Fußball

TuS Ennepe: Schwarze Serie contra Top-Sturm

Fußball-Bezirksliga TuS Ennepe SC Hennen
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Ausgehebelt: Mit 10:0 brachte der TuS Ennepe am Sonntag den SC Hennen zu Fall.

Es läuft dieser Tage beim TuS Ennepe. Die 1. Mannschaft 10:0-Sieger über den SC Hennen, 2. und 3. Mannschaft führen im Gleichschritt die Tabelle der Kreisliga C an. Sechs Siege aus sechs Spielen lautet bei beiden Teams die beeindruckende Bilanz. Am Freitag kommt es zum direkten Duell von „Zweiter“ und „Dritter“.

Halver – Trotz dieser guten sportlichen Großwetterlage muss man etwas weiter ausholen bei der Betrachtung der Situation in Schwenke. Das Internet-Portal www.fussball.de, das vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) betrieben wird und von Ergebnissen über Tabellen, Torschützen und Aufstellungen jede Menge Daten bis hinunter zur untersten Spielkasse liefert, stellt auf seinen Seiten auch Spiel- und Vorberichte bereit. Die freilich werden nicht von Menschen verfasst. Ein Algorithmus wertet die Daten einer Mannschaft – nehmen wir der Einfachheit halber den TuS Ennepe – aus und fügt entsprechende Textbausteine zusammen. Computer-Journalismus wird diese Herangehensweise im Volksmund auch genannt.

Jener Algorithmus also hatte vor dem Heimspiel der Schwenker Bezirksliga-Mannschaft gegen den SC Hennen entdeckt, dass der TuS zuletzt drei Spiele in Serie nicht gewonnen hatte. Der Computer schloss messerscharf, dass in Schwenke eine ernste sportliche Krise bevorsteht, fabulierte von einer „schwarzen Serie“ und fragte in der Überschrift „Bricht TuS den Bann?“

Ladehemmung - ja, Drama - nein

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das kann man natürlich so machen. Niemand wird gezwungen, aneinandergereihte Worthülsen zu lesen. Aber es hat eben relativ wenig mit der sportlichen Realität zu tun. Die war und ist eine andere. Sowohl beim 2:3 gegen den ASSV Letmathe als auch beim 0:1 daheim gegen den FC Wetter hätte der Sieger eigentlich TuS Ennepe heißen müssen. Dass es am Ende nicht so war, hatte einzig und allein damit zu tun, dass die Elf von Trainer Martin Skorupski es schlichtweg versäumte, aus ihren vielen, vielen Tormöglichkeiten Kapital zu schlagen.

Ja, der TuS hatte drei Spiele am Stück Ladehemmung. Nein, das ist weder eine schwarze Serie noch ein Drama. „So ist der Sport“, sagt beispielsweise Bernd Eicker, Finanzwart des Vereins, „es klingt zwar nach einer Floskel: Aber so etwas gleicht sich im Laufe einer Saison meistens aus.“

Das tat es. Und zwar schneller als erwartet. Mit 10:0 fertigte der TuS jüngst den SC Hennen ab. Trainer Martin Skorupski, der sich kurz vor dem Spieltag in Richtung Fahrradurlaub nach Spanien verabschiedet hatte und bestens von seinem neuen „Co“ Torsten Kriegeskorte vertreten wurde, wird die Botschaft vom „Schützenfest“ mit Genugtuung vernommen haben, war es schließlich der Coach höchstselbst, der mehrfach Gelassenheit angemahnt hatte.

Internes Derby als Spitzenspiel

Das gilt auch andersherum. Natürlich war das 10:0 ein Befreiungsschlag. Es mag statistisch gesehen sogar historisch sein. Noch nie hat ein Enneper Team höher gewonnen in der Bezirksliga. Aber negativ wie positiv gilt: Auf die richtige Einordnung kommt es an. Am Ende des Sonntags war der SC Hennen ein gutes Stück entfernt von Bezirksligatauglichkeit. Weil der TuS Ennepe nicht mehr zuließ. Einerseits. Andererseits bedarf es keiner prophetischen Gabe, dem SC im verschärften Abstiegskampf – vier von 16 Mannschaften müssen zurück in die Kreisliga A – etliche schwierige Monate vorherzusagen.

Ein Abstiegskampf, mit dem der TuS nichts zu tun bekommen dürfte. „Für den Kopf kam solch ein Sieg natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt“, bilanzierte Torsten Kriegeskorte nach dem Abpfiff, „aber klar ist auch, dass jetzt alle auf dem Teppich bleiben sollten.“

Eine Mahnung, die nicht von ungefähr kommt, um noch einmal und – versprochen – zum letzten Mal www.fussball.de zu zitieren. Wenige Tage nach der beendeten „schwarzen Serie“ stellte der Computer nämlich fest, dass der „Sturm des TuS zu den besten der Liga gehört“. So schnell geht das manchmal. Gestern noch mit Ladehemmung kurz vor der Krise, heute schon Top-Sturm der Liga...

Bevor aber am Sonntag (15 Uhr, FK-Söhnchen-Arena) mit dem SSV Kalthof ein weiterer Gegner der Kategorie „schlagbar“ in Halver gastiert, kommt es bereits am Freitagabend zu einem alles andere als gewöhnlichen Duell. Das vereinsinterne Derby zwischen 2. und 3. Mannschaft (Anpfiff: 19 Uhr) nämlich ist gleichzeitig ein waschechtes Spitzenspiel der Kreisliga C. Getrennt nur durch die bessere Tordifferenz, führt die Schwenker Reserve das Klassement aktuell vor der eigenen Drittvertretung an. Beide Mannschaften erzielten aus sechs Spielen die Optimalausbeute von 18 Punkten, stellen die besten Angriffs- und die besten Abwehrreihen. Ob am Ende des Tages womöglich gar beide Schwenker Teams in die Kreisliga B aufsteigen könnten, so weit will – offiziell – noch niemand denken an der Friedrichshöhe. Ein besonderes Spiel wird es aber allemal...

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