Die Weichen sind längst gestellt

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Zweikampfstärke und eine hervorragende Spielübersicht zeichnen Florent Zejnullahu seit Jahren aus. In dieser Szene grätscht der 31-Jährige dem Altenaer Oliver Bank die Kugel vom Fuß.

Plettenberg - Seit diesem Sommer ist Florent Zejnullahu zurück im Lennestadion. An der Seite von Cheftrainer Domenico Musella trägt der 31-Jährige als spielender Co-Trainer beim Staffel-5-Bezirksligisten TuS Plettenberg Verantwortung. „Sportlich ist das eine neue Herausforderung, auf die ich richtig Bock habe“, sagt Florent Zejnullahu, der im Juniorenbereich unter anderem beim VfL Bochum exzellent ausgebildet wurde und seine ersten drei Spielzeiten im Seniorenbereich beim TuS Plettenberg verbrachte, bei dem er nun in neuer Rolle vorangehen möchte – auf und abseits des Platzes.

„Den Weg, den wir beim TuS jetzt gehen wollen, finde ich interessant. Das hat seinen Reiz. Im Winter und jetzt im Sommer wurden einige Spieler geholt, die richtig Qualität mitbringen. Ich traue unserer Truppe eine gute Rolle in der Liga zu. Aber so viele neue Spieler zu einer eingespielten Mannschaft zu formen, das braucht auch Zeit“, sagt Florent Zejnullahu, der nach seiner aktiven Laufbahn als Trainer seine Erfahrung weitergeben möchte. Die Rolle als kickender „Co“ ist gewissermaßen ein Einstieg ins Trainergeschäft, das auch seine älteren Brüder Fitim (37) und Fisnik (33) für sich entdeckt haben.

Fitim Zejnullahu hat bereits an mehreren Stationen als Cheftrainer gearbeitet und coachte zuletzt den Landesligisten FSV Werdohl. Fisnik Zejnullahu hingegen beendete in diesem Sommer seine erfolgreiche aktive Laufbahn und ist neuer „Co“ von Mutlu Demir beim Oberligisten RSV Meinerzhagen, für den er von 2015 bis 2020 die Schuhe geschnürt hatte. „Wir sehen uns jede Woche. Die Familie ist uns sehr, sehr wichtig“, sagt Florent Zejnullahu, der zum ersten Testspiel der Plettenberger am vergangenen Sonntag beim VfB Altena von seiner Familie begleitet wurde. Wie so oft in den vergangenen Jahren. Neben seinen älteren Brüdern und seinem Vater war auch seine Frau Svetlana im Reineckestadion dabei.

„Meine Frau und ich haben drei Kinder. Sie hält mir den Rücken frei, ansonsten könnte ich nicht so oft in der Woche auf dem Platz stehen. Dafür bin ich ihr sehr, sehr dankbar“, sagt der 31-Jährige. Florent Zejnullahu ist stolzer Vater von zwei Mädchen und einem Jungen, der natürlich auch schon begeisterter Fußballer ist. Der sechsjährige Luan spielt beim TuS Neuenrade in der F-Jugend, die von Papa Florent trainiert wird. Zuvor hatte der 31-Jährige, der mit seiner Familie in Neuenrade lebt, schon die „Minis“ der Hönnestädter trainiert. Trotz des immensen zeitlichen Aufwands neben Beruf und Familie möchte Florent Zejnullahu den Fußball-Nachwuchs altersgerecht fördern, weil er selbst weiß, wie wertvoll eine gute fußballerische Ausbildung neben der sozialen Komponente sein kann.

Der kopfballstarke Innenverteidiger, zu dessen Stärken auch Spielaufbau und Spielübersicht zählen, galt früh als Talent. Als C-Jugendlicher wechselte er von Rot-Weiß Lüdenscheid zum VfL Bochum, wo er als B-Jugendlicher in der höchsten deutschen Spielklasse kickte. Bei den SF Oestrich-Iserlohn ging er anschließend als Führungsspieler in der A-Junioren-Westfalenliga voran und folgte dann im Seniorenbereich dem Lockruf des damaligen Landesligisten TuS Plettenberg, für den er unter den Trainern Irfan Buz, Tobias Wolfsheimer und Niko Douros drei Jahre spielte. Danach folgten die Stationen TuS Neuenrade, VfB Altena, FSV Werdohl, erneut VfB Altena und schließlich von 2016 bis 2020 der SSV Küntrop.

Beim SSV war Zejnullahu drei Jahre Kapitän, in seiner letzten Saison an der Dinneike dann kickender „Co“ von Trainer Giuseppe Ventimiglia. „Es war eine richtig schöne Zeit in Küntrop. Die Jungs, das Umfeld – es war einfach super. Es war auch mein bislang emotionalster Abschied“, blickt Florent Zejnullahu gerne zurück auf die Zeit bei den Rot-Weißen, obwohl es in diesen vier Jahren auch einen herben Rückschlag gegeben hatte. Einem Kreuzbandriss im Jahr 2018 folgte eine komplizierte Verletzung am Meniskus. „Ich hatte innerhalb von 14 Monaten zwei Knie-OPs“, sagt Florent Zejnullahu. Doch er hing die Fußballschuhe nicht an den Nagel, kämpfte sich ehrgeizig zurück und war beim SSV schließlich wieder das, was er nun auch beim TuS Plettenberg sein möchte – ein Führungsspieler mit Verantwortung.

Die C-Lizenz hat der 31-Jährige bereits in der Tasche, den B-Lizenz-Eignungstest hat er bestanden. „Nächstes Jahr mache ich dann die B-Lizenz“, betont Florent Zejnullahu, der die Weichen für die Zeit nach der aktiven Laufbahn gestellt hat. Der Tag, an dem er als Cheftrainer an der Seitenlinie steht, wird kommen. Irgendwann. Jetzt aber gilt die volle Aufmerksamkeit der Rolle als kickender „Co“ beim TuS Plettenberg.

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