RW Lüdenscheid wird zum Punktelieferanten

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Marco Sadowski holte mit RW Lüdenscheid nur einen Punkt aus den letzten sieben Partien.

Lüdenscheid - Der zweite Tabellenplatz hat lange darüber hinweggetäuscht, aber andere nackte Zahlen zeigen: Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid ist in eine massive sportlichen Krise gestürzt.

Nur ein Punkt aus fünf Rückrundenbegegnungen bedeuten den letzten Tabellenplatz in der Rückrunde, hinzu kommen noch zwei Verlustpartien zum Schluss der Hinrunde. Gar nur ein Zähler also aus sieben Partien sorgt für Frust am Nattenberg, Gerüchte über eine explosive Stimmung im Kader der Rot-Weißen kursieren seit einigen Wochen nicht nur auf den Plätzen in der Bergstadt.

Zwar wollen davon Vorstand (Michael Dregger), sportliche Leitung (Thomas Dregger) und Cheftrainer (Marco Sadowski) mehr oder weniger nichts wissen oder hören, aber die Misserfolgsserie hinterlässt unübersehbare Spuren. Zwar beschwört Coach Sadowski die überaus gelungene Hinrunde, „wir müssen nur die Leichtigkeit und den Spaß zurückgewinnen, dann wird es auch wieder laufen“, und sah seinen Kader vor dem 3:6-Debakel gegen den RSV Meinerzhagen am Sonntag durch Teambuilding-Maßnahmen wie einen gemeinsamer Mannschaftsabend in der Lüdenscheider Gastronomie auch wieder auf einem guten Weg, von dieser erhofften Leichtigkeit aber war gegen den RSV auf dem Nattenberg-Nebenplatz vor durchaus beachtlicher Kulisse von gut 200 Besuchern nichts zu spüren.

Sadowski sieht einen Grottenkick

Stattdessen hat auch die Osterpause offenbar nicht dazu beigetragen, dem Team eine nicht zu leugnende Verunsicherung zu nehmen. Die ließ ihm im ersten Spielabschnitt („Ein Grottenkick“ – Sadowski) ohne Tempowechsel und Zweikampfqualität gegen einen aggressiven und lauffreudigen RSV keine Chance, mündete in einem verdienten 1:4-Rückstand. Und dass die Stimmung schon früh nicht die beste war, hatte auch Marco Sadowski mitzuverantworten: War die Entscheidung pro Innenverteidigung Mark Sattler/Gürkan Besirlioglu und gegen Christos Katsaros nach guter Hinrundenerfahrung noch verständlich, dürfte dem Kapitän aber spätestens sauer aufgestoßen sein, dass er sich nach früher Adams-Verletzung zwar zunächst warm gemacht hatte, aber der Coach sich dann umentschieden hatte und den reaktivierten Freund aus vielen Karrierejahren, Dino Minacapilli als Linksverteidiger einwechselte.

Umstrittener Minacapilli-Wechsel

„Ich habe mich erinnert, dass er das schon zu Oberligazeiten einmal vertretungsweise sehr gut gelöst hat und mich für einen Eins-zu-Eins-Wechsel statt einer Umstellung entschieden“, begründete der Trainer zwar, aber trotz – chapeau – sehr ordentlicher Vorstellung des 41-Jährigen wird das nicht nur Freude im wahrlich nicht zu dünn besetzten Rot-Weiß-Kader ausgelöst haben. Reichlich Probleme also am Nattenberg, zum Teil allerdings auch hausgemacht. Wichtigstes Gebot der Stunde für die Bergstädter, dass alle Beteiligten mit Trainer Sadowski wie in der Hinrunde bedingungslos an einem Strang ziehen. Und dann muss sich schnell ein Erfolgserlebnis einstellen, am besten schon am Mittwochabend (20.15 Uhr) am Nattenberg im Nachholspiel gegen den SV Rothemühle. Denn derzeit ist die Distanz zur Tabellenspitze (14 Punkte) schon erheblich größer als zum ersten Abstiegsplatz (neun).

Und dass eine gute Hinrunde nur dann etwas Wert ist, wenn auch die Rückrunde passt, davon konnte noch in junger Vergangenheit vor drei Jahren SW Breckerfeld ein Lied singen: Nach der Herbstmeisterschaft stiegen die Schwarz-Weißen im Frühjahr noch ab. Ein Horrorszenario, das RWL mit Punktgewinnen in den nächsten Wochen rasch wieder aus den Köpfen verbannen kann.

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