Bereits die erste Krisensitzung beim SV Hellas Lüdenscheid

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Hellas-Neuzugang Skelzen Krasniq (links) war nach seiner Einwechslung bemüht – mehr aber auch nicht.

Lüdenscheid - Gerade einmal zwei Spiele hat Fußball-Bezirksligist SV Hellas Lüdenscheid absolviert, da hat Trainer Georgios Tsitiridis bereits die erste Krisensitzung anberaumt. „Ich werde in Anwesenheit vom Vorstand ein ganz ernstes Wort mit der Mannschaft sprechen, denn so kann es nicht weitergehen. Entweder hier wird gemacht, was ich vorgebe, oder ich stehe nicht mehr zur Verfügung“, möchte sich der 58-Jährige eine Vorstellung wie am Sonntag beim 0:5 in Klafeld nicht mehr bieten lassen.

Eine Vorstellung, die der Coach als „Zirkusauftritt“ bezeichnet, bei dem jeder machte, was er will. „Ich hatte lediglich zwei Spieler im Aufgebot, die unter der Woche alle drei Trainingseinheiten absolviert haben, dazu viele, die gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt sind oder aus welchen Gründen auch immer nicht beim Training waren. Von daher konnte es nur heißen, hinten ordentlich zu stehen und absolute Disziplin zu wahren. Das ging bis zum 0:1 nach 30 Minuten noch einigermaßen auf, zum Rest fehlen mir fast die Worte“, legte Tsitiridis dann aber doch los: „Es wird mit mir diskutiert, untereinander gemeckert und dann noch der Schiedsrichter verbal attackiert, der für mich am Sonntag die Note eins verdient hatte. Und schließlich erweisen uns Petrit Morina und Burim Aliu mit ihren Platzverweisen noch einen Bärendienst, als die Mannschaft ohnehin schon körperlich auf dem Zahnfleisch ging“, polterte Tsitiridis.

Auch Klafelds Trainer Carsten Brodbek wollte den Erfolg seines Teams nicht überbewerten: „Hellas hat zwar durchweg technisch beschlagene Spieler, aber die waren überhaupt nicht fit, sind schon nach 25 Minuten eingebrochen.“ Vernichtende, aber ehrliche Worte, wie auch Tsitiridis bestätigte: „Mit dieser Einschätzung hat mein Kollege doch völlig recht.“

Und die Konsequenzen? Tsitiridis hat einen Forderungskatalog aufgestellt, von dem er auch nicht abrücken wird. „Die Spieler beschweren sich immer wieder, dass das Training zu langweilig ist, weil sie sich angeblich zu viel mit Laufwegen und Taktik beschäftigen müssen. Das aber sind für mich neben einer entsprechenden Kondition die grundlegenden Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Und ich wiederhole es noch einmal: Entweder der Vorstand und die Spieler gehen diesen Weg mit, oder ich werde mich nur noch um die F-Junioren kümmern, bei denen es wenigstens Spaß macht.“ Marc Kusche

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