FSV Werdohl ringt den Primus nieder

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Riesenjubel bei der FSV. Die Werdohler feierten den Sieg im Gipfeltreffen ausgelassen.

Werdohl - Sportchef Carsten Minker und Trainer Manuel Sander lagen sich überglücklich in den Armen, die Mannschaft hüpfte und sang freudetrunken vor dem begeisterten Anhang: Mit einer Energieleistung nach der Pause zwang die FSV Werdohl in einem ebenso gutklassigen wie packenden Gipfeltreffen der Fußball-Landesliga die SG Finnentrop/Bamenohl nach 1:2-Rückstand noch mit 4:2 in die Knie, verkürzte den Rückstand auf den Primus auf jetzt noch einen Zähler und ist spätestens nach diesem sechsten Sieg in Serie selbst ein brandheißer Titelkandidat.

Den ersten großen Aufreger vor 355 zahlenden Zuschauern am Riesei gab es bereits nach neun Minuten. Am Strafraumeck packte FSV-Linksverteidiger Marius Maus gegen Mike Schrage unnötig die Sense aus. Ein Foulspiel war es allemal, doch zum Entsetzen der Werdohler Bank hatte Schiedsrichter Endberg (Essen) den „Tatort“ im und nicht kurz vor dem Strafraum gesehen und zeigte auf den Punkt. Alle Proteste der FSV waren vergebens, Tim Schrage verwandelte den Elfer eiskalt.

Ein nachhaltiger Wirkungstreffer aber war das 0:1 nicht. Im Gegenteil: Der Tabellenzweite, bei dem Kroll und Cakmak auf der „Doppelsechs“ fleißig die Räume zuliefen, krempelte die Ärmel hoch und glich sechs Minuten später aus. Einen Diagonalball nahm Zekovic auf der linken Außenbahn mit hohem Risiko und feinem Füßchen volley und servierte butterweich für Sturmtank Bektas, der die Kugel per Kopf ins lange Eck wuchtete – 1:1.

Der Torjubel war kaum verklungen, da lag die Sander-Elf aber schon wieder zurück. Nach einem langen Ball in die „Box“ schubste Tobias Kleppel FSV-Abwehrrecke Rattelsberger kurz weg, verschaffte sich so den entscheidenden Vorteil und köpfte das Spielgerät gegen die Laufrichtung von Grete zum 1:2 ins lange Eck (19.). Es folgten wieder Proteste der FSV-Bank, der Treffer aber zählte.

Der erneute Rückschlag hing der FSV dann doch bis zum Seitenwechsel in den Klamotten, offensiv brachten die Lennetaler gegen gut sortierte Gäste wenig Produktives zustande. Auf der Gegenseite war Grete gegen Tim Schrage, der steter Unruheherd war, auf der Hut (32.).

Die FSV musste nach Wiederanpfiff mehr tun – und sie lieferte. Sarris jagte eine Zekovic-Flanke volley nur um Zentimeter über den Kasten (47.), Bektas zielte knapp vorbei (64.). Mit großer Leidenschaft und hohem Tempo zwangen die Hausherren die SG zu Ballverlusten im Mittelfeld, zudem verlor der Tabellenführer mit zunehmender Spieldauer die taktische Disziplin. Trotzdem kam er durch Tim Schrage (48.) und Mike Schrage (52.) noch zu zwei guten Möglichkeiten. Die gallige FSV aber hatte jetzt deutlich mehr vom Spiel und drängte auf den Ausgleich, für den letztlich „Bubi“ Topcu auf spektakuläre Art und Weise verantwortlich zeichnete.

Das ausgebuffte Schlitzohr stellte zunächst Moritz Stange auf den falschen Fuß, schlenzte die Kugel dann aus spitzem Winkel ins kurze Eck und ließ den jungen SG-Torhüter Franke ganz alt aussehen (66.).

Die Werdohler traten das Gaspedal auch danach voll durch. Topcu bediente Youngster Philip Fischer, dessen scharfe Hereingabe Robin Entrup unglücklich ins eigene Netz haute (73.). Das Spiel war gedreht, hatte aber noch zwei große Aufreger parat. Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Kroll flog Tim Schrage mit „Rot“ vom Feld (75.). In Unterzahl warf der Primus dann alles nach vorne und netzte in Minute 89 durch Kleppel ein. Schiedsrichterassistent Erkmann aber hatte die Fahne oben, der Treffer fand keine Anerkennung.

Es folgten Proteste der Gäste, die in der Schlussminute noch in einen Konter liefen. Mit einem feinen Heber traf Rejhan Zekovic zum 4:2. Der Rest waren Werdohler Freudentänze.

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