Interview mit den Kapitänen

Stadtderby: RWL und SCL messen die Kräfte

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Symbolisches Kräftemessen drei Tage vor dem Lüdenscheider Fußball-Stadtderby zwischen SC-Kapitän Manuel Wolf (rechts) und RW-Kapitän Christos Katsaros.

Lüdenscheid - Bis zum 5. Spieltag gingen die Lüdenscheider Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiß (damals Letzter) und der SC (seinerzeit 14.) Hand in Hand durch den Tabellenkeller – dann trennten sich die Wege: RWL hat sich ins Mittelfeld vorgekämpft, der Sportclub ist Letzter. Sonntag treffen die Rivalen (14.30 Uhr, Wehberg) aufeinander.

LN-Volontär Emanuel Holz sprach im Vorfeld mit den Kapitänen Christos Katsaros (RWL) und Manuel Wolf (SC), die einst sogar zu Bezirksligazeiten von Hellas Lüdenscheid gemeinsam in der Innenverteidigung spielten.

Christos, die Favoritenrolle ist nicht von der Hand zu weisen. Wie geht ihr damit um?

Katsaros: Laut der Tabelle haben wir zwar 14 Punkte Vorsprung und stehen weit vor dem Sportclub, aber das Derby hat seine eigenen Gesetze. Da ich uns nicht als Favorit sehe, gehen wir das Spiel auch ganz normal an. Für uns zählen im Gegensatz zum SC ja auch noch 28 andere Spiele in der Saison (lacht).

Manuel, der SC steht auf dem letzten Platz. Gelingt gegen RWL der zweite Saisonsieg?

Wolf:  Klar, von der Favoritenrolle können wir uns verabschieden, damit haben wir in diesem Jahr nichts zu tun. Aber taumelnde Boxer sind die gefährlichsten, in diese Weisheit lege ich meine Hoffnungen. Generell ist es immer etwas Besonderes, so ein Derby spielen zu dürfen. Für uns zählen aber natürlich die anderen Begegnungen genauso, auch wenn wir es im Moment nicht so umsetzen können.

Die Frage an beide: Wie sehr beherrscht das Derby die Gespräche in der Kabine?

Katsaros: Seit dem Abpfiff in Freudenberg reden wir von nichts anderem mehr. Und das sollte auch so sein.

Wolf: Alle sprechen nur noch vom Derby, nicht nur die Mannschaft, sondern auch Arbeitskollegen, Freunde und die Familie fragen mich danach. Rot-Weiß hat noch keinen Sieg gegen uns geholt und wir wollen natürlich, dass das so bleibt.

Haben die SC- und RWL-Spieler untereinander Kontakt und eventuell schon die ein oder andere Ansage gemacht?

„Wir gehen das Stadtderby als ganz normales Spiel an“: Christos Katsaros.

Katsaros: Nein, nicht dass ich wüsste. Ich denke, wir sind hochmotiviert und der SC genauso. Da brauchen wir keine zusätzlichen Ansagen.

„Es ist immer was Besonderes, so ein Derby spielen zu dürfen“: Manuel Wolf.

Wolf:  Bei uns ist das auch so. Wir sind heiß wie Frittenfett und brauchen keine Extra-Motivation durch Sprüche von außen.

Die Duelle in der Vorsaison waren teils sehr hitzig und als Kapitäne habt ihr Vorbildfunktion. Musstet ihr da teilweise schon Mannschaftskameraden ein bisschen bremsen?

Katsaros:   Also ich musste bisher nicht eingreifen. Klar ist doch, dass zu jedem Derby Nickligkeiten und auch mal hart geführte Zweikämpfe gehören, denn das wird ein ganz intensives Spiel. Man gibt sich vorher die Hand und auch danach wieder. Während des Spiels natürlich nicht, da muss die Freundschaft ruhen.

Wolf:  Trotz des Derbycharakters sind die Partien in der Vergangenheit doch immer recht fair geblieben. Im Endeffekt ist es auch nur ein Fußballspiel. Klar freuen wir uns alle auf das Duell, das Menschliche sollte aber im Vordergrund stehen.

Christos, Rot-Weiß Lüdenscheid gewinnt das Derby, weil...

Katsaros: ...wir in der besseren Verfassung sind und die flexiblere Mannschaft haben. Rot-Weiß ist wie eine zweite Familie. Wir sind hochmotiviert und selbstbewusst.

Manuel, der SC Lüdenscheid gewinnt das Derby, weil...

Wolf: ...ich weiß, dass in unserer Mannschaft genug Potenzial und Qualität steckt, um gegen Rot-Weiß zu bestehen.

Christos Katsaros und Manuel Wolf, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg im Derby!

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