Ein Trainerduo folgt auf Mike Wohlpart

Nicht mehr Trainer des SCL: Mike Wohlpart.

Lüdenscheid – Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Während die Bezirksliga-Spieler des SC Lüdenscheid nach der 0:2-Niederlage beim VfL Klafeld-Geisweid direkt den Weg Richtung Kabine antraten, blieb Trainer Mike Wohlpart mutterseelenallein an der Auswechselbank zurück. Und es war nicht nur das vorangegangene Spiel, das dem 43-Jährigen durch den Kopf ging.

Von Marc Kusche  

„Ich habe einfach für mich die letzten Wochen Revue passieren lassen. Die Trainingsbeteiligung ist gegenüber der Hinrunde, aus welchen Gründen auch immer, erheblich schlechter geworden. Dazu hatte ich den Eindruck, dass einige Spieler mit meiner Art nicht mehr zurecht kamen, ja unzufrieden gewesen sind. Und im Gesamtkontext, dass es auch sportlich nicht mehr so gelaufen ist, reifte der Entschluss, mein Amt zur Verfügung zu stellen. Wenn auch schweren Herzens, denn eigentlich ist es nicht meine Art, vorzeitig aufzugeben. Aber ich bin hier zuletzt quasi vor eine Wand gelaufen. Ich hänge am Verein, es ist mein Stammverein, von daher mache ich jetzt den Weg für jemand anders frei, der vielleicht neue Reize und Impulse setzen kann, um den Klassenerhalt mit dem Team zu schaffen“, gab der letztjährige Aufstiegstrainer einen Einblick in seine sonntägliche Gedankenwelt.

Als erstes teilte er dies Peter Schmalenbach mit. Der Abteilungsleiter fungierte in Klafeld als Linienrichter, suchte dann noch auf dem Platz Wohlpart auf. „Natürlich war ich zunächst wie vor den Kopf geschlagen, als Mike mir seinen Rücktritt vorgeschlagen hat. Wir haben ein gutes Verhältnis, haben super zusammengearbeitet. Von daher hätte ich ihn nicht aufgefordert, zurückzutreten“, so Schmalenbach, der im Gegensatz zum Coach anschließend noch die Spieler in der Kabine aufsuchte: „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die Stimmung dort nicht unbedingt pro Mike war. Mein Eindruck ist, dass sich hier ein altes Ehepaar einfach auseinandergelebt hat. Und dann ist es vielleicht wirklich besser, im Sinne des Vereins, und nur darum geht es jetzt, einen Schlussstrich zu ziehen.“

Zurück in Lüdenscheid, setzte sich Schmalenbach gemeinsam mit Klubchef Ralf Kroll, dem Sportlichen Leiter Bernd Kroll, Co-Trainer Michael Dolezych sowie weiteren Spielern zusammen, um die Situation nochmals zu analysieren. „Wir sind dann zum Ergebnis gekommen, Mikes Rücktrittsangebot anzunehmen, was ich ihm dann telefonisch mitgeteilt habe.“

Ende nach zweieinhalb Jahren als Chefcoach

Während Wohlpart nach rund zweieinhalbjähriger Tätigkeit als Chefcoach jetzt erstmal ein wenig Abstand gewinnen möchte („Ich kicke bei den Alten Herren von TuRa Brügge, werde irgendwann aber wieder als Trainer arbeiten“), zurrte der SC bereits am Montagabend eine Nachfolgeregelung fest: Zumindest in dieser Woche werden sich der spielende Co-Trainer Michael Dolezych sowie mit Matthias Thielicke der Coach der B-Liga-Reserve um die Belange der Mannschaft kümmern. Die war nach einer sehr guten Hinrunde aus dem Tritt gekommen, holte nur sieben Zähler aus den bisherigen acht Spielen in diesem Jahr.

Bereits am Donnerstag steht gegen den punktgleichen SC Drolshagen (20.15 Uhr, Wehberg) ein ganz wichtiges Match an, in dem ein Sieg Pflicht. Gut möglich, dass in diesem Fall oben genanntes Duo dann auch bis zum Saisonende weiter als Interimsgespann fungieren wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare