Fußball, Kreisjugendausschuss und Vereine im Dialog

Der Trainingsbetrieb hat Vorrang

Teckentrup-Cup des TuS Herscheid 2019
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Turniere wie der Teckentrup-Cup des TuS Herscheid (Szene aus dem Jahr 2019) sind noch bis zum 30. Juni nicht gestattet.

Seit der Arbeitstagung im August vergangenen Jahres hatten sich die Verantwortlichen im Kreisjugendausschuss (KJA) des Fußball-Kreises Lüdenscheid und die Vertreter der Vereine nicht mehr gesehen. Das Angebot einer Sprechstunde wurde deshalb bereitwillig angenommen – KJA-Vorsitzender Detlev Dräger musste das virtuelle Treffen sogar in zwei Gruppen aufteilen. Das erste fand am Dienstagabend dieser Woche statt, das zweite folgt am 25. Mai.

„Die Vereine haben sich gefreut, die Resonanz war sehr gut“, zog Dräger eine positive Zwischenbilanz. Neben den Sorgen und Nöten der Club (Dräger: „Wir wollten wissen, was hat die Pandemie angestellt in den Vereinen?“) bestimmten die Planungen der Saison 21/22 und die Fragen zum Wiedereinstieg in der Trainings- und Spielbetrieb den Abend.

Wir wollten wissen, was hat die Pandemie angestellt in den Vereinen?

Detlev Dräger KJA-Vorsitzender

Meldefenster ist geöffnet

Rüdiger Dreisbach, Koordinator für den Spielbetrieb, wies auf das seit dem 15. Mai geöffnete Meldefenster hin, das den Vereinen noch bis zum 10. Juli die Möglichkeit gibt, ihre Nachwuchsmannschaften für die kommende Spielzeit zu melden. Kein einfacher Vorgang, wissen doch viele Clubs nicht, welche Kinder und Jugendlichen überhaupt noch zur Verfügung stehen. „Wir dürfen nicht so blauäugig sein, damit zu rechnen, dass alle wiederkommen“, gibt Jessica Kosch vom TuS Plettenberg den allgemeinen Tenor wieder.

Die Bedenken der Vereine sind natürlich bei den Funktionären angekommen. Was aber passiert, wenn gemeldete Teams wieder zurückgezogen werden müssen? „Dann sind Ordnungsgelder erst einmal zweitrangig. Wir wollen sehen, dass wir wieder in den Spielbetrieb kommen. Die Vereine haben doch ganz andere Probleme“, soll nach Auffassung von Dräger nicht stur nach Vorschrift gehandelt werden, selbst wenn Spielpläne nach Rückzügen eventuell noch einmal geändert werden müssten.

Wir dürfen nicht so blauäugig sein, damit zu rechnen, dass alle wiederkommen.

Jessica Kosch TuS Plettenberg

Saisonstart mit der ersten Pokalrunde

Los gehen soll es am letzten August-Wochenende mit der ersten Pokalrunde, eine Woche später hofft man in den Punktspielbetrieb starten zu können. Anträge auf die Bildung einer Jugendspielgemeinschaft sollten zügig gestellt werden.

Apropos Pokal: Die ausstehenden Begegnungen des Wettbewerbs auf Kreisebene werden nicht mehr ausgetragen – Pokalsieger für die Saison 20/21 gibt es also nicht. Ebenso bleiben Freundschaftsspiele und Turniere bis zum 30. Juni untersagt. „Ich gehe davon aus, dass ab dem 1. Juli Freundschaftsspiele wieder möglich sein werden“, hofft Dräger, der aber dem Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb zunächst Priorität einräumt.

Inzidenzwerte im Blick

Nur in ganz wenigen Vereinen werde laut Dräger zurzeit in 5er-Gruppen mit Kindern bis 13 Jahren trainiert, was bei einer Inzidenz über 100 die einzige Möglichkeit des Übungsbetriebs darstellt. Schon nach Pfingsten könnte aber deutlich mehr möglich sein, wenn die Inzidenz im Kreis bis einschließlich Freitag unter 100 bleibt. Dann dürfen bis zu 20 Kinder im Alter bis zum 15. Geburtstag auf Sportplätzen mit zwei Übungsleitern trainieren. „So langsam kommen wir wieder in Richtung Fußball“, ist dies auch für Jessica Kosch endlich eine Perspektive, das Licht am Ende des Tunnels.

Eine große Schwierigkeit sieht Detlev Dräger darin, dass für Kinder und Jugendliche noch keine Impfungen gegen das Corona-Virus vorgesehen sind: „Nur Impfungen werden uns wirklich Normalität bringen“, ist er überzeugt. Bereits geimpfte Trainer könnten ebenfalls dazu beitragen, Vorbehalte bei Eltern auszuräumen.

Hallenkreismeisterschaft abgesagt

Noch schwieriger als beim Freiluftfußball stellt sich die Situation beim Hallenfußball dar. „Ebenso wie die Fußball-Ferienfreizeit haben wir die Hallen-Kreismeisterschaften der Saison 21/22 abgesagt. Sie sind nicht planbar“, mussten Dräger, Dreisbach und der ebenfalls an der Sprechstunde teilnehmende Kreisvorsitzende Klaus Scharf den Vereinen noch eine bittere Pille zu schlucken geben. Für Vereinsturniere wie den Sauerland-Cup des TuS Plettenberg gilt die Absage indes nicht. Sie sollen, wenn es die Inzidenzwerte möglich machen, durchgeführt werden dürfen.

Beschlossen werden soll die Saison 21/22 mit einem großen Event im Plettenberger Lennestadion, bei dem alle Meister der einzelnen Altersklassen geehrt werden. „Das Überreichen von Urkunden bei den Arbeitstagungen würdigte ja nicht diejenigen, die den Erfolg errungen hatten“, begründet Dräger diese gute Idee.

Neue Spielformen für die Jüngsten

Für die jüngsten Kicker (G- und F-Junioren) sollen zum Saisonstart die neuen Spielformen noch nicht eingeführt werden. „Wir konnten doch noch gar keine Testläufe absolvieren. Die Vereine hätten sofort wieder Geld ausgeben müssen für die benötigten kleinen Tore – für einen Spielnachmittag braucht man bis zu 16 Stück“, hält Dräger eine voreilige Einführung für nicht angebracht. Und der westfälische Verband lenkt ein: Im Oktober sollen alle Vereine nach Kaiserau eingeladen werden, um die neuen Spielformen im Detail vorzustellen.

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