Fußball-Kreisliga A

Derby-Betrachtungen: Der Triumph des Volleyballvereins

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Emotionen im Derby: Die Linscheider bejubeln eines ihrer drei Tore, die TSD-Fans zeigen, was sie davon halten.

Schalksmühle – Lokalduelle sind besondere Spiele. Diese Erkenntnis ist keine neue. Das erste Aufeinandertreffen auf Kreisliga-A-Ebene zwischen dem TuS Linscheid-Heedfeld, seines Zeichens Aufsteiger ins Kreisoberhaus, und dem TuS Stöcken-Dahlerbrück lebte nicht nur von den Facetten eines Duells zwischen Platznachbarn. Aber auch.

Corona-Faktor: Maximal 140 Zuschauer hatte die Gemeinde Schalksmühle im Vorfeld zugelassen – eine den Corona-Schutzmaßnahmen geschuldete Anordnung. Die vergleichsweise geringe Zahl führte dazu, dass Fans am Eingang abgewiesen werden mussten. Das geschah freundlich und professionell durch Vertreter beider Vereine, die vorbildlich zusammenarbeiteten. Wer sich auf dem Platz bewegte, musste Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine Handvoll Fans, die draußen bleiben mussten, verfolgten das Geschehen von außerhalb des Zaunes. Unterm Strich lief alles gesittet und geordnet ab, die Frage vieler Anhänger, ob eine 140er-Begrenzung nicht arg niedrig angesetzt sei, muss aber erlaubt sein. 

Fan-Faktor: Stimmlich hatten über weite Strecken die TSD-Supporter die Nase vorn. „Ihr seid nur ein Volleyballverein“, skandierte der Stöckener Anhang in der Anfangsphase. Eine Vorlage, die die Linscheid-Fans am Ende dankend aufnahmen. „Wir sind nur ein Volleyballverein“, schallte es zurück. Im Zeichen des 3:1-Sieges ließ sich ein wenig Selbstironie gut zur Schau stellen. 

Fairness-Faktor: Keine 60 Sekunden waren gespielt, da langte Daniel Schwenck gegen Timo Sommer zum ersten Mal mächtig hin. In der Folge blieb es aber meist in einem derbyüblichen Rahmen. Moreno Privitera und David Kerefidis lieferten sich etliche Scharmützel, Kilian Bechheim kassierte eine vertretbare Rote Karte in der Schlussphase, letztlich galt es aber zu bilanzieren, dass es schon wesentlich schmutzigere Derbys gegeben hatte. Wohltuend auch die Szenen nach dem Abpfiff. Handshake, Umarmungen, keinerlei böse Worte. So muss das sein. 

Schiedsrichter-Faktor: Eine richtig starke Leistung von Stefan Mühl. Der Lüdenscheider fand vom Start weg den richtigen Ton in der Ansprache zu den Spielern, leistete sich nicht einen Schnitzer, strahlte eine natürliche Autorität aus. Das war einfach nur gut. 

Derby-Faktor: Die Gier auf den Sieg brachte der TuS Linscheid-Heedfeld deutlich besser ins Geschehen ein. Körpersprache, Bereitschaft zur Defensivarbeit und in der einen oder anderen Situation natürlich auch das nötige Quäntchen Glück zeichneten die Gastgeber aus. Der TSD hingegen brachte seine PS nicht auf die Straße, war zu nachlässig in der Chancenverwertung und wurde immer wieder von der bärenstarken Linscheider Innenverteidigung um Tim Paulsen und Sebastian Vater gestoppt. 

Zukunftsfaktor: Beide Mannschaften werden eine Rolle in der Spitzengruppe der Kreisliga A spielen. Der Kerefidis-Elf werden die nächsten Wochen mit der Motivation des Prestigesieges leichter fallen, dem TSD könnte eine ungemütliche Trainingswoche drohen, weil die von Coach Janni Giontas bemängelte fehlende Einstellung nicht vom Himmel gefallen ist. Erste Anzeichen hatte der Coach schon im Vorfeld der Partie ausgemacht – da gilt es anzusetzen und möglichst rasch Reaktion zu zeigen. Es bleibt spannend im Schalksmühler Höhengebiet...

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