Michael Arndt tritt als KJSK-Vorsitzender zurück

Michael Arndt ist als Vorsitzender der Kreisjugendspruchkammer zurückgetreten.

Plettenberg -  Fast 20 Jahre lang war der Plettenberger Michael Arndt in der Sportgerichtsbarkeit aktiv – am Sonntag verkündete der Vorsitzende der Kreisjugendspruchkammer (KJSK) gegenüber dem Kreisvorsitzenden Klaus Scharf, Wolfgang Kunde (Vorsitzender des Kreisjugendausschusses) und Ulrich Schmidt (BSK-Vorsitzender) seinen Rücktritt.

Von Georg Dickopf

Als Hauptgrund nannte Arndt „fehlende Rückendeckung im Kreis“ und scharfe Angriffe aus den eigenen Reihen. Damit spielt er vor allem auf Martin Stanczyk (Beisitzer im Kreisschiedsrichterausschuss) an, der ihn insbesondere ob seiner Behandlung von Jungschiedsrichtern bei diversen KJSK-Sitzungen öffentlich kritisiert hatte.

Letztlich ausschlaggebend für den Rücktritt des KJSK-Vorsitzenden war aber wohl die schwebende Verhandlung um einen Spielervater, der bei einem F-Jugend-Turnierspiel des TSV Oestertal gegen TuRa Brügge den Schiedsrichter (Mitglied bei TuRa Brügge) attackiert und niedergestreckt hatte. Arndt hatte die Verhandlung des Falls seinerzeit geleitet und eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro gegen den TSV Oestertal ausgesprochen. Gegen den „Sünder“ indes konnte nicht verhandelt werden, war er vermeintlich doch kein Mitglied eines Sportvereins.

Das war er, wie sich nachträglich nach Recherchen von Brügges Jugendleiter Hardy Jecksties herausstellte, aber sehr wohl: zwar nicht beim TSV Oestertal, aber beim TuS Plettenberg, wo auch Arndt zu Hause ist. „Wenn ich das gewusst hätte, wäre der Fall wegen Befangenheit nie von mir verhandelt worden“, beteuert Arndt, der dies in all den Jahren immer so gehandhabt habe. „Ich bin maßlos enttäuscht von Andreas Klippert, der von der Vereinszugehörigkeit wusste, mir davon aber im Vorfeld nichts gesagt hat und mich ins offene Messer laufen ließ.“ Klippert, selbst TuS-Mitglied und Vorsitzender des BJSK, habe den Spielervater zwei Tage nach der KJSK-Sitzung „still und heimlich beim TuS Plettenberg abgemeldet.“ Arndt betonte, dass er selbst keine Möglichkeit gehabt habe, den Spieler über „DFBnet Pass online“ zu finden, da ihm Passwörter und Berechtigungen fehlten.

„Die hätte er beantragen können und das selbst herausfinden können“, sagt Klippert zu den Vorwürfen des Vereinskollegen. Zur Abmeldung des Beschuldigten, der eine „Karteileiche“ gewesen sei, betonte Klippert gestern folgendes: „Das ist sicherlich unglücklich gelaufen, das gebe ich zu. Aber willentlich habe ich ihn nicht in die Falle laufen lassen. Für mich ist das auch kein Grund, persönliche Konsequenzen zu ziehen“, schloss Klippert einen eigenen Rücktritt aus. Dass die Kommunikation mit Michael Arndt nicht gestimmt habe, habe auch damit zusammen gehangen, dass man nur „ein- bis zweimal im Jahr“ etwas miteinander zu tun gehabt und nicht täglich im Kontakt gestanden habe.

Die Zeiten, in denen Arndt und Klippert beide dem TuS Plettenberg angehören, dürften indes ebenfalls gezählt sein, denn Arndt kündigte gestern seine Abmeldung an: „Das ist für mich der konsequente nächste Schritt.“

Bewegung kommt derweil auch in den Fall um besagten Spielervater. Nachdem die BJSK auch ohne den befangenen Andreas Klippert entschieden hatte, dass gegen den „Sünder“ aufgrund seiner damaligen Vereinszugehörigkeit doch verhandelt werden kann, und den Fall an die hiesige KJSK zurückgegeben hatte, fühlen sich die fünf Kammermitglieder laut Stellvertreter Ralf Willschütz (VfB Altena) ebenfalls befangen: „Egal, was wir für ein Urteil fällen würden – nach den Angriffen von Hardy Jecksties hätten wir so oder so in der Kritik gestanden.“

Nun wurde der Fall an die Verbandsjugendspruchkammer nach Kaiserau abgegeben. Von dort wird der Fall an eine neutrale KJSK vergeben, die den Berufungsfall dann noch einmal neu verhandeln muss – völlig unbefangen sozusagen.

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