Bulut hofft auf einen Platz im Kader des VfL Bochum

Der Werdohler Jung-Profi Onur Bulut hofft, dass ihn VfL-Trainer Peter Neurer in seinen Zweitliga-Kader beruft. Vielleicht klappt es schon zum Saisonstart am Sonntag in Berlin.

WERDOHL - Während die Amateurfußballer gerade am Anfang einer Schweiß treibenden Vorbereitung stehen, hat Onur Bulut seine Intensiveinheiten für diesen Sommer mit dem Profikader des VfL Bochum bereits hinter sich – im Trainingslager in Willingen und zahlreichen Testspielen, unter anderen gegen Odense BK, Bayer 04 Leverkusen, Twente Enschede und zuletzt am Sonntag gegen Premier League-Club Aston Villa. Am Sonntag beginnt nun für die Elf von Peter Neururer mit dem Spiel beim Geheimfavoriten Union Berlin die neue Zweitliga-Saison. Und der 19-jährige Werdohler hofft, dann „mit im Stadion in Berlin“ zu sein, „am besten auf dem Platz“.

Zum zweiten Mal hat Onur Bulut, der bis zum nächsten Sommer beim VfL unter Vertrag steht, die Vorbereitung als Spieler des Profikaders absolviert. Im vergangenen Jahr ging es für den Youngster, der als C-Jugendlicher zu den Blau-Weißen an die Castroper Straße gewechselt war, anschließend vor dem zweiten Trainingslager zur U 23-Mannschaft in die Regionalliga West. „Es war sehr positiv für mich, dass ich da mitspielen durfte“, sagt Onur Bulut im Nachhinein und fügt hinzu: „In dem Jahr bin ich viel reifer geworden, was sich auch jetzt in der Vorbereitung einfach gezeigt hat.“ Denn die vergangenen Wochen sind für den jungen Deutschen mit der Rückennummer 25 sehr gut gelaufen.

„Von den Spielanteilen her ist es gleich geblieben“, erzählt der 1,82 Meter große Allrounder, aber die Perspektive in diesem Sommer ist eine andere. Überwiegend kam er auf der zentralen Position zum Einsatz – mal als einer von zwei Sechsern, mal allein. „Einmal habe ich auch Rechtsverteidiger gespielt. Der Trainer weiß, dass ich vielseitig bin. Das ist ein großer Vorteil“, sagt Bulut, der bereits sechs Länderspiele für die U19 der Türkei bestritten hat. „Kurz vor dem Spiel gegen Aston Villa hat der Trainer dann jedem einzelnen Spieler ein Feedback gegeben“, erzählt der Youngster, und das Urteil von Peter Neururer – „ein unglaublich cooler Typ“ – vernahm er nur allzu gern: „Er hat gesagt, dass ich mit die größte Überraschung der Vorbereitung gewesen bin, im positiven Sinne natürlich.“ Wenn er so weiter mache, sei er nah dran.

Eine Chance, die sich der Werdohler nicht verbauen will. Und so hat er seinen Einsatz bei der U19-Europameisterschaft abgesagt, bei der die Türkei ab morgen in Litauen in der Vorrunde auf Frankreich, Georgien und Serbien trifft. „Klar wäre das ein schönes Ereignis gewesen, aber der Verein hat klare Priorität“, meint Bulut. Schwer ist ihm diese Entscheidung allerdings nicht gefallen, denn zu groß ist die Hoffnung und der Ehrgeiz, in dieser Saison den ersten Zweitliga-Einsatz seiner Karriere zu feiern. Dass die „alten Hasen“ ihm sehr helfen, sei klar. „Aber wenn es auf den Platz geht, geht es für jeden um das eigene Brot. Jeder muss sein Geld verdienen“, weiß Bulut, dass er bei den Kollegen keinen „Welpenschutz“ genießt, wenn es um die Plätze im Kader geht.

Am Freitag oder Samstag wollen die Trainer das Geheimnis lüften, welche 18 Mann am Samstag mit zum Spiel in die Hauptstadt fahren. „Ich bin auf jeden Fall angespannt. Es wäre ein tolles Ereignis, wenn ich zum ersten Spiel im 18er-Kader stehen würde. Vielleicht klappt es dann ja sogar, dass ich noch für 20 oder 30 Minuten reinkommen. Dann hätte ich endlich mein Debüt.“ Und wenn nicht? Weiterarbeiten und auf seine Chance warten.

von Stefan Herholz

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