Frauen-Nationalteam in Hellersen

Die Rio-Reise und Prävention im Fokus

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Fürs Belastungs-EKG aufs Ergometer: Saskia Bartusiak, Weltmeisterin von 2007, beim sportmedizinischen Check in Hellersen mit Dr. Ulrich Schneider, Chefarzt der Sportmedizin.

Lüdenscheid - Es ist inzwischen eine schöne Gewohnheit: Einmal im Jahr besuchen die Fußballerinnen der deutschen Nationalmannschaft zum sportmedizinischen Check die Abteilung Sportmedizin in der Sportklinik in Hellersen.

Seit Montag laufen die Untersuchungen zum Start ins Olympiajahr 2016, noch bis zum Freitag erwartet Dr. Ulrich Schneider, seit einem Jahr Chef der Sportmedizin im Lüdenscheider Süden, in Summe mehr als 30 Spielerinnen aus dem Kader von Nationaltrainerin Silvia Neid.

Schneider ist von Anfang an dabei, was diese Untersuchungen betrifft. Seit den Jahren um die Jahrtausendwende ist Hellersen der Ort, den die Fußballerinnen aus der ganzen Republik ansteuern. Natürlich auch deshalb, weil mit Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt des Fachbereichs Schulter- & Ellenbogenchirurgie/Sporttraumatologie/Kniechirurgie, der Teamarzt der Nationalmannschaft aus Hellersen kommt. Mit Carsten Lueg betreute zuletzt zudem ein zweiter Arzt aus Hellersen das Team bei der Weltmeisterschaft in Kanada, bei der die Mannschaft nach gutem Start am Ende den vierten Platz belegte.

In diesem Jahr nun steht ein anderes großes Ziel, die Olympischen Spiele in Rio, für Dzsenifer Marozsán, Anja Mittag & Co auf dem Programm. Das spielt natürlich auch beim Routinecheck im Lüdenscheider Süden eine nicht unwichtige Rolle. „Die Planungen für Rio sind schon lange im Gange“, sagt Schneider, „so muss auch alles medizinisch vorbereitet werden, was mit Fernreisen zu tun hat. Wir führen die Impfungen nicht selbst durch, bereiten alles aber langfristig vor.“

Eine andere Aufgabe der rund zweistündigen Sporttauglichkeits-Untersuchung im Sportkrankenhaus, bei der die Fußballerinnen als Kern des Checks fürs Belastungs-EKG aufs Ergometer steigen, ist es, etwaige Probleme zu finden, auf die man beim Turnier in Brasilien achten muss. Und damit nicht genug. „Vieles muss sich natürlich auch im präventiven Bereich abspielen“, sagt Dr. Ulrich Schneider, „wir versuchen auch, Defizite herauszuarbeiten, damit man daran dann auch anknüpfen kann.“

Sieben Spielerinnen pro Tag im Schnitt zu Gast

Im Schnitt sieben Fußballerinnen pro Tag kommen in dieser Woche täglich. In Hellersen sind inklusive Sekretariat sechs Personen mit den Untersuchungen befasst. Neben Schneider ist als zweiter Arzt Dr. Theo Steinacker dabei, der den Orthopädischen Bereich abdeckt. Recht unkompliziert verläuft die Koordination dieser Besuche. Am Mittwoch waren die Nationalspielerinnen des 1. FFC Frankfurt gemeinsam ins winterliche Sauerland gekommen. „Es kommt natürlich auch darauf an, welcher Verein an welchem Tag die Spielerinnen am besten entbehren kann, wann kein Trainingstag ist“, sagt Schneider, „das läuft aber problemlos.“

Vieles ist in Hellersen im Umgang mit den besten Kickerinnen des Landes zur Routine geworden, und doch bleibt es für Ulrich Schneider und sein Team immer noch eine große Freude, einmal im Jahr dieses sportliche Aushängeschild der Nation in Lüdenscheid begrüßen zu können.

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