Fußball-Bezirksliga 5

Das Derby der Aus-dem-Tritt-Geratenen

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Im Derby gefordert: Gürkan Besirliglu von RWL.

Lüdenscheid - Es ist das Derby um die Bezirksliga-Vorherrschaft im Kreis und das Duell der aktuell punktgleichen Verfolger um den zweiten Tabellenplatz, aber es ist eben auch ein Stück weit ein Duell der Enttäuschten und Aus-dem-Tritt-Geratenen: Am Sonntag um 15 Uhr erwartet Rot-Weiß Lüdenscheid den RSV Meinerzhagen auf dem Nattenberg-Kunstrasen. 

"Ich freue mich riesig auf dieses Spiel“, sagt Marco Sadowski nach zwei für RWL spielfreien Wochenenden. Viel Zeit, um den Kopf zu lüften, ihn wieder frei zu bekommen nach dem kapitalen Fehlstart ins Jahr 2016. Nur ein Punkt aus den drei Partien gegen den SC LWL, Kierspe und Grünenbaum. Die Bilanz von RWL ist noch verheerender im Kalenderjahr als die des RSV, und der enttäuschte bei nur fünf Punkten aus vier Spielen und gerade bei der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Kaan II auch in nicht geringem Maße. 

So sind die Verfolger von Primus Gerlingen gar keine richtigen Verfolger mehr. „Der FSV ist zu beständig und auch schon zu weit weg“, sagt Sadowski nüchtern, „mehr als Platz zwei wird definitiv für uns beide nicht mehr drin sein.“ Den allerdings hätten die Rot-Weißen zu gerne, alleine für den Fall, dass sich irgendwann irgendwie eine Relegationstür öffnen sollte. „Dafür brauchen wir einen freien Kopf“, sagt der RWL-Coach, „natürlich hatten wir zuletzt auch personelle Probleme, aber es hat eben auch die Leichtigkeit gefehlt, die wir in der Hinserie hatten. Dann verkrampft man – uns fehlt einfach diese Lockerheit. Die müssen wir zurückgewinnen.“ 

Torwart-Probleme bei den Rot-Weißen

Das beste Aufgebot hat Sadowski auch am Sonntag nicht zur Verfügung. Da neben Forkel und Brackmann (beide verletzt) auch Rouven Noll (Geschäftsreise) fehlt, wird A-Junior Stergios Kalpakis das Tor hüten. „Das ist ein guter Junge, ich vertraue ihm da ganz“, sagt Sadowski. Im Feld fehlen ihm die langzeitverletzten Mazzola, Dér und der privat verhinderte Maatalla. Marcel Schönrath plagt eine Oberschenkelzerrung aus dem Training, Timo Sommer musste grippebedingt unter der Woche passen. 

„Wir werden trotzdem eine gute Mannschaft zur Verfügung haben“, sagt Sadowski und freut sich auf einen heißen Tanz gegen den RSV und seinen Trainerfreund Mutlu Demir, mit dem er sich oft austauscht, „der RSV war einer der Topfavoriten und hat gegen uns im Hinspiel beim 1:4 die höchste Niederlage bekommen. Natürlich werden die Meinerzhagener mega-heiß sein auf dieses Spiel. Wenn wir da bestehen wollen, brauchen wir eine 100-prozentige Einstellung und eine Topleistung.“

Beim RSV fehlen Halil Akbal und Müjdat Aktas

Der RSV Meinerzhagen ist derweil zuletzt weniger auf den Platz, mehr auf dem Transfermarkt erfolgreich gewesen: Mit der Verpflichtung von Ermes (LWL), Stumpf, Eick (beide KSC), Franz (VfB Altena), Spais (Attendorn) und Kerefidis (Hohenlimburg) hat sich der Verein von Nuri Sahin nachhaltig den Neid der Konkurrenz verdient. So ist’s womöglich leichter, in der Gegenwart gegen den RSV zu gewinnen als in der Zukunft. Abstiegskandidat Kaan II hat es zuletzt vorgemacht. 

Ufuk Sahin, einer der beiden RSV-Trainer, zeigt vor dem Derby am Nattenberg höchsten Respekt. „Rot-Weiß ist eine Mannschaft, die mit guten Einzelspielern gespickt ist, die auch schon höherklassig gespielt haben“, sagt Sahin, der sich sicher ist, dass die Lüdenscheider ganz vorne liegen würden, „wenn sie nicht immer wieder Schwächephasen zeigen würden“. Vom Personal her ist der RSV beinahe sorgenfrei: Lediglich Halil Akbal und Müjdat Aktas werden nicht dabei sein.

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