Erst nach der Pause löst Tempo die Langeweile ab

+
RWL-Youngster Marcel Schönrath traf unbedrängt von Hellas-Innenverteidiger Toni Liakopoulos direkt nach Wiederbeginn zum 2:0.

LÜDENSCHEID -  Am Ende war’s dann doch deutlich: Mit einem hoch verdienten 4:1 (1:0)-Stadtderbyerfolg gegen das weiter punktlose Schlusslicht SV Hellas schob sich Rot-Weiß Lüdenscheid mit dem dritten Sieg in Folge auf Platz vier nach vorn, während sich die Griechen auch noch durch zwei Feldverweise selbst schwächten.

Zunächst hatten beide Teams Pech: RWL musste auf den verletzten Torjäger Cilingir verzichten und schonte den grippegeschwächten Sommer, dann mussten beim Gast noch vor der Pause der ohnehin angeschlagene Rizzi und Inchingoli verletzt raus.

Eine Halbzeit lang kamen die rund 250 Zuschauern am Nattenberg-Kunstrasen keineswegs auf ihre Kosten, sahen vielmehr über weite Strecken einen tempoarmen Langweiler. RWL stand bewusst tief, um den technisch ja durchaus beschlagenen Gästen keine „Nadelstiche“ zu ermöglichen. So blieben Chancen der Gastgeber (Schönrath 2, Urbas) ebenso rar we die auf der Gegenseite (Moumin, P. Morina). Erst als RWL nach einer halben Stunde die „Schlagzahl“ etwas erhöhte, stellte sich prompt Erfolg ein: Scheerers schöne Flanke köpfte Youngster Schönrath (33.) ein – 1:0.

Eine Führung, die sich die Hausherren richtig erst nach Wiederbeginn verdienten, als nun wirklich Tempo gespielt und der körperlich nicht fitte Gast praktisch in der eigenen Hälfte festgenagelt wurde. Schönraths 2:0 (47.) leitete eine Vielzahl ungenutzter RWL-Chancen ein, allein dreimal rettete der Innenpfosten für Hellas gegen Scheerer, Katsaros und Sattler, dazu verfehlten Sattler, Friemann und Schönrath.

Leichtsinn, der den RWL-Dreier trotz roter Karte gegen Kordelidis wegen Mitspielerbeleidigung (65.) noch einmal gefährdete, als Helshanis abgefälschter Schuss – der zweite von Hellas überhaupt nach Wiederbeginn – zum Anschlusstreffer in Brackmanns Kasten einschlug (76.).

Die Hausherren waren kurz verunsichert, spielten einige haarsträubende Fehlpässe, ehe sie ihre Linie zurückfanden. Schönrath legte vom linken Flügel herrlich für den lange seiner Form hinterherlaufenden Urbas auf – 3:1 (82.), und zwei Minuten später jubelte der Ex-TSDer erneut, als er – allerdings aus ungeahndeter Abseitsposition – zum 4:1-Endstand erhöhte, bevor Liakopoulos noch gelb-rot kassierte.

Jörg Hellwig

RWL: Brackmann – Polo, Sattler, Katsaros, Besirlioglou – Friemann (77. Jindou), Scheerer – Albrecht (72. Sommer), Carbotta (85. Öztürk), Urbas – Schönrath

Hellas. Meyer – Papatzalakis, Liakopoulos, Kordelidis, Inchingoli (46. Geladaris) – Moumin – Helshani, A. Morina, P. Morina – V. Minacapilli, Rizzi (40. Moschopoulos)

Schiedsrichter: Sahm (Burbach

Tore: 1:0 (33.) Schönrath, 2:0 (47.) Schönrath, 2:1 (76.) Helshani, 3:1 (82.) M. Urbas, 4:1 (84.) M. Urbas

Bes. Vorkommnis: rote Karte gegen Kordelidis (Hellas/65.) wegen Gegenspielerbeleidigung, gelb-rote Karte gegen Liakopoulos (Hellas/88.) wegen Meckerns und Foulspiels

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare