Diskussion um Eingruppierung der E-Juniorenteams

Kreisvorsitzender Klaus Scharf zeichnete am Mittwochabend den „Motor des Jugend-Spielbetriebs“ im Fußballkreis aus. Scharf heftete Rüdiger Dreisbach (links) für seine über viele Jahre engagierte Arbeit als Koordinator für den Spielbetrieb die Silberne Ehrennadel des FLVW-Kreises ans Revers.

LÜDENSCHEID - Der Nachwuchs im Fußballkreis Lüdenscheid – er ist gemessen an den Mannschaftsmeldezahlen zumindest ein bisschen gewachsen. 2012 hatten die Vereine des Kreises noch 184 Jugendmannschaften zum Spielbetrieb gemeldet, nun sind es 193 Meldungen, wobei im Minikicker-Bereich erst am 6. September Meldeschluss ist, so dass die Zahl sogar noch geringfügig größer werden könnte. Die meisten Teams stellen RW Lüdenscheid, der SC Plettenberg (beide 16), der SC Lüdenscheid (15), der TuS Plettenberg (14), die FSV Werdohl (13), der RSV Meinerzhagen (12), der LTV 61 und der TuS Grünenbaum (je 11).

Rüdiger Dreisbach als Koordinator für den Spielbetrieb stellte am Mittwoch im Rahmen der Jugendleiter-Arbeitstagung in der Cafeteria der Sportklinik in Hellersen die Saisonplanung vor. Eine Planung, die durchaus nicht einfach war und in einigen Klassen echte Anforderungen an den Nachwuchs stellt.

Die kritischen Klassen sind dabei in der neuen Saison die A- und C-Junioren. Hier gibt es auf Kreisebene (also ohne die Teams, die in der Bezirks- oder Landesliga spielen) noch exakt 16 Mannschaften. Also gibt es trotz aufgrund der Sommerferien späten Saisonstarts und Vorgabe, die Saison bis Ende Mai abzuschließen, eine Staffel, die praktisch null Spielraum haben wird. Zieht man Ferienzeiten ab, so werden A- und C-Junioren permanent am Ball sein. Spielverlegungen und -ausfälle werden diese Liga an den Rand des Machbaren bringen.

Die Zahl der B-Jugend-Teams für den Kreisliga-Spielbetrieb liegt bei 19. Das bedeutet: Es gibt zwei Staffeln, die jeweils eine Dreifach-Runde spielen. Anschließend ermitteln die beiden Staffelsieger in Hin- und Rückspiel den Kreisliga-Meister und Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga.

Im D-Jugend-Bereich bleibt alles beim Alten: Zwölf Teams spielen in der Kreisliga A. Der Meister spielt weiter auf Westfalenebene, die beiden Letztplatzierten steigen ab. Darunter gibt es zwei Kreisligen B mit zehn bzw. elf Mannschaften.

Diskussionsbedarf gab es derweil bei den E-Junioren. Hier wurden die 19 E1-Jugend-Teams in die Kreisliga A eingeteilt, die übrigen 19 Teams in die Kreisliga B. Gespielt werden soll in beiden Staffeln eine Einfach-Runde. Hans-Jürgen Wagner, Diplom-Sportlehrer des TuS Stöcken/Dahlerbrück, kritisierte das Verfahren, die ersten E-Jugend-Teams aller Vereine automatisch in die Kreisliga A einzugruppieren. „Es macht keinen Sinn, eine neu im Aufbau befindliche Mannschaft eines kleinen Vereins dort spielen zu lassen und sich nachher darüber aufzuregen, wenn so ein Team nach vielen zweistelligen Niederlagen nicht durchhält und abgemeldet werden muss“, kritisierte Wagner, „und auf der anderen Seite spielen die E2-Mannschaften großer Vereine, die viel stärker sind, in der Kreisliga B.“

Der Kreisjugend-Ausschuss zog sich in dieser Frage auf seine Beschlussfassung zurück, dass dieses Vorgehen so vorgegeben sei und eine andere Lösung (Qualifikationsrunden oder Selbst-Einschätzung der Spielstärke) nicht durchführbar sei. Nach längerer Diskussion stellte der Vorsitzende des Kreisjugend-Auschusses, Wolfgang Kunde (Herscheid), für die nächste Versammlung in Aussicht, dieses Thema ausführlich diskutieren zu wollen.

Im F-Jugend-Bereich gibt es in der neuen Spielzeit 35 Mannschaften. Auch hier spielen die F1-Mannschaften in einer Staffel, die F2- und F3-Mannschaften in anderen Staffeln. Für die Minikicker (G-Jugend) haben bislang 14 Teams gemeldet. Der Kreis will trotz einer am Dienstag geäußerten Kritik – ebenfalls von Wagner, der seinen Verein erstmals bei der Arbeitstagung des Fußball-Nachwuchses vertrat – daran festhalten, für die F-Jugend und Minikicker Endrunden auf Kreisebene durchzuführen. Ein pikantes Thema. Der DFB verbietet es, in seinem Ergebnisportal Tabellen für diese Altersklassen zu veröffentlichen. Aus gutem Grund: Für die Kicker dieser Jahrgänge soll der Spaß am Kicken und nicht der sportliche Erfolg im Vordergrund stehen. In vielen Kreisen Westfalens wird dieser Beschluss „von oben“ aber praktisch nicht umgesetzt. In gewissen Abständen erhalten hier die Vereine „inoffizielle Tabellen“ vom Staffelleiter. Nach diesen „inoffiziellen Tabellen“ werden auch die Endrunden angesetzt. Ein Vorgehen, das zumindest nicht von einer großen Konsequenz bei der Umsetzung der eigentlichen Idee für den Altersbereich zeugt…

Thomas Machatzke

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