Erst kam Corona, dann die FSV

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Dennis Rattelsberger hatte beim SSV Küntrop „zwei wundervolle Jahre“ und verteidigte mit den Rot-Weißen im Sommer 2019 den Neuenrader Bürgermeisterpokal. Der 35-Jährige setzt seine Laufbahn nun doch fort und kehrt zur FSV Werdohl zurück.

Werdohl - Das Auswärtsspiel des Arnsberger A-Kreisligisten SSV Küntrop bei der Reserve des TuS Sundern hätte am 24. Mai eigentlich das letzte Punktspiel seiner erfolgreichen Laufbahn sein sollen. Eigentlich. Doch dann kam Corona und brachte die gesamte Sportwelt Mitte März vorerst zum Erliegen. Die Saison 19/20 der Amateurkicker wurde abgebrochen – und Dennis Rattelsberger schien sein letztes Punktspiel unwissentlich bereits am 8. März beim 3:0-Heimsieg der Küntroper gegen die SG Herdringen/Müschede absolviert zu haben. Doch auch dabei blieb es nicht. Der erfahrene Innenverteidiger hängt überraschend noch eine Saison dran – und zwar bei „seiner“ FSV Werdohl. In der Landesliga.

Dass sich die FSV in einer sportlich schwierigen Situation befunden hat, das ist Dennis Rattelsberger in den vergangenen Monaten nicht entgangen. Der Kontakt zum Riesei ist nach seinem Wechsel von der FSV zum SSV Küntrop im Sommer 2018 schließlich nie abgerissen, im großen Altherrenbereich der Werdohler wollte „Ratte“ auch in Zukunft noch gelegentlich gegen den Ball treten. „Über die Altherren-Gruppe hat mich auch der Hilferuf des Vorstands erreicht“, sagt der 35-jährige Familienvater, der bei der FSV bis 2018 eine überaus erfolgreiche Zeit, mit Unterbrechungen elf Jahre für die Werdohler die Fußballschuhe geschnürt und am Riesei stets zu den Führungsspielern gezählt hatte.

Zusammen mit seinem besten Freund Matthias Voß, der seine Laufbahn in der Saison 19/20 ebenfalls in Küntrop beenden wollte, entschied sich Rattelsberger vor einigen Wochen, den FSV-Verantwortlichen unter die Arme zu greifen. Gemeinsam mit Carsten Minker, Rüyan Oruc, Dean Stange, Thomas Sachsenröder und eben Matthias Voß trieb „Ratte“ die lange Zeit auf Eis gelegene und deswegen überaus schwierige Kaderplanung voran. Inzwischen hat der FSV-Kader für die neue Landesliga-Spielzeit ein Gesicht bekommen – und unter den Neuzugängen befinden sich nun auch offiziell Dennis Rattelsberger und der 32-jährige Matthias Voß. „Wir stellen uns noch einmal in den Dienst der FSV und greifen noch einmal an“, betont Dennis Rattelsberger, der mit seinen 35 Lenzen also demnächst wieder um Landesliga-Punkte kicken wird.

„Ich habe natürlich mit meiner Frau darüber gesprochen. Und sie gibt mir volle Rückendeckung“, sagt der kopfballstarke Defensivspezialist, der das neue und recht junge Team der FSV, das von Trainer-Rückkehrer Manuel Sander gecoacht wird, mit seiner Erfahrung führen soll. „Die Personalie ‘Manni’ Sander war ganz klar einer der Beweggründe, warum ich noch einmal angreifen werde. Mit ‘Manni’ hatte ich eine erfolgreiche und schöne Zeit bei der FSV“, so Rattelsberger, der sich während der Pandemie mit Läufen und Radtouren fitgehalten hat und nun auch große Lust verspürt, wieder auf den Riesei-Kunstrasen zurückzukehren. „Ich habe da jetzt auch wirklich Bock drauf und möchte als alter Hase den Jungs helfen“, betont Rattelsberger, der sich über die Schwere der Aufgabe bewusst ist: „Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Ganz klar.“

Bei aller Vorfreude auf die letztlich doch überraschende Fortsetzung seiner Laufbahn am Riesei blickt Dennis Rattelsberger aber auch mit einem weinenden Auge zurück auf die zwei Spielzeiten beim SSV, von denen die zweite Serie wegen der Pandemie ja so abrupt endete. „Ich hatte in Küntrop zwei wundervolle Jahre. Ich bin dem Vorstand, dem Umfeld und natürlich der Mannschaft sehr, sehr dankbar. Es war eine richtig tolle Zeit beim SSV, bei dem ich rundum zufrieden gewesen bin“, betont der 35-Jährige, der bei den Rot-Weißen definitiv Freunde dazugewonnen hat. Nun kehrt er zu alten Freunden bei der FSV zurück – verbunden mit der Hoffnung, seine Laufbahn am Riesei mit einem Erfolg beenden zu können. Mit dem Klassenerhalt.

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