Drei Punkte und eine Menge Gift

+
Kopf an Kopf und Arm in Arm, den Ball allerdings nicht mehr im Blick: Der am Sonntag ganz starke RW-Linksverteidiger Gürkan Besirlioglu (re.) im Duell mit dem Netphener Dominik Sting.

Netphen -  Mit einem verdienten 4:2-(3:0)-Sieg bei Absteiger SV Netphen hat RW Lüdenscheid die 50-Punkte-Grenze geknackt. Dabei vergaben die Bergstädter im Schmellenbach-Stadion in einem Spiel, das weit mehr Gift und Galle enthielt als es die Tabellenkonstellation erwarten ließ, einen durchaus möglichen höheren Sieg.

Von Jörg Hellwig

In der letzten halben Stunde drohte die Begegnung nämlich aus den Fugen zu geraten. Eröffnet wurden die unschönen Begleitumstände per rüdem „Cross-Check“ von Ex-Highlander Tim Bruch, der ihm selbst im Inlineskater-Hockey zumindest eine Zeitstrafe eingebracht hätte. Der schwache Schiri Stolz beließ es aber bei „gelb“. Dann soll der in die Sturmspitze beorderte RWLer Mark Sattler einen Gegenspieler geschlagen haben, was allerdings den unsportlichen Tritt Hatzigs von hinten in die Beine des überragenden Lars Scheerer Sekunden später nicht rechtfertigte.

Fußball wurde aber praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nur gut 30 Zuschauer – auch gespielt. Und da dominierten die Gäste das Geschehen über weite Strecken. Die wacklige SV-Abwehr konnte weder das RWL-„Flankenfutter“ von außen noch lange Bälle in die Spitze verhindern. Was zunächst fehlte, waren einzig die Tore. Bis Jindou nach Scheerers Traumpass Keeper Schneider umkurvte und zum 0:1 (26.) einschob. Bis zum Wechsel legte dann zweimal Platt (28./42.), nach schönem Sommer-Zuspiel und nach Sattlers tollem Pass und uneigennützigem Urbas’-Anspiel, nach. Mit dem 0:3 war Netphen gut bedient, durfte sich beim übertriebenen Lüdenscheider Eigensinn, aber auch Torwart Schneider bedanken, der in höchster Not gegen Jindou, Platt und Urbas klärte.

Auch nach Wiederbeginn hätte RWL nachlegen müssen: Gegen Urbas klärte Schneider, dann verzog der Torjäger hauchdünn und schließlich verweigerte der Schiri RWL einen klaren Foulelfmeter (Kraft an Jindou). Und als C. Sting aus Abseitsstellung zum 1:3 verkürzte (55.), ging RWL die Souveränität verloren. Sommer (2) und Platt ließen weitere Chancen liegen. Heimel verkürzte per Kopf auf 2:3 (70.). Bloß gut für den Gast, dass Scheerer nach Platts Scheitern an Schneider die Nerven zum 4:2 behielt (74.).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare