Jugendfußball

Juniorenkicker schließen sich in Westfalen wohl der Seniorenlösung an

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Auch in der neuen Saison wird es wohl ein Bezirksliga-D-Jugend-Derby zwischen RWL und dem SC Lüdenscheid geben - da es keine Absteiger geben soll, hält der SCL die Klasse.

Kreisgebiet – Im Jugendbereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) wird es in Sachen Saisonabschluss und -wertung eine ähnliche Lösung wie im Seniorenbereich geben. Die Beschlussvorlage des Verbandsjugendausschusses (VJA) für den für den 9. Juni geplanten außerordentlichen Verbandsjugendtag liegt den Delegierten seit Dienstag vor.

Darin folgt der VJA dem Wunsch der Klubs nach einem Saisonabbruch. Gemäß dem Vereinsvotum soll die Saison 2019/20 abgebrochen und gewertet werden. „Wir sind dem eindeutigen Votum der FLVW-Vereine dankbar, denn dies war ein klarer Auftrag für den Verbandsjugendausschuss und die 29 Kreisjugendausschüsse“, sagt Holger Bellinghoff, FLVW-Vizepräsident Jugend. 

Sportliche Absteiger soll es auch in den Jugendspielklassen nicht geben. Mannschaften, die vor der Einstellung des Spielbetriebes am 13. März zurückgezogen worden waren, bleiben aber Absteiger. Ungleich komplexer sind auch aufgrund einiger Besonderheiten in der Spielklassenstruktur die Aufstiegsregelungen. Das betrifft bei den A- und B-Junioren den Aufstieg von der Westfalen- in die Bundesliga und bei den C-Junioren und den B-Juniorinnen den Übergang in die Regionalliga. In den genannten Fällen sind nämlich der DFB bzw. der Westdeutsche Fußball-Verband (WDFV) für die jeweiligen Ligen zuständig. 

Und welche Aufstiegsregelungen dort getroffen werden, ist noch offen. Grundsätzlich aber wird für die Ermittlung von Aufsteigern die Quotientenberechnung (erzielte Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele) herangezogen, bei Gleichheit gilt hier bis auf die dritte Nachkommastelle der Schnitt der erzielten Tore. Welche Spiele in die Berechnung mit einfließen, ist abhängig vom jeweiligen Spielsystem: Insbesondere ist zwischen „klassischem“ Auf- und Abstieg mit Hin- und Rückrunde und zweigeteilter Saison beispielsweise mit Qualifikations-/Findungsrunden und einer Meisterrunde zu unterscheiden. Bei der klassischen Spielrunde werden alle ausgetragenen Spiele in die Berechnung einbezogen. In den überkreislichen Spielklassen gibt es für die Herbstmeister nach Quotientenregelung eine Härtefallregelung. Ausgenommen davon ist der mögliche Aufstieg in DFB- oder WDFV-Spielklassen. 

Die Aufstiegsrunden nach Saisonende entfallen diesmal

Auf Kreisebene werden bei einer zweigeteilten Saison grundsätzlich die Spiele der Qualifikationsrunde staffelübergreifend gewertet. „Eine Vermischung von Qualifikationsrunden und Meisterrunden ist im Regelfall nicht zielführend, da oftmals Mannschaften der Meisterrunden noch gar kein Spiel dieser Runde ausgetragen haben“, erläutert VJA-Vorsitzender Harald Ollech den Sonderfall. Ziel sei „eine möglichst einheitliche Regelung für alle Kreise“. Die Aufstiegsrunden im A-, B- und C-Jugendbereich, die sonst im Anschluss an die Punkterunde ausgetragen werden, entfallen natürlich. Stattdessen kann jeder Kreis einen Direktaufsteiger zur Bezirksliga melden. 

„Die Ermittlung der Aufsteiger erfolgt durch die Quotientenberechnung und unter Berücksichtigung des Spielsystems durch den jeweiligen Kreijugendausschuss“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung des FLVW. Im Spielbetrieb bis E-Junioren und bis C-Juniorinnen gibt es im Regelfall bekanntlich keine Auf- und Abstiegsregelung. Deshalb empfehlen die Verbandsverantwortlichen den Kreisjugendausschüssen eine Neuplanung der Saison 2020/2021 „auf Grundlage bisheriger Praxis“. „Mit Verkündung des Abstimmungsergebnisses am 9. Juni 2020 erhoffen wir uns und insbesondere unseren Vereinen Planungssicherheit für die Saison 2020/21“, betont Holger Bellinghoff abschließend.

Kreis Lüdenscheid: KSC A, Grünenbaum/Stöcken B und LTV 61 C hoch

Mit dem Titel des Kreismeisters werden sich die heimischen A-Liga-Tabellenführer im A-, B- und C-Jugendbereich zwar nicht schmücken dürfen, dafür bleibt ihnen die potenzielle Stolperfalle der Aufstiegsrunde erspart. Auf Bezirksliga-Fußball im Nachwuchsbereich dürfen sich für die kommende Saison der Kiersper SC (A-Junioren), die JSG Grünenbaum/Stöcken (B-Junioren) und der LTV 61 (C-Junioren) freuen. In die Röhre schaut der RSV Meinerzhagen als Halbzeit-Primus der C-Junioren-Kreisliga A. „Gerade aufgrund der unterschiedlichen Spielsysteme ist eine zusätzliche Härtefallregelung für Herbstmeister und den Aufstieg in die Bezirksligen nicht möglich“, betont Stefan Korweslühr, Koordinator Spielbetrieb im Verbands-Jugend-Ausschuss. Im Klartext: Allein schon direkte Aufstieg stellt bereits eine absolute Ausnahmeregelung im Jugendspielbetrieb des FLVW dar.

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