Hoffnung und Katzenjammer

+
Eines der Erfolgsgeheimnisse des TuS Grünenbaum beim Derbysieg über RWL: Immer wieder schafften es die laufstarken TuSler um Kevin Bock (rechts) und Kevin Klahr (links) die Rot-Weißen um den defensiv einige Mal patzenden Hendrik Dunkel zu doppeln.

Halver/Lüdenscheid - Objektiv betrachtet war es ein schwaches Bezirksligaderby, das sich der TuS Grünenbaum und RW Lüdenscheid am Sonntag auf dem Kreisch geliefert hatten.

Doch die Blickwinkel der Klubs sind andere: Während sich der gastgebende TuS über den 5:2-Sieg freuen und neue Hoffnung im Kampf um den Ligaverbleib schöpfen kann, herrscht bei RWL großer Katzenjammer:Fünf Niederlagen in sechs sieglosen Spielen in Folge sind sicher ein Indiz für die Ausgeglichenheit in der Liga, in der jeder Kontrahent an einem guten Tag jeden Gegner schlagen kann, aber auch dafür, dass der Traum vom Titelkampf am Nattenberg allmählich ausgeträumt ist.

Zehn Punkte Rückstand auf die Spitze

Zwar sind die Bergstädter immer noch Zweiter („Das macht deutlich, welch phantastische Hinrunde wir gespielt haben“ – Trainer Marco Sadowski), aber der Rückstand auf den Tabellenführer ist auf zehn Punkte angewachsen. Mehr noch als die nackten Zahlen aber bereiten die Leistungen den Bergstädtern Sorgen, die weit entfernt sind von einer Ligaspitze, den Rot-Weißen fehlt im Spiel die einst gezeigte Leichtigkeit: „Momentan steckt in unserem Spiel der Wurm. Wir müssen an den Stellscharuben drehen, dann wird es auch wieder laufen“, ist der RWL-Coach noch zuversichtlich, die Kurve wieder in Richtung Erfolgskurs zu kriegen. „Am Sonntag hat uns die Häufung vieler individueller Fehler im Weg gestanden. Es hat der Mannschaft nicht am Willen gefehlt. Aber wir hatten häufig schlechte Ideen bei Anspielen oder dem Dribbling und auch hinten etliche Male die falsche Entscheidung getroffen. Auch ich habe diesmal mit meinen Wechselentscheidungen positionell nicht richtig gelegen“, bezieht sich Sadowski in die Kritik mit ein.

Ungenauigkeiten beim finalen Pass

Gerade auch das häufige Fehlspiel beim finalen Pass machte es den kampfstarken Hausherren um Trainer Niko Douros leicht, bescherte Torwart-Routinier Sven Kortmann einen recht ruhigen Nachmittag: An beiden Gegentoren schuldlos hatte der 44-Jährige nur wenige schwierige Aufgaben zu meistern, tat das mit aller Routine und Ruhe erfolgreich. Zudem hatte er Zeit, seine Vorderleute für das engagierte und willensstarke Spiel zu loben und ihnen verbal den Rücken zu stärken. Nachdem der TuS nach dem 1:2-Rückstand (65.) per Doppelschlag auf Wendekurs gebogen war, beschwor er auch noch Fortuna am Kreisch: „Jetzt müssen wir einmal das Gück haben, das uns so oft gefehlt hat“, und wagte nach dem Schlusspfiff einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft: „Jetzt noch ein Dreier in Drolshagen, vielleicht bekommt unser Spiel dann den Lauf, den es zum Klassenerhalt braucht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare