Fußball-Bezirksliga

Rot-Weiß Favorit im Kreisderby

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Marvin Bonevski (links), der gegen Drolshagen einer der Aktivposten bei RWL war, fehlt heute urlaubsbedingt.

Kreisgebiet - Anspruchsvolle Aufgaben warten am Donnerstagabend auf die Fußball-Bezirksligisten Rot Weiß Lüdenscheid, Phoenix Halver und Kiersper SC. Für die Volmetaler ist dies ein Wegweiser im Abstiegskampf, für die Lüdenscheider hingegen im Aufstiegsrennen. 

RW Lüdenscheid - TuS Plettenberg (20.15 Uhr): Der Nachholspieltag am Gründonnerstag beschert Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid ein Derby-Heimspiel: Um 20.15 Uhr erwartet das Rost-Team auf dem Nattenberg-Kunstrasen den TuS Plettenberg. Es ist der dritte Vergleich dieser beiden Mannschaften in dieser Saison. Zum Saisonstart am 13. August feierten die Bergstädter im Lennestadion in Böddinghausen einen 2:1-Erfolg (Torschützen: Dissing und Finke). 

Im Kreispokal am 20. September setzten sich die Rot-Weißen erneut in Plettenberg 6:4 nach Elfmeterschießen durch – 2:2 hatte es in dieser Partie nach 90 Minuten gestanden, auch hier hatte neben Raphael Schwarzer Lukas Finke ein Gästetor geschossen. Was sich daraus ableiten lässt? Dass es keine gar so leichte Aufgabe werden dürfte für den Bezirksliga-Zweiten vom Nattenberg gegen den Rangneunten.

„Die Plettenberger haben in diesem Jahr eine gute Mannschaft und sich in der Winterpause mit Volkan Karadag von der FSV Werdohl nochmals verstärkt“, sagt Trainer Martin Rost, „trotzdem wollen wir versuchen, die Partie deutlicher für uns zu entscheiden. Wir wollen druckvoll spielen und das Tempo hochhalten. In welcher Grundordnung, da bin ich mir allerdings noch nicht ganz sicher.“ 

Der Ex-Rot-Weiße auf der Plettenberger Bank, Uwe Helmes, sieht sein Team natürlich in der Außenseiterrolle und verweist auf eine sehr bescheidene Bilanz seiner Plettenberger gegen den Kreisrivalen. „RWL ist in diesem Jahr ein Spitzenteam, dem ich den Aufstieg gönne“, sagt der Ex-Profi, der nach der Derby-Niederlage gegen den Kiersper SC Hegemann wieder dabei hat. Der Innenverteidiger war am Wochenende im Urlaub, wurde schmerzlich vermisst. So ist der TuS praktisch komplett. 

Auch bei RWL sind die Voraussetzung gut, wenn auch nicht optimal. Der zuletzt so formstarke Bonevskí hat sich in den Urlaub verabschiedet, Linke ist weiterhin keine Option, dafür stehen Keeper Reischel, Steiner und Maatalla als Alternativen wieder im Aufgebot. „Der Kader ist groß, die Mannschaft flexibel“, sagt Martin Rost, der wieder damit rechnet, dass Uwe Helmes „ein paar alte Dinge auspackt...“ – zum Beispiel eine Manndeckung gegen den RWL-Topgoalgetter Richard Dissing. 

Den Bonevski-Part jedenfalls kann Marcel Schönrath problemlos übernehmen. Der Blick auf die Bank offenbarte am Sonntag beim 3:0 gegen Drolshagen ohnehin ein Luxusproblem, saßen dort doch mit Sattler, Schönrath, Friemann und Besirlioglu vier Spieler, die wohl bei den meisten Rivalen erste Wahl wären.

SC Drolshagen - Phoenix Halver (19 Uhr): Nein, Illusionen gibt sich beim FC Phoenix Halver niemand hin. „Noch können wir die Punkte bis zum rettenden Ufer zählen, aber wenn wir auch die nächsten beiden Spiele verlieren, wird es ganz, ganz eng“, fasst Routinier Orhan Yilmaz die Lage des Bezirksliga-Schlusslichts zusammen. Die erste der beiden angesprochenen Partien führt die Halveraner am Gründonnerstag zum SC Drolshagen (Anstoß 19 Uhr, Sportplatz Am Buscheid), ehe am Ostermontag der FC Eiserfeld auf der Karlshöhe vorstellig wird. 

