Plettenberger Abend im Lüdenscheider Friedrichshof

Der KSK-Vorsitzende Heiko Kölz.

Lüdenscheid - Es ist nicht schmeichelhaft für einen Verein, wenn er es schafft, ein abendfüllendes Programm vor der Kreisspruchkammer zu gestalten. Türkiyemspor Plettenberg hat dies geschafft.

Am Montag ab 18 Uhr verhandelt die KSK gleich drei Fälle mit Beteiligung des Klubs – es wird eine Art „Plettenberger Abend“ im Lüdenscheider Friedrichshof. Ab 18 Uhr geht es zunächst um die Vorkommnisse rund ums B-Liga-Duell zwischen Karadeniz Werdohl und Türkiyemspor Plettenberg vom 25. Oktober. Schiedsrichter Ünal Ücüncü hat zu diesem Spiel einen zweiseitigen Sonderbericht verfasst, der kein schönes Bild von der Atmosphäre auf dem Sportplatz Altenmühle zeichnet. Nach 90 Minuten voller Meckereien und Vorwürfe war die Situation eskaliert, als Ücüncü in der 90. Minute einen Elfmeter für die Platzherren gepfiffen hatte, der zum 2:2-Ausgleich geführt hatte.

Nach fünf Minuten Nachspielzeit und dem Spielende soll dann ein Plettenberger Akteur Ücüncü gesagt haben, dass er wegen Ücüncü mit dem Fußball aufhöre, vor der Kabine sollen weitere Beleidigungen gefolgt sein. Zum Auto, erklärt Ücüncü, sei er unter Ordnerschutz von Karadeniz gelangt. Dort habe sich ein Plettenberger sein Kennzeichen notiert und ihm gesagt. „Wir kriegen dich.“ Nur im Schritt-Tempo habe er danach vom Parkplatz rollen können. Viele Vorwürfe, viel Arbeit für die KSK.

Kopfstoß nach Spielende

So könnte es durchaus ehrgeizig sein, um 19 Uhr mit den zweiten Fall beginnen zu wollen. Er befasst sich mit dem Plettenberger Heimspiel vom 29. November gegen TuRa Eggenscheid. In diesem Spiel soll ein Plettenberger Akteur nach Spielende einem Eggenscheider, der kurz vor dem Ende den Platzverweis gesehen hatte, einen Kopfstoß verpasst und ihn dabei erheblich am rechten Auge verletzt haben. Schiedsrichter Uli Schlieper hatte den Vorfall zwar nicht beobachtet, wohl aber ein neutraler Schiedsrichter-Kollege – Willy Apostolopoulos –, der beim Spiel zufällig als Zuschauer dabei war und nun vor der KSK als Zeuge geladen ist. Abgerundet wurde der Nachmittag von einem Besuch der Polizei am Sportplatz.

Ohrfeige als Revanche

Im dritten Fall des Abends geht es nicht um die erste Mannschaft von Türkiyemspor Plettenberg, sondern um die Reserve. Sie hatte am 6. Dezember in der Kreisliga D beim TuS Linscheid-Heedfeld gespielt. Nach dem Sonderbericht des Referees Joannis Simeonidis (Lüdenscheid) waren in der 55. Minute zwei Spieler beider Teams beim Stande von 4:1 für Linscheid aneinandergeraten. Der Plettenberger soll dem Linscheider zunächst ins Gesicht gepackt, der Linscheider sich dann mit einer Ohrfeige revanchiert haben. Nach Schilderung des Unparteiischen waren danach mehrere Plettenberger dazugeeilt, es habe eine Rudelbildung gegeben. Während die Linscheider Akteure dem Sonderbericht folgend versucht haben zu schlichten, eskalierte die Situation dergestalt, dass ein Plettenberger Akteur den Schiedsrichter von hinten so heftig geschubst haben soll, dass dieser zu Boden fiel.

Die Partie wurde abgebrochen. Auch hier sorgte ein Besuch eines Polizei-Streifenwagen für den Schluss-Akkord eines unrühmlichen Nachmittags auf Kuhlenhagen.

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