Kampf statt Klasse im Stadtderby

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Abschlussversuch im Fallen: RW-Stürmer Semir Tuz stand am Nattenberg meist im Schatten des „Kurzzeit“-Rot-Weißen Felix König und dessen Innenverteidiger-Kollegen Addy Kolodziej.

Lüdenscheid - Gute Kulisse, jede Menge Kampf, aber wenig spielerische Klasse kennzeichneten am Sonntag das Lüdenscheider Bezirksliga-Stadtderby zwischen Gastgeber Rot-Weiß und dem Sport-Club am Nattenberg, das letztlich mit einem gerechten 1:1 (0:1)-Remis endete.

Von Jörg Hellwig

Rund 350 Zuschauer bildeten einen würdigen Rahmen für das zweite Punktspiel der Nachbarn, in dem die Rot-Weißen die erhoffte Revanche für die 0:1-Hinspielniederlage verpassten. Der SC verdiente sich den Punkt beim Favoriten durch eine starke Vorstellung in Halbzeit eins. Da hatte das Trainerduo Michael Dolezych/Thielicke die Viererabwehrkette recht hoch formiert, machte den Rot-Weißen die Räume konsequent eng und gewann die entscheidenden Zweikämpfe. So blieben RWL trotz Feldvorteilen praktisch keine Torchancen, sieht man von Urbas’ Distanzschuss (15.) und Tuz’ Freistoß (43.), den Goldbach parierte, ab.

Hochkarätiger die wenigen Konterchancen der Gäste, die blitzschnell vor allem über die Flügelbrüder Daniel und Dominik Schwenck umschalteten und viel „Betrieb“ machten. Nach 21 Minuten brannte es lichterloh im RWL-Strafraum, gegen Daniel Schwenck und Siegesmund rettete Brackmann zweimal per Fußabwehr, der zweite Nachschuss von Spielertrainer Dolezych landete neben dem Tor. Doch zehn Minuten später war’s soweit: Wieder scheiterte Daniel Schwenck an Brackmann, den Abpraller aber verwandelte Kapitän Wolf zur umjubelten Gästeführung. Glück hatte Daniel Schwenck in der Folgezeit, weil er nach wiederholtem Foulspiel noch den Halbzeitpfiff auf dem Platz erlebte, dann aber kurz nach Wiederbeginn vorsorglich vom Platz genommen wurde.

RWL war wie verwandelt aus der Kabine gekommen, spielte nun den von Trainer Krumbholz früher erwarteten Kombinationsfußball und machte Druck. Ausgerechnet die vor der Pause schwache rechte Seite sorgte für den Ausgleich: Sattlers Flanke nagelte Schönrath zum 1:1 in die Maschen (53.), dann fehlten Tuz (2) und Schönrath nur Zentimeter zum Führungstor. Aber nach Minute 65 war der Rot-Weiß-Wirbel wieder schlagartig vorbei, der SC kämpfte sich mit viel Einsatz zurück ins Spiel und sorgte im Vorwärtsgang für die dringend benötigte Entlastung der Defensive. Außer dem dem ersten Schussversuch Dolezychs nach Wiederbeginn (76.) und einem Kopfball von Kürschner, den Brackmann parierte (89.), war freilich auch für den Gast nichts drin, es blieb so beim leistungsgerechten Remis.

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