Fußball

Die Mischung macht’s bei Türkiyemspor Plettenberg

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TSP-Trainer Efthi Douros

Plettenberg – Im August, in der Phase der Saisonvorbereitung, lief es bei Türkiyemspor Plettenberg noch nicht rund. Die Darbietungen in den Testspielen konnten kaum zufriedenstellen. Da gab es unter anderem ein 0:7 beim TuS Lenhausen, nach dem sich TSP-Trainer Efthi Douros die Frage stellte, ob er nicht fehl am Platze sei, und ein 0:6 gegen den SSV Küntrop.

Die Trainer in Lenhausen, wo Julian Opitz und Christian Rath das Plettenberger Gespann Heino Wohlfart/Manuel Richert ersetzten, und Küntrop, wo Giuseppe Ventimiglia Platz machte für Interimscoach Frederik Wördemann, wurden mittlerweile gewechselt, Efthi Douros ist bei Türkiyemspor aber weiterhin im Amt. Und der Rückkehrer sitzt zurzeit sehr fest im Sattel, ist seine Mannschaft doch fraglos bislang die Überraschung in der Lüdenscheider Kreisliga A.

Nach sieben Runden und zuletzt vier Siegen in Serie zählt der allgemein als Abstiegskandidat gehandelte Club mit 15 Punkten als Vierter zum Führungsquartett – weit vor der lokalen Konkurrenz vom TSV Oestertal und vom SC Plettenberg, die beide bezwungen werden konnten. Halbzeitmeister in der Vier-Täler-Stadt ist Türkiyemspor damit bereits schon.

Und es wäre sogar noch mehr möglich gewesen: In Meinerzhagen verspielten die Plettenberger einen 2:0-Vorsprung und verloren kurz vor Schluss noch mit 2:3. Andererseits gab es beim TuS Stöcken-Dahlerbrück und am vergangenen Sonntag gegen den VfB Altena auch zwei späte 2:1-Siege. Der einzige Ausreißer nach unten war das 1:7 gegen den SC Lüdenscheid – nach einem 1:1-Halbzeitstand.

Mit dem türkischen Derby beim TSV Werdohl am kommenden Sonntag (16.30 Uhr, Altenmühle) und dem Heimspiel gegen den derzeitigen Spitzenreiter TSV Rönsahl am 8. November (12 Uhr, Oestertal) folgen nun zwei Begegnungen, in denen sich zeigen dürfte, ob Türkiyemspor wirklich zu den Topteams des Kreisoberhauses gezählt werden muss. Michael Jeide sprach im Vorfeld mit Plettenbergs Trainer Efthi Douros.

Efthi Douros, war nach dem Verlauf der Vorbereitung mit einem solchen Start zu rechnen und wie wichtig war der Auftaktsieg gegen den TSV Oestertal?

Die Ergebnisse in der Vorbereitung sprachen nicht für uns, aber wir haben auch vieles ausprobiert, Spieler auf ihren Wunschpositionen spielen lassen. Der Trainer sieht die Stärken dann aber manchmal woanders und erkennt, wo ein Spieler besser für die Mannschaft aufgehoben ist. Ganz wichtig war die sehr gute Trainingsbeteiligung. So konnten wir an den Problemen arbeiten. Dann gleich mit einem Derbysieg gut in die Saison reinzukommen, hat der Mannschaft einen Schub gegeben.

Kurz vor dem Saisonbeginn gelang es, Torjäger Okan Özbek aus Küntrop zurückzuholen. Inzwischen führt er die Torschützenliste mit neun Treffern gemeinsam mit Daniel Schwenck schon wieder an. War das der entscheidende Schachzug?

Es war ein großer Schritt, auch für die Moral der Mannschaft, denn wir hatten ja offensiv keinen vergleichbaren Spieler. Diese große Baustelle haben wir mit seiner Rückkehr erledigt. Okan ist sehr fleißig, immer da, wenn er kann, und zieht sein Ding zu 99,9 Prozent durch.

Okan Özbek erhält im Angriff hervorragende Unterstützung durch den schon viermal erfolgreichen Enes Öztas. Dazu haben Sie noch einen Ömer Durgun in der Hinterhand...

Ömer kann man immer reinschmeißen und dann macht er seine Tore. Aber auch ein Fadi Mrida mit seiner Intensität und seiner Laufarbeit oder der junge Furkan Celik auf der linken Angriffsseite tun uns gut. Ein Kubilay Karaman hat jetzt seine Position rechts in der Viererkette gefunden. Wir haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern wie Oguzhan Durgun oder meinen Co-Trainer Halil Altinsoy.

Defensiv bleibt die Mannschaft aber anfällig. 18 Gegentore sind der höchste Wert in der oberen Tabellenhälfte. Wie lässt sich mehr Stabilität in die Defensive bekommen?

Daran müssen wir noch arbeiten. Wir wollen immer offensiv spielen, haben es aber noch nicht geschafft, einmal zu Null zu spielen. Das Umschaltspiel von der Offensive in die Defensive zu üben, gehört deshalb stets zu unserem Trainingspensum.

Sie arbeiten zum zweiten Mal in ihrer Trainerlaufbahn für Türkiyemspor. Was ist diesmal anders als beim ersten Mal?

Neben der Trainingsbeteiligung ist es die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Wir setzen uns jede Woche einmal zusammen oder telefonieren zumindest.

Glauben Sie, dass sich die Mannschaft oben festbeißen kann, wenn sie auch in den beiden nächsten Spielen punktet?

Unser Ziel war es nicht, aufzusteigen. Wir wollten von Anfang an Abstand nach unten legen und so viele Punkte wie möglich holen. In Werdohl haben wir am Sonntag nichts zu verlieren. Der TSV hat eine sehr gute Truppe und zählt zu den besten Mannschaften der Liga.

Efthi Douros, vielen Dank für das Gespräch!

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