Rückschritt auf Fortschritt

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RWL nahm im Duell mit dem SV Rothemühle die Zweikämpfe an, vor allem Gürkan Besirlioglu (rechts) und Gäste-Angriffshüne Bakary Sinaba schenkten sich nichts. Auch Hatem Jindou hinterließ nach seinem Wechsel aus der Spitze in die linke Verteidigung einen zuverlässigen Eindruck.

Lüdenscheid -  Leistungsmäßiger Aufwärtstrend, aber schwere Hiobsbotschaften wegen Verletzungen von Schönrath und Maas: Auf diese Nenner lässt sich die Rechnung Rot-Weiß Lüdenscheids nach dem 2:2-Remis gegen den SV Rothemühle im Punktspieldebüt von Neu-Trainer Thomas Dregger bringen.

Von Jörg Hellwig

Auf dem Feld ging’s im ersten Punktspiel der „Nach-Krumbholz-Ära“ zumindest was Körpersprache Biss und taktische Disziplin betraf, spürbar aufwärts, darin war sich das Gros der Zuschauer einig.

Dem widersprach allerdings der spielende Co-Trainer Lars Scheerer, der sich loyal vor den Ex-Coach stellte: „Im Grunde haben wir doch nicht anders gespielt als vorher auch. Nur waren jetzt Timo Sommer und ich wieder ins Team zurückgekommen“, meinte der Routinier.

Doch die kleinen, aber feinen Unterschiede fielen beim Blick von außen doch auf: Da war nämlich das kleine Plus an taktischer Disziplin unübersehbar: Die Spieler nahmen sich die Trainervorgaben zu Herzen, verdichteten das Mittelfeld diesmal nicht per Lippenbekenntnis, sondern auch praktisch und fanden bei immer noch klaren Nachteilen in Sachen Spritzigkeit gegenüber dem SV zudem eher in die Zweikämpfe und zeigten dort entsprechenden Biss. Auffällig war nach Anlaufschwierigkeiten vor allem Gürkan Besirlioglu, der nach den Ausfällen von Mark Sattler und Christos Katsaros in die Innenverteidigung gerückt war. „Gürk“ räumte im Zentrum gut auf und lieferte sich vor allem packende Duelle mit dem in Siegen Oberliga erprobten Angriffshünen Bakary Sinaba. Aber auch ansonsten quälte sich nach der noch zurückhaltenden ersten „Abtasthalbzeit“ das gesamte RWL-Team gegen den Kräfteschwund nach dem 0:2 durch den zweiten Durchgang und schaffte spät noch das Remis. Zwar bleibt Rot-Weiß auf einem Abstiegsplatz, doch Thomas Dregger bejubelte den Punktgewinn wie einen Sieg. Wohl wissend, dass sich Leistungszuwächse nur Schrittchen für Schrittchen vollziehen lassen und Rückschritte nicht ausbleiben: Christian Maas erlitt im Spiel gegen Rothemühle einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk. Noch schlimmer erwischte das harte Einsteigen von Steffen Öhm, der zumindest das gelb-rote Ticket vom für seine Nachsichtigkeit kritisierten Schiri Koch hätte sehen müssen, Marcel Schönrath: Der Offensivspieler zog sich den Bruch eines Brustwirbels zu, beiden droht der Ausfall bis zum Jahresende. Für sieben weitere angeschlagene Spieler hat Vorstandssprecher Michael Dregger Arzttermine vereinbart.

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