FSV Werdohl bringt sich selbst in hektische Schlussphase

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Musa Sesay (rechts, im Zweikampf mit dem Wetteraner Torschützen Daniel Wanderer) und die FSV drehten gegen Wetter einen 0:1-Rückstand, verpassten dann aber eine frühzeitige Vorentscheidung.

Werdohl - Wer am Sonntag erst kurz nach Abpfiff der Partie der FSV Werdohl gegen den FC Wetter im Riesei-Stadion angekommen gewesen wäre, hätte glauben können, der Fußball-Landesligist hätte gerade verloren. Tatsächlich aber hatte die Aufregung im FSV-Lager nach dem 2:1-Sieg eine andere Ursache.

Spieler, Trainer, Offizielle und sogar einige Zuschauer von Werdohler Seite legten sich lautstark mit Schiedsrichter Leo Bender an, der die Lennetaler mit einem fragwürdigen Handelfmeter zum zwischenzeitlichen 0:1, mehreren merkwürdigen Eckball-und Freistoßentscheidungen sowie einer unangebracht langen Nachspielzeit von in Gänze sechs Minuten gegen sich aufgebracht hatte. 

Hinzu kam die Ampelkarte gegen Moritz Klamann wegen eines Fouls und anschließenden Reklamierens. „Wir haben gewonnen und uns trotzdem ein Stück weit aufgeregt“, brachte FSV-Coach Manuel Sander das Paradoxe an dieser Szenerie auf den Punkt. „Die Jungs haben sich ein Stück weit verschaukelt gefühlt“, ergänzte Sander. 

Am Tag danach war die Verwunderung über den Referee beim 31-Jährigen zwar nicht verraucht. „Dass man ein, zwei Wörtchen sagt, dafür habe ich Verständnis. In der Szene kann Moritz absolut nichts dafür“, nahm Sander etwa seinen Gelb-Rot-Sünder in Schutz. Gleichwohl schlug der Trainer versöhnliche Töne an: „Wir wollen nicht auf der Leistung des Schiedsrichters herumreiten.“ 

Denn zur Wahrheit gehört eben auch, dass die Werdohler sich einen gehörigen Teil der Hektik rund um die Schlussphase gespart hätten, wenn sie eine ihrer in Hülle und Fülle vorhandenen Kontergelegenheiten mit einem dritten oder gar vierten Tor abgeschlossen hätten. Die Möglichkeit dazu besaßen beispielsweise Rejhan Zekovic, der den Außenpfosten traf (79.), Semir Tuz, der per Kopf ebenfalls am Aluminium scheiterte (84.), oder „Bubi“ Topcu, der kurz vor der Hinausstellung gegen Klamann an Wetters Torhüter Daniel Hamann hängen blieb. „Wir sind selbst ein Stück weit dafür verantwortlich, weil wir den Sack nicht zu machen. Das ist das, was ich meiner Mannschaft vorwerfen kann“, gab Sander zu. 

Mit dem siebten Saisonerfolg weist die FSV nunmehr einen komfortablen Vorsprung von zwölf Punkten auf den BC Eslohe auf, der den ersten Abstiegsplatz einnimmt. Und eben dort, beim Aufsteiger, müssen die Werdohler als nächstes ran. „Wenn wir da gewinnen, geht es in die richtige Richtung. Man darf aber nie frühzeitig mit etwas abschließen“, will Sander den Abstiegskampf nicht vorzeitig für bestanden erklären.

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