Lüdenscheider Stadtderby mit einigem Zündstoff

Einer, der inzwischen beide Seiten kennt: Offensivspieler Mo El Alami (rechts) wechselte im Sommer vom Nattenberg zum Neuling SCL und hat sich am Wehberg prächtig „eingelebt“. -  Foto: Krüger

LÜDENSCHEID -  Liebe herrscht zwischen den Nachbarn bestimmt nicht, Freundschaft sieht auch etwas anders aus. Das machten die unüberhörbaren Schmähgesänge in Richtung Nattenberg schon beim feststehenden Bezirksligaaufstieg des SC Lüdenscheid deutlich.

Bleibt also zu hoffen, dass es im ersten Punktspiel der Geschichte der Fusionsklubs SC und Rot-Weiß Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz Wehberg) bei durchaus gesunder Rivalität immer sportlich fair bleibt. Vorfreude herrscht bei den Fans jedenfalls.

Keine Frage, beide Lager sind heiß: Der SCL-Anhang kündigt das Duell unter dem Motto „Derbysieg“ seit Tagen im sozialen Netzwerk mit gekreuzten Knochen, dem Symbol für Gefahr, an. Vom Nattenberg melden sich nach vielen Wochen des Verschwindens in der Versenkung erstmals wieder die „Supporters L“, der RWL-Nachwuchs-Fanclub, zu Wort, fordern auf zum Stelldichein am Wehberg.

Hohe Erwartungen hat auch SCL-Trainer Mike Wohlpart: „Wenn man bedenkt, dass uns vor sechs Jahren noch vier Spielklassen trennten und wir zweimal auf- , RWL zweimal abgestiegen ist, dann ist das schon eine tolle Entwicklung für uns. Uns trennen jetzt nur noch drei Punkte und fünf Tore“, sagt der Coach vom Wehberg, „da möchten wir die Chance beim Schopf packen und den selbst ernannten Aufstiegskandidaten zu Hause bezwingen.“ Allerdings fügt er auch hinzu: „Favorit ist mit seinen Ansprüchen sicher RWL.“

Bei Rot-Weiß lässt sich der spielende Co-Trainer Lars Scheerer von Derby-Euphorie und „Säbelrasseln“ im Vorfeld nicht anstecken: „Natürlich sind alle Spieler in so einem Derby hoch motiviert, aber es geht auch da nur um drei Punkte und die wollen wir gewinnen, weil wir uns ärgern, dass wir die Punkte gegen Attendorn liegen gelassen haben“, ist das Stadtduell für ihn ein weitgehend „normales Spiel“.

Personell sieht’s sicher entspannter beim Sport-Club aus: Zwar fehlt Florian Eick (Urlaub), und ist noch fraglich, ob Sebastian Klein nach zweiwöchiger Trainingspause wegen Rückenproblemen schon wieder in die Startelf rücken kann, doch ansonsten vermeldet Mike Wohlpart sein komplettes Aufgebot mit den sieben Ex-Rot-Weißen (Kolodziej, Klein, Daniel Schwenck, Dominik Schwenck, El Alami, Muti und Maehne).

Bei Rot-Weiß ist die Lage angespannter. Neben den Langzeitausfällen der Ex-SCer Mura und König fehlt auch Kurz-Urlauber Polo. Auch ein Einsatz von Rekonvaleszent Cilingir käme unterm Strich noch zu früh. Jörg Hellwig

SCL: Goldbach, Brongkoll – Schulte, Kolodziej. Wolf, Klein (?), Ma. Dolezych, Der, Kürschner, Siegesmund, Da. Schwenck, Mi. Dolezych, El Alami, Do. Schwenck, Muti, Maehne, Kara

RWL: Brackmann, Reich – Akhabach, Sattler, Katsaros, Öztürk, Scheerer, Sommer, Jindou, Carbotta, Urbas, Schönrath, Albrecht, Tatay, Seckin (?)

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