Schmale: Rückkehr zur FSV eine "Herzensentscheidung"

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Nach der Saison 2012/13 kehrte Alexander Schmale der FSV den Rücken – jetzt ist er in Doppelfunktion zurück.

Werdohl - Nach vier Jahren ist Alexander Schmale zurück beim Fußball-Landesligisten FSV Werdohl - als Torwart und Sportlicher Leiter. Im ersten Teil des Interviews mit Sportredakteur Christian Müller spricht Schmale darüber, wie er seine beiden Funktionen unter einen Hut bekommen will. 

Alexander Schmale, mit Lukas Kessler, Muammer Topcu, Dennis Rattelsberger, Marcus Brüll, Redouane El Alami und Ihnen selbst befinden sich im neuen Kader der FSV Werdohl sechs Spieler, die den Verein schon einmal verlassen haben und später zurückkehrten. Was ist das Spezielle an dem Klub, das viele irgendwann wieder an den Riesei lockt?

Alexander Schmale: Die FSV Werdohl ist für mich ein Verein mit Identifikation. Jeder, der dort spielt, kennt das Umfeld. Der Verein ist seriös aufgestellt, was Investoren und Sponsoren angeht. Aber es ist auch ein familiäres Umfeld da. Auch ich habe mich in Werdohl immer wohl gefühlt, aber nach damals fünf Jahren war für mich der Schritt zu einem Oberligisten nach Ennepetal das sportlich richtige. Als es dort nicht weiter ging, gab es die Überlegung, wieder nach Werdohl zu gehen. Aber es hat dann sportlich nicht gepasst, beziehungsweise waren zu dem Zeitpunkt schon andere Leute für meine Position vorgesehen. Dort wollte ich mich dann nicht reindrängen. Dann ergab sich die Situation mit Hennen, was für mich auch gut gepasst hat, weil es auch ein familiär geprägter Verein ist, wo nicht das Monetäre im Vordergrund steht. Jetzt nach Werdohl zurück zu gehen, war im Endeffekt eine Herzensentscheidung. Allein wieder beim ersten Training am Riesei zu sein, ist ein heimisches Gefühl. Und das ist auch das, was wir bei der Kaderzusammenstellung ausdrücken wollten – es sind viele Jungs dabei, die aus Werdohl kommen. 

Sie sind Sportlicher Leiter und Torwart – auf Landesliga-Niveau durchaus ungewöhnlich. Manuel Sander ist Ihr Trainer, Ihnen gleichzeitig aber auch unterstellt. Könnte das zu Konflikten führen? 

Schmale: Nein, Konfliktpotenzial sehe ich da auf keinen Fall. Das sind zwei Paar Schuhe. Als Sportlicher Leiter habe ich die gesamte Entwicklung des Vereins in der ersten und zweiten Mannschaft sowie U19 zu beurteilen. 

Aber Sie bewerten am Ende zum Beispiel auch die Trainerposition. Im Zweifel tauschen Sie Ihren eigenen Coach aus. 

Schmale: Ich wüsste keinen Sportlichen Leiter, der die Arbeit des Trainers besser beurteilen könnte als ich, dadurch, dass ich sie tagtäglich miterlebe. Und dann erfordert es ein Stück Professionalität von mir, das zu differenzieren. Im Gegenteil habe ich eher die Möglichkeit, wenn Sachen auffallen, die nicht nur negativ sein müssen, gleich einzuwirken. Aber am Ende trifft der Trainer die Entscheidung, was das Sportliche angeht. Er und sein Trainerteam haben meine volle Unterstützung und genießen vollstes Vertrauen. Und als Spieler muss ich das vorleben, was ich von den Jungs als Sportlicher Leiter einfordere. 

Mit ein paar Jahren Distanz, in denen Sie weg waren: Was sollte sich bei der FSV verbessern? Oder ist es nach einem zweiten Platz schwierig, überhaupt Dinge zu verändern? 

Schmale: Grundsätzlich leben wir in einer Gesellschaft, die einem stetigen Wandel unterliegt. Das geht bei den Charakteren los. Je jünger die Spieler sind, desto unterschiedlicher sind sie gestrickt. Das ist eine andere Generation. Dass es in Werdohl in den letzten Jahren gelungen ist, aus einem Negativtrend herauszukommen, hat einmal mit der hervorragenden Arbeit von Carsten Minker zu tun, der Manni die Chance gegeben hat. Aber auch mit dem Aufbau der Jugend, den Jugendleiter Rüdiger Backes seit geraumer Zeit betreibt. Da hat man das Gefühl, dass etwas gewachsen ist. Als ich den Verein vor knapp vier Jahren verlassen habe, lag die Jugendarbeit ziemlich brach und die Tendenz bei der „Ersten“ stagnierte. Grundsätzlich sollten wir immer an dem arbeiten, was uns ausmacht. Da ist der Eindruck aus den ersten Einheiten jetzt auch schon positiv.

Lesen Sie am Samstag Teil zwei des Interviews. Darin äußert sich Schmale unter anderem zu den Überlegungen bei der Kaderplanung und zu den Saisonzielen am Riesei.


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