So wenig stabil wie ein Kartenhaus

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SC-Spielertrainer Michael Dolezych (r.) vermisste nach den ersten beiden Gegentoren das Spiel ohne Ball bei seiner Elf.

Lüdenscheid -  0:11-Tore bei drei Niederlagen in den jüngsten drei Spielen – das Selbstvertrauen ist beim SC Lüdenscheid komplett verlorengegangen. „Dafür muss man auch mal Fußball arbeiten, dann kommt das Glück zurück“, meint Michael Dolezych, Spielertrainer des Fußball-Bezirksligisten – wohl wissend, dass dieses Rezept am Sonntag beim 0:5 (0:3) auf eigenem Platz gegen den SV Rothemühle nicht aufgegangen war.

Von Axel Krüger

„Wir hatten uns vorgenommen, lange die Null zu halten und selbst Akzente nach vorne zu setzen“, beschrieb Dolezych die Marschroute, die er und sein Trainer-Kollege Jörg Schreyer für die Partie gegen den Landesliga-Absteiger vorgegeben hatten. Hintergedanke dabei: Der SV Rothemühle sollte über einen möglichst langen Zeitraum vom Tor der Lüdenscheider ferngehalten werden.

Das klappte aber nur in der Anfangsviertelstunde, als die SCer einige Male mit Tempo bis in die Nähe des gegnerischen Tores vorstießen, ohne aber das von Rothemühles Kapitän Manuel Wolff gehütete Gehäuse ernsthaft in Gefahr zu bringen. „Ich denke, wir haben gegen einen guten Gegner gespielt“, gab Michael Dolezych, der 90 Minuten durchgespielt hatte, seine Eindrücke wieder. „Rothemühle hat viel rochiert und sich dadurch Freiräume geschaffen.“ Jörg Schreyers Eindrücke von der Seitenlinie waren zudem, dass die Gäste ein erfolgreiches Direktpass-Spiel aufgezogen hatten: Wollten die Bergstädter in den Zweikampf gehen, war der Ball schon wieder weg.

Endgültig „Gift“ fürs Selbstvertrauen der Lüdenscheider waren dann die beiden Gegentore in der ersten halben Stunde. Die Analyse der beiden Coaches: Kassieren die Wehberg-Kicker in dieser Saison einen Gegentreffer, dann bricht die Team-Ordnung wie ein Kartenhaus in sich zusammen. „Da war dann zu wenig Bewegung im Spiel ohne Ball. Die müssen wir auch einmal über 90 Minuten zeigen“, fordert Dolezych.

Der nächste Gegner allerdings hat eine Serie hingelegt, die im Vergleich mit der des Sport-Clubs umgekehrte Vorzeichen aufweist: Der SV Ottfingen gewann seine letzten vier Spiele, schoss dabei 14 Tore und kassierte keins. Michael Dolezych weiß bereits jetzt: „Das wird ein total schweres Spiel.“

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