert Martin Liedtke unmissverständlich an die Adresse seines zuletzt schwächelnden Personals. Die kommenden Gegner des Kiersper SC sind allesamt solche, die mitten im sportlichen Existenzkampf stecken; nach dem RSV warten der VfL Klafeld-Geisweid und Grün-Weiß Siegen auf den Tabellenführer. Fraglos unangenehme Aufgaben, doch weitere Punktverluste kann sich der KSC vor den danach anstehenden Duellen mit den Top-Teams Gerlingen, Ottfingen und Freudenberg einfach nicht erlauben. Denn: „Wir wollen aufsteigen“, tritt Liedtke noch einmal der in den vergangenen Wochen oft kolportierten Spekulation „Die Kiersper wollen doch gar nicht in die Landesliga...“ entgegen.

Im Lager des RSV Meinerzhagen hat man die jüngsten Ereignisse beim Nachbarn und morgigen Gastgeber natürlich mit großem Interesse verfolgt. Und Mehmet Aydin geht durchaus davon aus, dass der Wechsel auf der Kommandobrücke neue Kräfte beim angeknacksten Liga-Primus freisetzen könnte: „Der Trainerwechsel in Kierspe ist für uns eher ein Nachteil“, sagt er, baut nichtsdestotrotz aber auf das durch den Sieg gegen RWL neu gewonnene Selbstvertrauen seiner Mannschaft und die gute Stimmung, die unter der Woche im Training herrschte. „Die Jungs ziehen gut mit“, betont Aydin und lässt auch durchblicken, wie die Marschroute für das Derby aussehen dürfte: „Wir müssen taktisch klüger sein als beim letzten Auswärtsspiel in Freudenberg (0:6, d. Red.) und dürfen gegen eine so offensivstarke Mannschaft wie den KSC nicht versuchen mitzuspielen.“

Für die Kiersper heißt das also, dass es einmal mehr gilt, gegen einen auf Torverhinderung bedachten Kontrahenten das Spiel zu machen und dessen Abwehrriegel zu knacken. Nur: Vor 14 Tagen gegen den SC Drolshagen klappte das erst in der Nachspielzeit, am vergangenen Sonntag in der letzten halben Stunde des Hickengrund-Spiels gar nicht.

„Gelingen uns aber am Sonntag aber ein oder vielleicht sogar zwei frühe Treffer, wird vieles leichter“, weiß Martin Liedtke um den psychologischen Aspekt. Kehrseite: Je länger es dem Außenseiter aus Meinerzhagen gelingt, die Partie offen zu halten, desto größer dürften seine Chancen auf einen „lucky punch“ sein. „Aber“, erklärt Mehmet Aydin abschließend, „auch wenn’s beim KSC momentan nicht so rund läuft, ist er immer noch Tabellenführer und Favorit gegen den Drittletzten Favorit. Mit einem Punkt wären wir schon sehr zufrieden...“

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