Rothemühle und der KSC führen lange Favoritenliste an

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Den Verlust des absolut überragenden Florian Schwarz auf der „6“ soll bei den VSV Wenden der hoch gelobte frühere Meinerzhagener und ehemalige Jugend-Bundesligaspieler Hakan Demir (Bild) kompensieren.

Südwestfalen -  Wenn am Donnerstagabend (19.30 Uhr) die Fußball-Spielzeit 14/15 bei den heimischen Amateuren mit dem Vergleich zwischen VSV Wenden und Fortuna Freudenberg in der Bezirksligastaffel 5 eröffnet wird, ist die Zahl der Anwärter auf den Landesligaaufstieg wohl so groß wie seit Jahren nicht mehr.

Von Jörg Hellwig

„Ich glaube, dass die Liga in den letzten sechs, sieben Jahren noch nie so stark besetzt war wie in der neuen Saison“, sagt beispielsweise VSV Wendens Trainer Peter Bäumgen. Zwar hat er mit dem allgemein als Topfavoriten gehandelten Landesligaabsteiger SV Rothemühle, Vizemeister Kiersper SC („Beim Stahl-Cup in Ottfingen spielerisch schon unheimlich weit“), sowie den Wendener Nachbarn, dem ebenfalls aus der Landesliga abgestiegenen SV Ottfingen und FSV Gerlingen ein Quartett auf seiner persönlichen Favoritenliste, weiß aber auch: „Es gibt noch viele weitere ambitionierte und nicht chancenlose Kandidaten.“ Zu denen rechnet er natürlich auch seine eigene Mannschaft, die in der Vorsaison auf Rang drei platzierten VSV Wenden: „Wenn wir diese Platzierung wiederholen könnten, wäre es freilich ein toller Erfolg“, verspricht sich Bäumgen vor allem von den Wendschen Derbys (mit dem starken Aufsteiger Altenhof stellt die Gemeinde fünf Ligateams, mithin eins mehr als der gesamte Fußball-Kreis Lüdenscheid), „jede Menge Feuer für die Saison.“ So positiv die Derbykonzentration in der Olper Peripherie auch ist, so sehr kann sie laut Bäumgen auch zum Handicap werden: „Die Wendener Klubs nehmen sich mit Sicherheit gegenseitig die Zähler ab, davon könnte letztlich dann ein ganz anderer Verein profitieren.“

Hellwach von Beginn an müssen alle Teams sein. Das wissen nicht nur die heimischen Chefcoaches Sven Krahmer (KSC), Robert Krumbholz (RWL), Bayram Celik (RSV Meinerzhagen) und Michael Dolezych (SC Lüdenscheid), „sonst hängst du lange unten fest.“ Und Ralf Stein, Coach des südlichsten Konkurrenten, der SG Hickengrund, aus dem Dreiländereck Westfalen/Rheinland-Pfalz und Hessen ergänzt: „Die Liga ist weit stärker und vor allem ausgeglichener besetzt als in der Vorsaison. „Rothemühle, Salchendorf, Kierspe. Ottfingen, dazu können noch einige andere Teams in den Titelkampf eingreifen“, hält der Coach der „Hicken“ im spannenden Titelkampf nahezu alles für möglich. „Zwei chancenlose Teams wie zuletzt Hilchenbach und Hellas Lüdenscheid wird’s diesmal nicht geben“, ist Stein überzeugt, der sein eigenes Team gerne wieder im Bereich der Spielzeit 13/14 (Sechster) sehen würde. „Aber das wird schwer. Wichtig ist, dass wir schnell 40 Punkte holen, die zum Klassenerhalt reichen werden. Alles andere ist dann die Kür.“

„Wir treten nicht mit dem Anspruch an, Meister werden zu müssen“, sagt Rüdiger Frevel, Coach der von vielen Trainern hoch eingeschätzten Germanen aus Salchendorf. Die stellten nach verpatzter Hinrunde in der Rückserie 13/14 aber einmal mehr unter Beweis, warum sie zur Creme der Liga gehören: Spielerisch ist das Frevel-Team mit ganz vorn. Deshalb würde der Germanen-Coach den Titel natürlich sehr gern mitnehmen, weiß aber auch: „Es gibt viele Titelkandidaten.“

Im Fußball-Kreis Lüdenscheid gut bekannt ist Uwe Helmes: Der ehemalige Profi, Vater von Ex-Nationalspieler Patrick Helmes, wirkte nach seiner Spielerlaufbahn – u.a. bei RWL – auch als Trainer am Nattenberg und in Plettenberg. Beim Siegerländer Traditionsclub VfL Klafeld-Geisweid arbeitet er als sportlicher Leiter neben Trainer Klaus Schmidt (ebenfalls Ex-RWLer). „Die Liga ist vor allem durch die drei Landesligaabsteiger insgesamt sehr stark geworden, für mich fast schon eine verkappte Landesliga.“ Neben dem Kiersper SC erwartet Helmes eben die Ex-Landesligisten, dabei vornehmlich den SV Rothemühle, im Kreis der heißesten Meisterschaftsanwärter. Trotz toller Rückrunde zählt er „seinen“ VfL nicht zum Kreis der Meisterschaftsanwärter: „Mit Hirth, Sieper und Bernard Krasniqi haben wir drei echte Defensivsäulen verloren. Das ist nur schwer zu kompensieren.“

Den SV Rothemühle nennen auch die Lüdenscheider Trainer Dolezych und Krumbholz als einen Titelfavoriten, sehen aber auch andere Pfeile im Köcher: „Ottfingen, Kierspe, Salchendorf oder sogar der FC Altenhof können nach dem, was ich bisher gelesen und gehört habe, eine gute Rolle spielen. Aber auch andere Vereine sind noch sehr ambitioniert“, sagt Robert Krumbholz.

Gerade die Truppe von Rothemühle-Coach Maik Wolf, der sich zur Favoritenrolle bekennt, hat auch Krahmer auf der Rechnung der Hauptkonkurrenten. „Erich“ erwartet überhaupt „eine höchst interessante Saison.“ Da sind sich die Protagonisten alle einig: Die Spielzeit 14/15 könnte unter dem Motto „nichts muss, aber alles kann passieren“ stehen. Und das in jede Richtung...

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