Fußball

50.000 Euro für „In safe hands“ - DFB-Präsident überreicht Foundation for Children Award der UEFA an Jonas Ermes

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Mit einer Torwartschule fing es 2016 an: Seither haben Andreas Luthe (links) und Jonas Ermes „In safe hands“ immer breiter aufgestellt.

Kreisgebiet – „Ich saß mit der Familie am Frühstückstisch, als mich Stefan Kiefer von der DFL-Stiftung anrief und sagte: Ich habe sehr gute Nachrichten für Euch“, erinnert sich Jonas Ermes. Zu diesem Zeitpunkt drehte es sich „nur“ um seine Nominierung für den „Foundation for Children Award“ der UEFA. Für diesen jährlich verliehenen Preis darf der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Organisation vorschlagen – die Wahl fiel diesmal in Abstimmung mit der Stiftung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf den Verein „In safe hands“, den der 28-jährige gebürtige Rönkhauser vor fünf Jahren gemeinsam mit seinem damaligen Torwartkollegen beim VfL Bochum, Andreas Luthe, gegründet hatte. Ihre Vision: ein vorurteilsfreies und wertschätzendes interkulturelles Zusammenleben.

Anfang Juni erhielt Jonas Ermes die nächste, noch bessere Nachricht: Die Jury der UEFA erkannte „In safe hands“ tatsächlich den mit 50.000 Euro dotierten Preis zu. Am Mittwoch erfolgte die offizielle Übergabe der Urkunde in der DFB-Zentrale in Frankfurt durch den DFB-Präsidenten Fritz Keller und den scheidenden Vorsitzenden der DFL-Stiftung, Stefan Kiefer. Die Stiftung unterstützt „in safe hands“ bereits seit 2016.

Andreas Luthe hätte auch gern an der Preisübergabe teilgenommen, doch vor dem letzten Bundesligaspieltag hatte Heiko Herrlich, Trainer des FC Augsburg, für den der Ex-Bochumer spielt, am Mittwoch Training angesetzt. In einer Videobotschaft schickte der Keeper des FCA, der im Rahmen des Projekts „Fremd wird Freund“ in Augsburg regelmäßig mit den Kindern und Jugendlichen auf dem Trainingsplatz steht, Grüße.

Nachdem es 2017 mit dem Peace and Sports Award in Monaco, wo „In safe hands“ zu den drei nominierten Organisationen zählte, noch nicht geklappt hatte, erfolgt nun die verdiente Ehrung für die Arbeit, die Jonas Ermes mit zwei weiteren fest angestellten Mitarbeitern, zwei Werkstudenten und einem 20-köpfigen Trainerstab in den vergangenen Jahren geleistet hat. „Das ist eine unfassbare Wertschätzung für uns und gibt uns in dieser Zeit finanzielle Sicherheit“, kommt Jonas Ermes der unverhoffte Geldsegen wie gerufen. „Damit können wir sicher stellen, dass unsere Arbeit weitergeht. Und wenn die Förderanträge, die wir gestellt haben, bewilligt werden, dann können wir weitere Trainerinnen und Trainer schulen.“ Ermes setzt darauf, weiterhin Mittel über die Postcode Lotterie zu erhalten, mit der „In safe hands“ seit einem Jahr kooperiert. Zurzeit wird außerdem eine Zusammenarbeit mit der Software AG-Stiftung angestrebt.

Zwar ist die Arbeit von „In safe hands“ weitgehend an die Fußballsaison, also von Juli bis Juni, gekoppelt, aber als Geschäftsjahr gilt das Kalenderjahr und in 2019 belief sich der Etat des Vereins bereits auf knapp 175.000 Euro. „2020 wollen wir noch größer werden und in unserem Projekt ,Bunter Ball’ die Zahl der betreuten Grundschulklassen verdoppeln. Dazu brauchen wir an den Standorten im Raum Bochum und Herne natürlich noch mehr Trainerinnen und Trainer. Dann wird unser Etat sicherlich auf über 220.000 Euro anwachsen.“

Während der Corona-Pandemie und der Schulschließung konnte „In safe hands“ nicht in die Klassen, entwickelte stattdessen das Online-Projekt „Zuhausezeit“ (wir berichteten). „Wir wachsen weiter. Der Bedarf ist gestiegen. Wir wollen weiter Kinder zusammenbringen und können das jetzt vorbereiten. Und wir wollen die Wirkung messen und darstellen, die wir mit unserer Arbeit erzielen“ erzählt Jonas Ermes. Bei dem Projekt „Bunter Ball“ handelt es sich um eine sportpädagogische AG an Bochumer Grundschulen. Gefördert werden sollen emotionale, soziale und interkulturelle Kompetenzen der Kinder, um antisozialen und diskriminierenden Verhaltensweisen vorzubeugen. Ab dem neuen Schuljahr wird das Projekt fünf Schulen und 13 Klassen pro Woche erreichen.

„Wir begleiten die Kinder vom ersten bis zum letzten Grundschultag über vier Jahre. 2022 läuft die erste Phase aus und auf der Basis der gemachten Erfahrungen wollen wir uns dann weiter vergrößern. Bochum und Herne sind also ein Pilotprojekt und wir können es uns auch vorstellen, das Projekt auf meine Heimatregion auszudehnen. Das würde ja auch über eine andere Organisation funktionieren, der wir unser Konzept an die Hand geben“, vergisst Ermes beim Ausbau seines mittlerweile zu einem kleinen Unternehmen angewachsenen Vereins seine Wurzeln im Sauerland nicht.

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