Duschen im Vorprogramm am historischen Fußballabend

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Drei Mitglieder des Trainerteams und die Neuzugänge: (hinten von links) Andreas Heinrich, Christian Maas, Onur Seckin, Yassine El Hadje, Gerd Schulte, Robert Krumbholz sowie (vorne von links) Hendrik Dunkel, Mirko Haering und Serdar Izgi.

Lüdenscheid -  Als dieser Fußballabend noch gar nicht wusste, dass er ein bizarr-historischer werden würde, am etwas früheren Dienstagabend also, startete Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid mit einem kollektiven Dauerduschen am Nattenberg in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit.

Von Thomas Machatzke

Der Ball, jener Freund eines jeden Fußballers, war auch dabei. Übung folgte auf Übung auf dem Kunstgrün am Nattenberg. All das allerdings im Dauerregen, der vorbeigekommen war und einfach nicht wieder gehen wollte, wie ein unliebsamer Verwandter. Alles war ganz so, als wolle das Wetter die Rot-Weißen dafür bestrafen, dass sie ausgerechnet am Abend des WM-Halbfinales ihre Sommerpause beendeten.

Bevor es nass wurde, hatte Robert Krumbholz sein Team in den Jugendraum gebeten. Vor dem ersten Training stand die erste Mannschaftssitzung. Ohne ins Detail gehen zu wollen, gewährte Krumbholz später Einblick in die ersten Worte. „Es geht darum, aus der vergangenen Saison zu lernen“, sagte der Coach, der am Nattenberg maximal analytisch in seine zweite Saison bei den Senioren geht, „wir haben Ursachenforschung betrieben: Es waren zu viele Gegentore. Daran wollen wir arbeiten.“

Die Botschaft: RWL will besser werden. Im Spiel, im Training, in der strategischen Planung. So gut, dass es am Ende reicht, vorne mitzuspielen in der wie auch immer zusammengesetzten Bezirksliga-Staffel der Zukunft.

Was war gut? Was weniger gut? Eine Teamumfrage hatte es gegeben nach der Vorsaison. Auch das war Thema vor der ersten Übungseinheit. 14 Akteure aus der Vorsaison sind ja noch dabei. Dazu gibt es sieben Neulinge. „21 Spieler im Kader – wir sind ausgeglichener besetzt. Das dürfte uns auch mehr Konstanz bringen“, sagte Krumbholz. Was er aber auch nicht verschwieg: Ein, zwei Verstärkungen würde er sich schon noch wünschen. Vor allem für die Defensive. „Wir werden den Markt sondieren.“

Zum Auftakt waren 15 der 21 Spieler gekommen. Darunter die vier A-Junioren, die integriert werden sollen. „Letztes Jahr waren es fünf, diesmal vier, und wir werden weitere A-Jugendliche hochschreiben. Das ist der Weg“, stellte Krumbholz fest. Viel Jungvolk, um das sich aber rührend gekümmert wird, denn das Trainerteam ist auch ohne Neuzugänge und ohne Übertreibung weiter sehr ausgeglichen breit besetzt. Mit Gerd Schulte und Lars Scheerer wird Krumbholz weiter von zwei Co-Trainern, dazu von Mentalcoach Andreas Heinrich und Torwarttrainer Ansgar Forkel flankiert. Zumindest das womöglich größte Bezirksliga-Trainerteam der Stadt, wenn nicht gar des Landes, war beim Start komplett vertreten.

Nikos Orfanos fehlt beim Auftakt

Von den neuen Spielern fehlte nur beruflich bedingt Nikos Orfanos, der zuletzt vom VfL Schwerte zum SV Hellas gewechselt war, dann aber nach verspäteter Abmeldung dort kein Spiel gemacht hatte. Ein schneller, spielstarker Zugang, den Krumbholz schätzt. Den A-Junioren traut Krumbholz auch allesamt den Sprung zu, allen voran aber Hendrik Dunkel, der sein Wunschspieler für die Innenverteidigung ist. Der aus Langenholthausen gekommene Christian Maass dürfte auch die Defensive stärken. Und Heimkehrer Yassine El Hadje muss am Nattenberg niemandem beweisen, dass er eine Bereicherung für den Kader sein kann.

Eine solche wäre wohl auch Semir Tuz. Die personifizierte Torgefahr hat seinen Pass noch am Nattenberg. Nur Kontakt gibt es schon seit April nicht mehr. So präsent Tuz auf dem Platz ist, so sehr ist er nun in der Versenkung verschwunden.

Robert Krumbholz spielte im Fall Tuz den Ball an Vorstandssprecher Michael Dregger weiter. „Ich habe nicht mit Semir sprechen können, deshalb kann ich dazu nichts sagen“, stellte der fest. So dürfte RWL wohl eher ohne diese potenzielle Torgarantie planen. Krumbholz macht das keine Angst. Er sieht sein Team – so wie es ist – bestens gerüstet. Und bestens geduscht war es am Dienstagabend rechtzeitig zum WM-Halbfinale zudem auch.

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