Auf die Konkurrenz im Abstiegskampf gilt es für Feist und Co. sechs Zähler aufzuholen; vom derzeitigen Drittletzten SuS Niederschelden trennen die „Feuervögel“ fünf Punkte, doch als weitere Hypothek kommt die miese Tordifferenz hinzu. Heute in Drolshagen erwartet die Halveraner eine ähnliche Aufgabe wie zuletzt bei der SG Hickengrund: Der Platz ist in seinen Ausmaßen ähnlich klein, die Spielanlage des Gegners vergleichbar. Allerdings schätzt nicht nur Orhan Yilmaz, der in Abwesenheit von Trainer Abi Ouhbi (Urlaub) die Verantwortung beim heimischen Kellerkind trägt, die Drolshagener als spielerisch stärker ein. 

„Eine disziplinierte und laufstarke Mannschaft mit vielen Teamplayern“, bekundet er Respekt vor dem SCD, der sich dank kontinuierlicher Arbeit vom Abstiegskandidaten zu einem Kandidaten fürs vordere Tabellenmittelfeld gemausert hat. „Für uns wird wichtig sein, dass wir hinten sicher stehen“, kommt es für Yilmaz morgen darauf an, an die über weite Strecken stabile erste Halbzeit des am Ende so klar verlorenen Hickengrund-Spiels anzuknüpfen. 

Damit einher geht die Hoffnung, „dass wir endlich einmal in Führung gehen – und wenn’s mit etwas Glück ist“. Personell sieht’s im Phoenix-Lager ähnlich aus wie zuletzt – mit dem Unterschied, das Yusuf Cilingir wieder dabei ist und Fabrice Kelé nach Möglichkeit in die Startformation rücken soll.

SW Breckerfeld - Kiersper SC (18.30 Uhr): Einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt könnte der Kiersper SC machen – dann nämlich, wenn er das Auswärtsspiel bei der SpVg SW Breckerfeld (Anstoß 18.30 Uhr, Sportanlage Wahnscheider Straße) für sich entscheidet. Denn mit einem Sieg würde der KSC den Abstand auf den ersten Abstiegsplatz, den sein heutiger Gastgeber belegt, auf sechs Punkte ausbauen. 

Durch ihren 3:2-Erfolg beim TuS Plettenberg am Sonntag haben die Kiersper den Druck, der heute auf ihnen lastet, etwas reduziert – schließlich wäre das Spiel in Breckerfeld bei einer KSC-Niederlage in Böddinghausen das Duell zweier gleichauf liegender Teams gewesen. 

„Vorher hatte ich gesagt, dass Plettenberg für uns ein Sechs- und Breckerfeld ein Zwölf-Punkte-Spiel ist – jetzt ist Breckerfeld auch eher ein Sechs-Punkte-Spiel, weil es für uns zwar wichtig, nach momentanem Stand aber nicht überlebenswichtig ist“, beschreibt Kierspes Trainer Kosta Michailidis die Ausgangslage. 

Mit dem Sieg in Plettenberg geht beim KSC die Hoffnung einher, in puncto Chancenverwertung auch dauerhaft einen Entwicklungsschritt getan zu haben. „Am Sonntag haben wir aus vielen guten Möglichkeiten drei Tore gemacht – vorher haben wir von vielen guten Möglichkeiten allenfalls eine genutzt“, stellt Michailidis mit Blick auf die so leidige Abschlussschwäche fest. 

Optimistisch stimmt ihn auch der Einsatzwille, den seine Mannschaft zuletzt an den Tag legte: „Läuferisch und kämpferisch war das wirklich gut.“ Umstellen müssen wird Kosta Michailidis seine Mannschaft heute Abend nur geringfügig: Weil Giovanni Inchingoli den Hochzeitsfeierlichkeiten seines Bruders beiwohnt, steht er für das „Sechs-Punkte-Spiel“ im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis nicht zur Verfügung. 

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