Fußball-Kreisliga A

Filippos Parlakoglou und der 9. Juni

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Der Präsident im Jahr 2013 beim Anstrich der neuen Vereinshütte am Honsel: Filippos Parlakoglou als Mann der Tat.

Lüdenscheid – Der 9. Juni ist für Filippos Parlakoglou ein ganz besonderes Datum. Denn im Jahr 2006 wurde er im zarten Alter von gerade einmal 25 Jahren an diesem Tag als Nachfolger von Kosta Nikolaou zum neuen Präsidenten des SV Hellas Lüdenscheid gewählt, am 9. Juni 2019 – also exakt 13 Jahre später – wird er im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Hellenen sein Amt zur Verfügung stellen.

„Der Verein liegt mir nachwievor am Herzen, ich werde den neuen Vorstand auch einarbeiten und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es ist aber an der Zeit, dass neue Leute das Ruder übernehmen, für frischen Wind sorgen und auch neue Ideen einbringen. Außerdem lässt mein neuer Job mir nicht mehr die Zeit, um das Amt so auszuführen, wie ich es mir vorstelle“, so der 38-Jährige, der seit November als Unternehmer in der hiesigen Gastronomie unterwegs ist. 

Seitdem hat er sich bei Hellas-Spielen auch immer rarer gemacht („Ich glaube, ich habe in der Rückrunde noch drei Spiele gesehen“), einen Zusammenhang, dass es seitdem mit der A-Liga-Mannschaft sportlich immer mehr bergab gegangen ist, was schließlich am Sonntag mit dem vorzeitigen Abstieg in die B-Liga seinen traurigen Höhepunkt fand, weist er indes entschieden von sich. „Wir vom Vorstand haben vor der Saison mit dem damaligen Trainer Niko Konstantinidis einen Kader zusammengestellt, der auf dem Papier vielversprechend aussah. Doch weder unter Niko noch später mit dem Duo Baris Moumin und Dino Minacapilli hat sich daraus eine funktionierende Mannschaft entwickelt. Es hat schlichtweg nicht gepasst. Ob ich nun permanent mit dabei bin oder nicht, spielt da überhaupt keine Rolle. Da muss sich ein Großteil der Spieler an die eigene Nase fassen.“ 

Dass es eine Flut von Abgängen geben wird, liegt für den Noch-Präsidenten auf der Hand: „Torjäger Stefanos Kafetzis geht zum VfB Altena, auch mit Spielern wie Dennis Strongface und Sebastian Klein rechne ich nicht mehr, kann mir auch kaum vorstellen, dass unser Spielertrainer-Duo weitermachen wird. Ich denke aber, dass viele Personalien erst entschieden werden, wenn der neue Vorstand bekannt ist und deutlich macht, in welche Richtung es künftig gehen soll.“ 

Filippos Parlakoglou als Gastronom: Die Zeit für den SV Hellas ist weniger geworden...

Und von Bord wird nicht nur der Präsident selbst gehen, auch Stelianos Palestidis (2. Vorsitzender), Roberto Inchingoli (Geschäftsführer) und Evangelos Milussis (Kassierer) stellen in gut zweieinhalb Wochen ihre Ämter zur Verfügung. „Natürlich haben wir in den letzten Wochen zahlreiche Gespräche geführt, um Nachfolger zu finden. Namen werde ich noch nicht nennen, aber es sieht gut aus, dass es eine komplette Vorstandsmannschaft geben wird“, zeigt sich Parlakoglou sehr zuversichtlich. Und damit beendet er auch alle Spekulationen, dass es nach dem Abstieg der 1. Mannschaft auch zu einem kompletten Verschwinden des Klubs von der Bildfläche kommen könnte: „Der Verein lebt weiter, wir werden definitiv mit einer Mannschaft in der Kreisliga B und einer in der C- oder D-Liga in die neue Saison gehen.“ 

Wobei die sportliche Ligazugehörigkeit für den 38-Jährigen auch nicht mehr Priorität besitzt. „Wir haben tolle Jahre in der Bezirksliga, 2004/05 gar eine Saison in der Landesliga gehabt. 2006 aber stand der Verein vor dem finanziellen Exitus, Bücher wurden nicht geführt, rund 9000 Euro mussten wir an Kreis, Verband und das Finanzamt in Raten abstottern. So etwas darf es nicht mehr geben. Aktuell steht der Verein finanziell so gut wie noch nie da, auch unsere Hütte am Honsel, die wir mit Hilfe von Sponsoren, angefangen bei der Sparkasse, errichtet haben, ist abbezahlt.

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