Kooperation als Gewinn für beide Partner

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Die Vertreter von RW Lüdenscheid und dem VfL Bochum unterschrieben am Freitagmorgen den neuen Kooperationsvertrag.

Bochum – Die Fußballer von Rot-Weiß Lüdenscheid gehen für die Zukunft neue Wege. Am Freitagvormittag unterzeichneten Alexander Richter, Cheftrainer und Leiter des VfL-Nachwuchsleistungszentrums, und Stefan Grappendorf, Nachwuchs-Chef der Fußballer vom Nattenberg, im Pressezentrum des rewirpower-Stadions einen Kooperationsvertrag. „Wir sind damit ab sofort der Stützpunkt des VfL im Sauerland und Südwestfalen“, freute sich Grappendorf sichtlich über die neue Partnerschaft.

Von Thomas Machatzke

Eine „Win-Win-Situation“ nannte der Lüdenscheider das, was beide Klubs nun vorhaben. Für die Bochumer ist die Kooperation mit Vereinen nicht neu. Partnervereine hat der VfL bereits im Umfeld gehabt – in Sprockhövel, Wanne-Eickel und in Bochum selbst mit den Fußballern aus Weitmar. Neu ist allerdings die räumliche Orientierung in den Süden Westfalens. „Im Moment ist das nur Tinte auf dem Papier – wichtig ist, dass wir die Kooperation nun auch mit Leben füllen“, sagte Richter, als die Unterschriften geleistet waren, und kündigte regelmäßige Telefonate zwischen den Jugend-Abteilungen beider Klubs an.

Die Zielrichtung: Die Rot-Weißen und ihre Trainer und Jugend-Verantwortlichen sind ab sofort die Scouts des VfL in Südwestfalen. Dabei geht es nicht nur darum, die Talente aus der Bergstadt in Richtung Bochum zu melden. Auch die Gegner von höherklassigen RWL-Teams sind mit ihren Talenten interessant für die starke Nachwuchs-Abteilung in der Ruhrstadt. „Wir werden regen Kontakt halten und dem VfL hochtalentierte Kicker aus unserem Bereich zuführen“, sagte Grappendorf.

Im Gegenzug soll die Lüdenscheider Jugendabteilung durch einen Know-how-Import von der Ruhr profitieren. Lüdenscheider Trainer sollen an den Trainerschulungen in Bochum teilnehmen und beim VfL-Nachwuchstraining hospitieren dürfen. Auch dezentrale Schulungs-Veranstaltungen in Lüdenscheid sind angedacht. Daneben soll auch die VfL-Fußballschule den Nattenberg besuchen.

RWL-Einlaufkinder an der Castroper Straße

Profitieren wird RWL zudem, wenn es beim VfL in seiner Jugendabteilung Spieler aus Südwestfalen leistungsmäßig nicht schaffen. So könnte dann auch der Weg von Bochum nach Lüdenscheid in Gesprächen geebnet werden. Beide Vereine fixierten im Vertrag, dass es bei Vereinswechseln zwischen den Klubs keine Ausbildungsentschädigungen geben wird.

Zu Stande gekommen ist der Kontakt nach dem Wechsel des talentierten U12-Keepers Michael Koziorz vom Nattenberg zum VfL. Danach wurde im Dialog die neue Partnerschaft entwickelt – bis der Vertrag am Freitag unterschriftsreif war. Zum Koziorz-Wechsel wird es im Sommer am Nattenberg auch ein Ablösespiel der U13-Teams von RWL und VfL geben. Derlei Vergleiche von Jugendteams beider Klubs sollen in Zukunft vermehrt stattfinden.

Angedacht ist überdies, dass RWL-Nachwuchskicker als Einlaufkinder auch bei Heimspielen der Zweitliga-Mannschaft an der Castroper Straße mit von der Partie sein können. Viele neue Akzente, die dem VfL eine neue Talent-Quelle erschließen sollen und die Nachwuchsarbeit von RWL, die in den vergangenen Jahren unter Grappendorfs Führung eine deutlich positive Entwicklung genommen hat, noch attraktiver machen.

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