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Freude und Enttäuschung halten sich die Waage

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Von: Michael Schneider, Thomas Busch, Michael Jeide

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Eine der wenigen Chancen der FSV vergibt hier Ufuk Öztürk. TuS-Kapitän Kosta Papadopoulos (rechts) kann nicht mehr eingreifen.
Eine der wenigen Chancen der FSV vergibt hier Ufuk Öztürk. TuS-Kapitän Kosta Papadopoulos (rechts) kann nicht mehr eingreifen. © Jeide, Michael

Am 1. Rückrundenspieltag hielten sich Freude und Enttäuschung bei den Fußball-Bezirksligisten aus dem Fußballkreis Lüdenscheid die Waage. 

Märkischer Kreis - Während sich der TuS Plettenberg im Lenne-Derby der Staffel 5 mit einem 1:0-Sieg bei der FSV Werdohl für das 0:2 aus dem Hinspiel revanchierte, kassierte Aufsteiger RSV Meinerzhagen II eine unerwartete 0:1-Heimniederlage gegen Abstiegskandidat SG Mudersbach/Brachbach. Für eine faustdicke Überraschung sorgte in der Gruppe 6 der TuS Ennepe mit dem 2:1-Erfolg gegen Spitzenreiter VfB Westhofen. – Die Spiele im Einzelnen:

Bezirksliga 5: FSV Werdohl – TuS Plettenberg 0:1 (0:1): „Ein verdienter Sieg. Wir haben den Matchplan optimal umgesetzt und unser Spiel durchgezogen“, war der jüngere der beiden Zejnullahu-Brüder auf dem Trainerstuhl, Florent, nach dem fünften Dreier aus den letzten sieben Spielen für den TuS entsprechend zufrieden. Die Bilanz ist ausgeglichen, der Abstand nach unten groß. Angefressen war indes der ältere Zejnullahu-Bruder, Fitim, nach der dritten Heimniederlage in Serie ohne eigenes Tor. Seine Unzufriedenheit richtete sich nicht gegen die stark ersatzgeschwächte FSV, die „bis zum Ende das Beste aus der Situation gemacht“ habe, sondern gegen Schiedsrichter Fatih Tekir aus Herscheid. „Er hat maximal unglücklich gepfiffen, bei 50:50-Entscheidungen immer gegen uns“, sagte der FSV-Trainer, der dies gegenüber dem Referee auch nach dem Abpfiff kundtat, ihn dabei aber an der Hand gezogen haben soll und deshalb die Rote Karte gezeigt bekam.

Überraschend doch mit Franz, Öztürk und Falk Fischer begann die FSV, hatte durch De Luca (7.), dessen Abschluss knapp links am Tor vorbeiflog, auch die erste hochkarätige Chance. Danach übernahm der TuS die Initiative, zog sich Werdohl zurück und wartete auf Fehler – vergeblich, sieht man von einem Öztürk-Schuss (26.) ab. Vier Minuten später fiel das Tor des Tages: Stiber passte steil zu Schlotmann, der Grete keine Abwehrchance ließ. Bektas hätte erhöhen können, scheiterte nach einer Sarris-Flanke aber an Grete (34.) und wurde in Minute 36 auf dem Weg zum Tor von Matoshi zu Fall gebracht. Hier reklamierte der TuS vergebens einen Strafstoß.

Zur zweiten Hälfte kam Falk Fischer nicht mehr zurück, seine Leistenverletzung machte sich wieder bemerkbar. Nun wurde es hektisch mit Geschrei, einer Rudelbildung und mehreren Gelben Karten, doch meist hatte man sich schnell wieder lieb. „Kindergarten“, bewertete Fitim Zejnullahu das Geschehen und sah in der Werdohler Elf „zu viele Spieler, die seit Wochen nichts gemacht haben“. Die langen, an De Luca adressierten Bälle, brachten nicht den gewünschten Ertrag, derweil es der TuS versäumte, durch Akdeniz (54./Pfosten), Stiber (66.) und Bektas (67.) das zweite Tor nachzulegen. So musste Wagner (68./77.) gleich zweimal gegen De Luca retten und reklamierte die FSV vergebens einen Strafstoß, als Belkaious zu Boden ging (78.).

RSV Meinerzhagen II – SG Mudersbach/Brachbach 0:1 (0:0): Mit einer aufgrund der unterirdisch schlechten Darbietung nach dem Seitenwechsel absolut verdienten Niederlage hat sich die RSV-Reserve in die Winterpause verabschiedet.

Schon im ersten Durchgang vermochten die Meinerzhagener nicht an die Leistung des erfolgreichen Ottfingen-Spiels anzuknüpfen. Doch zumindest lieferten sich der Aufsteiger und der Tabellenvorletzte aus Rheinland-Pfalz zunächst noch ein Duell auf Augenhöhe, in dessen Verlauf beide Parteien bei ein, zwei Halbchancen kurzzeitig an der Führung rochen. Ging das torlose Halbzeit-Remis in Ordnung, so nahm die Partie in Hälfte zwei eine für den RSV II unschöne Wendung, die er sich selbst ankreiden musste. Kurz gesagt: Nachdem Kai Pfeifer in der 49. Minute zum 1:0 für die Gäste getroffen hatte, ging beim Team des schon vor der Pause verletzt ausgeschiedenen Spielertrainers Yasin Aktas gar nichts mehr.

Mudersbach übernahm nun das Kommando, derweil die Volmestädter in der Vorwärtsbewegung nur noch Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe aneinanderreihten. Dass das Spiel vom Ergebnis her trotzdem bis zum Ende offen blieb, war der schlechten Chancenverwertung der SG geschuldet: Unter anderem ein Lattentreffer (Heidrich, 80.) sowie mehrere Paraden von Keeper Ropte hielten den RSV II nominell im Spiel, obwohl ihn von einem eigenen Torerfolg gefühlt Lichtjahre trennten.

Bezirksliga 6: TuS Ennepe – VfB Westhofen 2:1 (0:1): Völlig verdientermaßen fügten die Schwenker dem Spitzenreiter die dritte Saisonniederlage zu und sammelten im Abstiegskampf drei womöglich noch ganz wichtige, weil nicht eingeplante Punkte.

Zunächst gab’s für den TuS Anschauungsunterricht in Sachen Laufwege und Kombinationsfußball, und folgerichtig gelang Emre In nach einem schnörkellosen Spielzug aus Mittelstürmerposition das 0:1. Fast über die gesamte erste Hälfte zeigte sich der Primus überlegen und hätte durch Kakoulidis in der 26. Minute erhöhen müssen, doch Ennepes Torwart Winter verkürzte geschickt den Winkel und parierte auch weitere Versuche des Torschützen In.

Nach der Pause waren die Enneper präsenter. Robin Haufer verzog aus 16 Metern (48.), Brandt scheiterte mit einem Distanzschuss an Torwart Caruso (60.) und danach am Lattenkreuz (62.). Die Gäste hatten jegliche Souveränität des ersten Durchgangs verloren, der 1:1-Ausgleich durch Marvin Zedels Schuss von der Strafraumgrenze war hochverdient, obwohl er durch die Carusos Mithilfe begünstigt wurde, der den Ball durch die Arme gleiten ließ (70.). Der Gästetorwart war auch beim Enneper Siegtor einer der Hauptdarsteller: Sein missratener Abschlag landete bei Julian Ober, und der vollstreckte sicher zum 2:1 (76.). Danach verpasste der TuS bei Kontern das dritte Tor, doch neun Minuten nach Wiebes Rettungstat auf der Torlinie (88.) folgte dann erleichterter Jubel.

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