Griechischer Neuanfang mit einem Trainer-Debüt

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Viele neue Gesichter beim SV Hellas: (hinten von links) Theo Karantonas, Thomas Samaras, Savas Salpikidis, Trainer Niko Lagoudakis, Kosta Tzokas, André Turner und Spielertrainer Timo Maehne sowie (vorne von links) Georgios Kiriakidis, Roman Plasa und Mussie Kidane. Beim Auftakt fehlten Pino Sacco und Milan Uzelac.

Lüdenscheid -  Der Termin erweist sich als Glücksgriff. In einer wettertechnisch sehr durchwachsenen Sommerwoche hat sich der SV Hellas einen wunderschönen Sommerabend ausgesucht für seinen Trainingsauftakt, vielleicht den einzigen...

Die Neuen

Fünf neue Spieler hatte der SV Hellas nach Schluss der Wechselbörse vorgestellt: Die erfahrenen Kicker Pino Sacco (zuletzt inaktiv) und Milan Uzelac (Azzurri Schalksmühle) ebenso wie André Turner und Georgios Kiriakidis vom Post SV Lüdenscheid sowie A-Junior Theo Karantonas vom TuS Plettenberg. Am Montag wurde das Aufgebot der Neuen erheblich erweitert: Thomas Samaras kommt ebenso wie Mussie Kidane von RW Lüdenscheid, die Post-Fraktion wurde um Kosta Tzokas, Savas Salpikidis und Roman Plasa erweitert. Rechnet man Maehne selbst ebenfalls zu den neuen Spielern – dann hat der SV Hellas in der Tat eine „neue Elf".

 

Die Vorbereitung

Zweimal die Woche wird zunächst trainiert, dazu kommen Testspiele. Die Gegner: RSV Meinerzhagen (A, 20. Juli), SC LWL 05 (A, 22. Juli), SC Lüdenscheid (Honsel-Cup, 27. Juli), LTV 61 II (Honsel-Cup, 30. Juli), SSV Lüdenscheid (Honsel-Cup, 1. August), mögliches Platzierungsspiel (Honsel-Cup, 3. August) und FSV Werdohl II (H, 6. August).

Von Thomas Machatzke 

Timo Maehne ist einer der ersten, die am Nattenberg eintreffen. Der Nattenberg ist lange seine sportliche Heimat gewesen. Sechs Jahre lang hat er hier für Rot-Weiß gekickt. Nun ist er sportlich am Honsel aufgeschlagen. Der erste Arbeitstag aber – er findet für Maehne der Ferienzeit geschuldet am Nattenberg statt. „Ich sehe es als Chance“, sagt der 32-Jährige. Er hat drei Jahre höherklassig für den VfB Altena gespielt, dann lange für Rot-Weiß und fast ebenso lange für den SC Lüdenscheid. Er ist immer ein guter Zocker gewesen. Trainer – das ist Neuland. Wobei Trainer nicht der korrekte Begriff ist. Maehne ist der Spielertrainer, sein Back-up im Trainerstab bleibt Niko Lagoudakis. Aber Maehne – so viel ist klar – wird den Hut aufhaben, auch wenn er auf jeden Fall noch spielen will.

Eine neue Philosophie am Honsel

„Wir wollen etwas Neues aufbauen“, sagt er an seinem ersten Arbeitstag, „nach einem Abstieg muss man neue Ideen, eine neue Philosophie entwickeln. Als erstes wollen wir eine Mannschaft formen, die sich untereinander versteht und gerne zum Training kommt.“ Maehne überlegt. Dann sagt er mit Blick auf das beim SV Hellas Gewesene: „Wenn der Erfolg nicht da ist, ist das natürlich schwierig.“

In der alten Saison in der Bezirksliga war das ja so gewesen. Am Ende hatte das Team drei Trainer gehabt, aber auf der Zielgeraden keine Mannschaft mehr. Abmeldung. Unrühmliches Ende einer Epoche. Mehr als ein Jahrzehnt gehörte der SV Hellas überkreislich zum Inventar. Darauf ist man mächtig stolz. Nun geht der Blick nach vorne. „Es ist im Moment schwierig, neue Spieler zu überzeugen, dass Hellas der richtige Verein ist“, sagt Maehne, „mittelfristig wird uns das aber gelingen. Wir wollen auf junge Spieler setzen, die motiviert sind und sich weiterentwickeln wollen.“

Sacco und Uzelac als Säulen des Teams

Der Auftakt ist dabei ein Mutmacher. Nach Schluss der Wechselbörse hat der A-Ligist fünf Zugänge offiziell vorgestellt, beim ersten Training sind es zehn (siehe Info-Kasten). Dabei fehlen sogar zwei als Eckpfeiler eingeplante Kicker: Pino Sacco und Milan Uzelac. Beide müssen an diesem Abend arbeiten. Sei’s drum: Maehne ist trotzdem froh, mit ihnen planen zu können. Mit Sacco hat er in Altena zusammengespielt. Der Italiener ist 36 Jahre alt und war zuletzt inaktiv. „Macht nichts“, sagt Maehne, „er ist ein absoluter Teamplayer. Und er hat mehr als ein Jahrzehnt lang immer den richtigen Riecher gehabt, wo der Ball hinfällt. Das reicht noch für die A-Liga.“

Uzelac nennt Maehne den „besten Linksfuss Lüdenscheids“. Auch für seine Verpflichtung hat er sich stark gemacht – auch wenn Uzelac als schwierig gilt. Und dann hat er noch einen Wunschspieler bekommen: Theo Karantonas aus der Plettenberger A-Jugend. Er soll der zentrale Sturmtank werden.

In Gedanken wächst die Mannschaft. Ganz ohne Druck. „Wir wollen uns in der Liga akklimatisieren“, sagt Maehne, „es geht ums Etablieren. Favorit sind die anderen.“ Dann sind es genug der Worte. Es geht an die Arbeit auf dem Kunstrasen am Nattenberg. Dort, wo Maehne lange selbst auf Naturrasen trainiert hat. „Das war immer was Besonderes“, erzählt er an seinem ersten Tag als Trainer. Er denkt gerne daran zurück an diese Zeit – und nun hat er diese große Aufgabe: Etwas Neues zu schaffen, an das sich irgendwann seine ersten Schützlinge auch gerne zurückerinnern werden. Nicht mehr und nicht weniger.

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