Fußball-Kreisliga A

Ein Vierkampf gegen den Abstieg

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Der LTV 61 und der TuS Versetal bangen noch um den Erhalt der Kreisliga A.

Kreisgebiet – Der letzte Spieltag im Lüdenscheider Kreisliga-Oberhaus steht am Sonntag ganz im Zeichen des Abstiegskampfs. Während es in den vier Partien Eyüpspor Werdohl – SC Plettenberg, Türkiyemspor Plettenberg – SV Hellas Lüdenscheid, VfB Altena – TSV Rönsahl und TuS Neuenrade – TSV Lüdenscheid (alle 15 Uhr) nur noch um die „goldene Ananas“ geht, tobt auf drei weiteren Sportplätzen der Kampf um den Klassenerhalt.

Und um sämtlichen möglichen „Mauscheleien“ einen Riegel vorzuschieben, hat Staffelleiter Frank Schwarzelühr diese Spiele zeitgleich um 17 Uhr angesetzt. Die Ausgangssituation Der SV Hellas Lüdenscheid steht seit vergangenem Sonntag als erster Absteiger fest, für den zweiten kommen noch nicht weniger als vier Kandidaten in Frage. 

Die schlechtesten Karten hält der aktuelle Vorletzte, der Kiersper SC II (24 Punkte), in der Hand. Der benötigt gegen den TuS Ennepe zwingend einen Sieg, wäre dann allerdings definitiv gerettet. Ein Remis würde bei einer Niederlage des SC Lüdenscheid (25) gegen den TuS Versetal (27) allerdings nichts bringen, denn dann hätte der SCL bei Punktgleichheit den besseren direkten Vergleich. 

Das meiste Feuer ist zweifellos im direkten Duell zwischen dem SCL und Versetal drin. Unabhängig von allen anderen Ergebnissen reicht dem TuS bereits ein Remis zum Klassenerhalt, im Fall eines Kiersper Sieges steht insbesondere der SCL unter Zugzwang. Vierter im Bunde der gefährdeten Teams ist der LTV 61 (26). Dem reicht gegen den TSV Oestertal definitiv ein Remis zum Ligaerhalt, denn bei möglicher Punktgleichheit mit dem KSC II und/oder Versetal spräche der direkte Vergleich immer für das Cilingir-Team. Allerdings: Bei einer Niederlage könnte doch noch der Abstieg drohen. Fazit: Konstellationen gibt es mehr als genug, für immense Spannung ist zwischen 17 und etwa 18.55 Uhr auf jeden Fall gesorgt.

SC Lüdenscheid: Der SC Lüdenscheid hat das bekommen, was er unter allen Umständen vermeiden wollte: quasi ein Abstiegs-Endspiel. Und so brauchte Trainer Matthias Thielicke ein paar Tage, um diese Situation anzunehmen. „Am Sonntag war ich noch schwer geknickt. Die Mannschaft hat trotz des 1:3 beim SC Plettenberg, der ausgerechnet gegen uns wieder komplett war, ein gutes Spiel gemacht, sich aber nicht belohnt. Das tat weh. Aber wir können es weiterhin aus eigener Kraft schaffen“, hat er mittlerweile wieder in den Kampfmodus umgeschaltet. Eine sehr ordentliche Trainingswoche, viele und gute Gespräche sowie ein Kader, der bis auf die Langzeitverletzten bestens gefüllt ist. sorgen für Optimismus, aber letztlich, das weiß auch Thielicke, liegt die Wahrheit auf dem Platz: „Ich befürchte, dass wir angesichts der Konstellation gewinnen müssen, dazu geht es auch für unseren Gegner um alles. Ich kann keinem Spieler in den Kopf gucken, aber es läuft wohl alles auf ein nervenzerreißendes Kampfspiel heraus. Hoffentlich mit einem guten Ende für uns.“ 

TuS Versetal: Auch beim Gegner war die Stimmung zuletzt eher gedrückt: 2:2 nach 2:0-Führung beim Kiersper SC II, gar 1:2 nach 1:0-Führung gegen den LTV 61 – ausgerechnet gegen direkte Konkurrenten hat der TuS zwei Matchbälle im Kampf um den Klassenerhalt vergeben. „Das nervt so richtig, aber es hilft ja nichts. Dann müssen wir eben den dritten Matchball verwandeln“, gibt sich Spielertrainer Dominik Bärwald vor dem Showdown beim ebenfalls noch akut gefährdeten SCL trotzig. Dass dem TuS im Gegensatz zum Gegner bereits ein Punkt zum Ligaverbleib reicht, sieht er – wenn überhaupt – nur als minimalen Vorteil: „Auf Unentschieden kann man ohnehin nicht spielen, wir wollen gewinnen und werden es auch so angehen. Ich denke, es wird ein sehr emotionales Kampfspiel, ich für meinen Teil möchte auch gar nicht wissen, wie es auf den anderen Plätzen steht. Das lenkt nur ab und sorgt gegebenenfalls für noch mehr Verkrampfung.“ Sicher ist sich Bärwald, dass sich viele Grün-Weiß-Anhänger auf den Weg zum Wehberg machen werden und gegen 18.55 Uhr – so Bärwald – „hoffentlich ein Happyend feiern können. Verdient hätte es sich die Mannschaft – und ganz ehrlich: Thomas Sachsenröder und ich wollen uns in unserem letzten Spiel als Spielertrainer nicht mit dem Abstieg verabschieden.“ 

LTV 61: Vor zwei Wochen quasi schon totgesagt, hat sich der LTV durch die Siege in den direkten Duellen gegen den SC Lüdenscheid und beim TuS Versetal ein wenig Luft verschafft – mehr aber auch nicht. „Das Positive ist, dass die Mannschaft die Zeichen der Zeit endlich erkannt hat, wenn auch mit gehöriger Verspätung. Erreicht haben wir jedoch noch nichts, zumindest haben wir es jetzt aber wieder in der eigenen Hand“, sieht Trainer Yusuf Cilingir den letzten 90 Saisonminuten mit großer Anspannung, aber auch Zuversicht entgegen. Natürlich hat er die möglichen Konstellationen durchgerechnet, weiß daher genau, dass bereits ein Punkt zum Klassenerhalt reicht, doch auf ein Unentschieden zu spielen, was ohnehin nicht geht, kommt für ihn nicht in Frage: „Ich erwarte, dass sich die Jungs so reinschmeißen, wie sie es in den letzten zwei Spielen getan haben. Dann werden sie auch den letzten Schritt noch erfolgreich gehen, auch wenn die Oestertaler als Aufsteiger ein tolle Saison gespielt haben und sicherlich nicht zum Honsel kommen, um Geschenke an uns zu verteilen.“ 

Kiersper SC II: Die KSC-Reserve muss gewinnen, allerdings ist der Tabellenvierte TuS Ennepe, der seine gute Form zuletzt beim 5:3-Sieg gegen Meister TuS Neuenrade unter Beweis stellte, der beinahe schwerstmögliche Gegner. Zu allem Überfluss fehlt urlaubsbedingt Trainer Thomas Brock, sodass Co-Trainer Michele Semeraro die Verantwortung übernimmt, dem eine schlagkräftige Truppe mit vier Leihgaben aus der 1. Mannschaft zur Verfügung steht. „Wir sind motiviert, und die Einstellung in der Mannschaft stimmt“, gibt sich Semeraro gleichermaßen optimistisch wie kämpferisch.

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