Filippos Parlakoglou: „Ziehen die Saison durch“

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Traf am Sonntag die richtige Wahl: Hellas-Vorsitzender Filippos Parlakoglou strich die neue Verkaufshütte am Honsel, während das Bezirksligateam sich „hinter seinem Rücken“ beim 2:12 gegen den RSV Meinerzhagen bis auf die Knochen blamierte.

LÜDENSCHEID - Schon die 0:2-Pokalpleite gegen den C-Ligisten TSV Herscheid bei seinem Amtsantritt Mitte September hatte Ali Akhabach vor Augen geführt, was für eine Herkulesaufgabe beim Bezirksligisten SV Hellas Lüdenscheid vor ihm liegen würde. Knapp zwei Monate und zehn Spiele mit nur vier Punkten weiter hat auch er resigniert. Die Art und Weise der 2:12-Pleite gegen den RSV Meinerzhagen gab ihm schließlich den Rest.

„Ich stelle mich hier drei Mal in der Woche hin, um vernünftig zu trainieren. Ein Großteil der Spieler hingegen übt sich in Ausreden, kommt nicht zu den Übungseinheiten und wundert sich dann, dass sonntags so etwas dabei herauskommt. Von daher macht das alles keinen Sinn mehr. Es tut mit leid für die wenigen Spieler, die wollten, aber das Gros legt hier eine Einstellung an den Tag, mit der ich mich nicht identifizieren kann“, begründete der Trainer seinen sofortigen Rücktritt nach dem Spiel. Zwar versuchten die Vorstandsmitglieder Filippos Parlakoglou und Stelianos Palestidis den 34-Jährigen nochmals umzustimmen – allerdings vergeblich.

„Irgendwo kann ich Ali natürlich verstehen, letztlich ist er genau wie sein Vorgänger Georgios Tsitiridis von den Spielern schlichtweg im Stich gelassen worden. Als kleiner Amateurverein stehst du aber fast machtlos da: Was willst du machen, wenn die Jungs nicht zum Training und teils auch zu den Spielen nicht kommen? Mehr als an die Ehre zu appellieren ist da nicht“, hat sich Vereinsboss Parlakoglou quasi mit dem Abstieg abgefunden.

Hatte er schon vor Wochen („Diese Entwicklung habe ich angesichts unseres gekürzten Spieleretats vorausgesehen“) angedeutet, die Mannschaft zur Winterpause gar vom Spielbetrieb zurückziehen zu wollen, nimmt er jetzt davon Abstand: „Wir ziehen die Saison definitiv durch. Daher hab ich alle Spieler der ‘Ersten’, die zumindest bis Ende der Spielzeit bleiben wollen, für Mittwoch eingeladen. Die- jenigen, die das nicht mittragen, können gleich zu Hause bleiben und sich schon jetzt auf Vereinssuche begeben“, will Parlakoglou nach dem Mittwoch sehen, was noch an Personal zur Verfügung steht: „Der verbleibende Rest wird mit Spielern der Reserve aufgefüllt, und im nächsten Jahr folgt ein kompletter Neuaufbau in der A-Liga.“

Unklar ist noch, wer die Mannschaft ab sofort übernimmt (Parlakoglou: „Es wird auf jeden Fall eine interne Lösung geben“), klar hingegen, dass Keeper Matthias Meyer am Sonntag sein letztes Spiel für den SV Hellas absolviert hat. Zwar ging das Gegentor zum 1:1 auf seine Kappe, doch dass er in der Folge von seinen Vorderleuten ausgerechnet gegen den Ex-Verein derart im Stich gelassen wurde, war für den 21-Jährigen einfach zu viel.

Marc Kusche

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