Fußball

"Müssen selbst die Veränderung sein"

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Vorträge und Workshops an Schulen zählen zum Programm des Vereins „In safe hands“, aber auch praktische Arbeit im Training.

Kreisgebiet - Begonnen hat alles mit ein bisschen gemeinsamem, organisiertem Kicken. „Unser Grundgedanke war es, den Fußball dazu zu nutzen, mit Kindern zu arbeiten und geflüchteten Kindern ein kleines Stück unbeschwerte Kindheit zu geben“, erinnert sich Jonas Ermes an die Anfänge des Vereins „In safe hands“.

Besagten Verein gründete der inzwischen 26-jährige Ex-Torwart des RSV Meinerzhagen anno 2015 gemeinsam mit Andreas Luthe, mit dem er beim VfL Bochum zusammengespielt hat und der mittlerweile zwischen den Pfosten des Erstligisten FC Augsburg steht. Drei Jahre später ist aus „In safe hands“ eine deutschlandweit beachtete Organisation geworden, deren Tätigkeitsfelder sich längst nicht mehr ausschließlich auf den Fußball beschränken. 

Am Anfang aber stand zunächst der Bolzplatz. Ermes und Luthe boten vor allem im Ruhrgebiet Trainingsmaßnahmen für geflüchtete Kinder an und stellten fest: „Der Bedarf ist riesig – und der Spaß, den alle haben, auch.“ Quintessenz für das Duo, das sich durch den Profifußball kennengelernt hat, aber so gar nicht dem landläufigen Klischee des Berufskickers entspricht: „‚In safe hands‘ muss wachsen!“ 

Gesagt, getan: Mit Begeisterung und Akribie machten sich Jonas Ermes und Andreas Luthe an die Arbeit. Natürlich steht nach wie vor der Fußball im Mittelpunkt, doch ausgehend davon, sind weitere Schwerpunkte hinzugekommen. Am Standort Augsburg bietet der Verein in Zusammenarbeit mit örtlichen Amateurvereinen wöchentlich offenes Fußballtraining für acht- bis zwölfjährige Kinder an. „Dabei liegt der Fokus darauf, soziale Werte zu vermitteln“, erzählt Jonas Ermes. Name dieses Projekts: „Fremd wird Freund“. 

Politische Bildung ist ein weiteres Thema. Im Rahmen von Projekttagen und Vorträgen an Schulen informiert „In safe hands“ über Fluchtursachen, Menschenrechte, Vielfalt und Integration und tritt auch in Dialog mit den Schülern. Unter anderem berichten dabei Geflüchtete aus erster Hand von ihren Erfahrungen. An gebannten Zuhörern mangelt es in aller Regel nicht. „Wir bekommen es über den Fußball hin, dass sich die Kinder öffnen“, sagt Ermes. 

Denn Fußballturniere und Sport-AGs gehen mit dem Angebot einher. Was „In safe hands“ auf die Beine stellt, ist inzwischen mit ehrenamtlicher Arbeit allein nicht mehr zu stemmen. Jonas Ermes ist nunmehr bereits im dritten Jahr hauptamtlich für den Verein, dem er als 1. Vorsitzender vorsteht, tätig. Darüber hinaus sind mittlerweile weitere bezahlte Mitarbeiter hinzugekommen. 

Ermes’ Stellvertreter Andreas Luthe zählt natürlich weiterhin zu den Ehrenamtlern. Dass der 31-Jährige beim FC Augsburg in dieser Saison zum Torwart Nummer eins aufgestiegen ist, ist für „In safe hands“ alles andere als ein Nachteil; der Name eines bundesweit bekannten Profifußballers öffnet nun einmal so manche Tür. Und das ist auch vor dem Hintergrund, dass sich der Verein aus Förder- und Spendengeldern finanziert, wichtig. 

Fragt man Jonas Ermes nach den Beweggründen seines Engagements, gerät er schnell ins Schwärmen über die Begeisterung, Freude und Dankbarkeit, die er von den Kindern erfährt, mit denen er bei „In safe hands“ arbeitet. „Ein wertschätzendes und vorurteilsfreies interkulturelles Zusammenleben“ sei seine Idealvorstellung, sagt Ermes und ergänzt: „Mahatma Gandhi hat einmal gesagt, dass wir selbst die Veränderung sein müssen, die wir in der Welt zu sehen wünschen.“ Dass er das mit Hilfe der Sportart sein kann, die ihn seit seinem vierten Lebensjahr begleitet, ist für Jonas Ermes das Sahnehäubchen obendrauf.

Weitere Informationen zum Verein „In safe hands“ liefert die Internetseite www.insafehands.de. Wer den Verein mit einer Spende unterstützen möchte, kann das über dessen Spendenkonto bei der Sparkasse Siegen (IBAN: DE39 4605 0001 0001 2704 87, BIC: WELADED1SIE) tun.

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