Kiersper SC trennt sich von Trainer Sven Krahmer

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Sven Krahmer ist nicht mehr Trainer des Kiersper SC. Nach den bislang schwachen Leistungen des Bezirksliga-Spitzenreiters in der Rückrunde entband ihn die Vereinsführung am Dienstagabend von seinen Aufgaben.

Kierspe - Jetzt hat auch die Fußballszene im oberen Volmetal ihr „Trainerbeben“: Wenige Tage nach dem Rücktritt von Bayram Celik als Coach des RSV Meinerzhagen hat sich der Kiersper SC von seinem Trainer Sven Krahmer getrennt.

Von Thomas Busch

„Wir wollen damit dem Negativtrend entgegenwirken“, begründet der Sportliche Leiter Martin Liedtke diesen Schritt, nachdem der Bezirksliga-Tabellenführer in bislang acht Rückrundenspielen nur elf von 24 möglichen Punkten geholt hat. Anders ausgedrückt: Angesichts der mauen Auftritte des Teams in den vergangenen Wochen sieht die Vereinsführung den Landesliga-Aufstieg in Gefahr. Dieser aber ist „unser klares Ziel“, betont Liedtke im Gespräch mit unserer Zeitung und macht keinen Hehl daraus, dass er dem kickenden Personal mit der Trennung vom Coach ein Alibi nehmen will. „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr“, sieht der Sportliche Leiter jetzt die Mannschaft in der Pflicht.

„Das muss ich akzeptieren, nachvollziehen kann ich es aber nicht“, sagt Sven Krahmer zu der Entscheidung der KSC-Führung, die Liedtke ihm am Dienstagabend im persönlichen Gespräch mitteilte und die für den Trainer selbst nach eigenem Bekunden überraschend kam. Denn das zentrale Problem sieht der Brandenburger vielmehr im ausgedünnten Kader der Volmestädter und der auch dadurch bedingten schwachen Trainingsbeteiligung. „Die Fakten liegen auf der Hand“, erklärt er, „es ist zu wenig Personal da, und dann sind ein paar Leute krank und haben ein paar Spätschicht.“ Das Resultat sei dann in den Spielen erkennbar, getreu dem Motto „Wie man trainiert, so spielt man auch“. Von der tollen Verfassung der ersten Saisonhälfte ist der Bezirksliga-Spitzenreiter derzeit jedenfalls weit entfernt.

Martin Liedtke als Interimslösung

Übernommen hatte Sven Krahmer den Trainerposten in Kierspe im November 2011, als der KSC auf dem drittletzten Tabellenplatz der Landesliga rangierte. Den Abstieg zu verhindern vermochte er seinerzeit nicht, in der Bezirksliga mischte er mit den Volmestädtern dann aber stets ganz oben mit. Für den Wiederaufstieg langte es indes weder anno 2012/13 noch 2013/14, obwohl die Kiersper zwischenzeitlich etliche Wochen lang die Tabelle angeführt hatten: „Da hat uns die Rückrunde mit vielen Verletzten stets einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Die letzten sieben Spiele beim dritten Anlauf gen Landesliga unternimmt der Kiersper SC nun also mit neuem Personal auf der Kommandobrücke. „Es wird auf jeden Fall eine externe Lösung geben“, lautet Martin Liedtkes Antwort auf die Frage nach einer Nachfolgelösung, die er „spätestens in 14 Tagen“ präsentieren möchte.

Im Derby gegen den RSV Meinerzhagen am kommenden Sonntag aber wird Liedtke selbst die Mannschaft coachen. Die nächsten Trainingseinheiten wird er gemeinsam mit den beiden erfahrensten Spielern des Kaders, Baris Moumin und Viktor Hense, leiten.  Somit ist das Prestige trächtige und für beide Mannschaften im Kampf um den Auf- bzw. gegen den Abstieg so wichtige Volme-Derby auch ein Duell der beiden Interimstrainer. Denn auch beim RSV Meinerzhagen wird in drei Tagen mit Mehmet Aydin der Sportliche Leiter die Verantwortung an der Seitenlinie tragen (wir berichteten).

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