Lob tut gut, bringt SC Lüdenscheid aber nichts

Unschönes Ende: Nach dem Schlusspfiff in Wenden entzündeten einige SC-Anhänger unter dem Tribünendach Feuerwerkskörper und Bengalos, was der Schiedsrichter auch im Spielbericht vermerkte.

Lüdenscheid - Auch vom Gegner gab es viel Lob („Ihr habt eine klasse erste Halbzeit gespielt“), doch dafür konnte sich der SC Lüdenscheid letztlich nichts kaufen. Am Ende stand bei den VSV Wenden eine bittere 1:2-Niederlage, und da gleichzeitig GW Siegen den VfL Klafeld-Geisweid 2:0 bezwang, hängt die rote Laterne vorerst wieder am Wehberg.

Von Marc Kusche

„Das ist schon sehr ärgerlich, vor allem wie das 2:1 gefallen ist“, gab SCL-„Liniencoach“ Jörg Schreyer unumwunden zu, nicht sonderlich gut geschlafen zu haben. Dabei hatten die Gäste trotz zahlreicher Ausfälle einen ersten Durchgang hingelegt, der kaum Wünsche offengelassen hatte. Zunächst wurde der Gegner an fast jeder Stelle des Platzes – auch mit teilweisem Doppeln – rigoros und effizient bekämpft und ihm damit jegliche Spielfreude genommen, während der SC seinerseits nach der Führung durch Kolodziej (26.) auch spielerisch enorm zulegte und bis zur Pause richtig gut kombinierte.

 „Was fehlte, war das 2:0. Chancen dafür hatten wir genug“, trauerte Schreyer den vergebenen Möglichkeiten von Stenmans und Lüthy nach. Dass sich bis dato teils gar hilflose Wendener steigern würden, war klar, „von daher haben wir die Parole ausgegeben, irgendwie die erste Viertelstunde nach dem Wechsel zu überstehen, um dann noch einen Konter zu setzen“, so Schreyer.

Das Vorhaben hatte sich mit dem Ausgleich in Minute 56 erledigt, und fortan ließen die Gäste sukzessive nach. Offensivspieler wie Stenmans, Lüthy, Göttle und Daniel Schwenck mussten ihrem hohen läuferischen Aufwand – auch in der Rückwärtsbewegung – Tribut zollen, gerade im Mittelfeld übernahmen die Gastgeber jetzt das Kommando. Höchst ärgerlich jedoch die Entstehung des 2:1: Nach einem missglückten Kolodziej-Freistoß schaltete Wenden blitzschnell um und konterte perfekt: Bei Kellers Flanke hätte SC-Keeper Brongkoll, der aufgrund einer Zwei-Spiele-Sperre für Goldbach auch kommenden Sonntag das Tor hüten wird, vielleicht rauskommen müssen, tat es aber nicht, sodass Goalgetter D’Aloia freistehend einköpfen konnte. Und das mit ein wenig Glück, denn vom linken Pfosten rudelte das Leder an den rechten und von dort über die Linie. „Das war irgendwie auch bezeichnend. Wenden gewinnt dadurch zum vierten Mal in Folge, bei uns wäre der Ball wahrscheinlich ins Feld zurückgeprallt“, so Schreyer.

Unschöne Szenen nach dem Abpfiff

„Heimspiel in Wenden“ skandierte der zahlreich vertretene Anhang des SC Lüdenscheid am Ostermontag in der Schönau. Insbesondere eine rund 25-köpfige Gruppe von Spielern aus der Reserve und A-Jugend, die eigens mit einem Bus angereist waren, sorgte für prächtige Stimmung auf der Tribüne, feuerte das Team vorbildlich an. Aber nicht nur: Immer wieder mischten sich Schmähgesänge auf den Gegner und auch den „geliebten“ Stadtrivalen RW Lüdenscheid unter, dazu fielen einige Unverbesserliche nach Spielende aus der Rolle, als sie gleich mehrfach Feuerwerkskörper und Bengalos zündeten, dazu Teile der Tribüne mit einer blauen Rauchbombe einnebelten. Das vermerkte Schiedsrichter Maximilian Windorf (Siegen) auch im Spielbericht, dem SC droht daher wohl eine Geldstrafe.

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