Fußball-Bezirksliga (4, 5 + 6)

Rückkehr zur Normalität fürs Ouhbi-Team - Rot-Weiße vor Flutlichtspiel

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Ob Ömer Yilmaz für die Lüdenscheider Rot-Weißen in Hohenlimburg stürmen wird, ist fraglich. Der dreifache Torschütze des Wetter-Spiels klagt über Oberschenkel-Probleme.

Staffel 4: TuS Neuenrade - SV Schmallenberg/Fredeburg (Sonntag, 15 Uhr, Waldstadion): Auch wenn es nach den Ereignissen vom vergangenen Sonntag mit dem Rassismus-Eklat und Spielabbruch beim VfB Marsberg schwer fällt: Natürlich sind die Hönnestädter darum bemüht, so schnell wie möglich zur sportlichen Normalität zurückzukehren. Und das heißt im Klartext nach wie vor: Im Kampf um den Klassenerhalt müssen Zähler her. 

Am besten schon am Sonntag, wenn der SV Schmallenberg/Fredeburg ab 15 Uhr seine Visitenkarte im Waldstadion abgibt. Die Hochsauerländer, die im Hinspiel mit 5:2 die Nase vorn hatten, sind mit einem 2:1 gegen SuS Langscheid/Enkhausen erfolgreich ins neue Jahr gestartet und dadurch auf Rang fünf vorgerückt. Personell bleibt beim TuS nahezu alles beim alten: Baris Caliskan (krank) fällt voraussichtlich aus, der angeschlagene Sahin Murat stößt eventuell wieder dazu.

Staffel 5: SpVgg Neunkirchen - Kiersper SC (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz Auf der Au): Zumindest zu Wochenbeginn herrschte am Felderhof Katerstimmung: Nach der 0:6-Pleite beim SC LWL 05 steht das Wort „Aufstieg“ beim Kiersper SC erst einmal auf dem Index. Theoretisch ist nach wie vor alles möglich, praktisch macht die Darbietung vom vergangenen Sonntag aber keinerlei Hoffnung. 

„Das war wirklich gar nichts“, blickt Trainer Marco Carbotta noch einmal zurück. KSC-Torchancen gab es vor Wochenfrist keine, sinnbildlich für die im Kollektiv desolate Leistung waren die Gegentreffer drei und vier: „Das sah aus, als seien alle auf einmal erstarrt“, fasst Carbotta seinen Eindruck in Worte. Dem Coach selbst brannten nach der diskutablen Roten Karte für Christopher Brock die Sicherungen durch. „Das darf mir nicht passieren“, sagt er selbst dazu. 

Das aber, was Carbotta in diesem Moment an Emotionen zu viel hatte, hatte seine Mannschaft über die 90 Minuten auf dem Spielfeld zu wenig... Dass die zurückliegende Trainingswoche eine besonders intensive war, liegt auf der Hand. Krankheitsbedingt konnten zwar längst nicht alle Akteure die Einheiten absolvieren, „aber die, die da waren, mussten schon leiden“, formuliert es Marco Carbotta. Am Sonntag geht es nun um Wiedergutmachung, das Auswärtsspiel beim abstiegsbedrohten Vorletzten SpVgg. Neunkirchen wird in gewisser Weise auch zum Charaktertest. 

KSC-Einspruch gegen die Länge der Brock-Sperre

Neben den beiden Langzeitverletzten werden die Kiersper im Siegerland allerdings auf mindestens vier weitere Spieler verzichten müssen. Weil darüber hinaus Tom Hoffmann angeschlagen ist und Mohamed Chamkha noch mit den Folgen einer Grippe kämpft, stehen mit den A-Jugendlichen Jonas Rempel und Giovanni Pelusi zwei zusätzliche Offensiv-Alternativen im Aufgebot. Einspruch eingelegt hat der KSC übrigens gegen die Länge der gegen Christopher Brock verhängten Sperre. Gleich zu vier Wochen Zwangspause wurde der Flügelspieler verdonnert, was für sein nicht gerade brutales Foulspiel durchaus als überzogen anzusehen ist.

Staffel 5: Fortuna Freudenberg - TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz In der Wending): Auch der dritte Gegner des TuS Plettenberg nach der Winterpause ist nicht von schlechten Eltern. Nach den Vergleichen mit den Aufstiegsanwärtern TSV Weißtal (1:0) und SV Ottfingen (0:2) ist der Tabellenletzte der Bezirksligastaffel 5 am Sonntag beim Rangsechsten Fortuna Freudenberg zu Gast. 

Die Siegerländer sind nach zwei Niederlagen im Dezember und drei Erfolgen in der Vorbereitung gegen unterklassige Konkurrenz prima aus den Startlöchern gekommen. Einem 4:0-Sieg gegen den FC Altenhof folgte ein 3:3 in Niederschelden. In Person von Robin Wiesemann (12 Treffer) verfügt Fortunen-Coach Dominic Solms über einen der Toptorjäger der Liga. „Ihn müssen wir versuchen auszuschalten“, sagt Plettenbergs Trainer Uwe Helmes, für den die Partie im Freudenberger Ortsteil Büschergrund quasi ein Heimspiel ist. „In fünf Minuten bin ich da“, hat der in Alchen wohnende Coach eine sehr kurze Anreise. 

"Ich werde nicht den Teufel tun und mit drei Spitzen antreten"

Helmes war mit der Leistung seiner Mannschaft gegen Ottfingen trotz der Niederlage zufrieden. „Defensiv stehen wir vernünftig, die drei Sechser im Mittelfeld holen schon einiges weg. Im Spiel nach vorn war es aber in der 2. Halbzeit zu wenig. Das haben wir angesprochen und müssen im Training die Laufwege anders abstimmen.“ In der Tat verpufften gegen Spitzenreiter Ottfingen einige gute Ansätze für Konter, weil die Zuspiele in die Spitze nicht ankamen. 

„In der 1. Halbzeit war es richtig gut – da haben wir uns nicht belohnt. Wenn wir da in Führung gehen, wird es einfacher. Einmal im Rückstand, haben wir aber Probleme im Spiel nach vorn“, weiß Helmes, der dennoch an der taktischen Ausrichtung festhalten will: „Wir spielen auch in Freudenberg wie gegen Ottfingen. Ich werde nicht den Teufel tun und mit drei Spitzen antreten.“ Helmes schenkt also weiterhin Vincent Schlotmann, der nur freitags trainieren kann, und Volkan Karadag, der in dieser Woche voll mittrainiert hat, das Vertrauen: „Ich halte an ihnen fest, auch wenn sie nicht ihre Topleistung bringen, weil sie immer Spiele entscheiden können. Das müssen aber auch die Spieler aus dem Mittelfeld mal machen.“ Personell ändert sich beim TuS nichts. Mo Riabi zwickt es zwar wieder in der Leiste – diesmal auf der anderen Seite. Sollte er ausfallen, besitzt Helmes in Emre Yücel aber eine gute Alternative.

Staffel 6: TSK Hohenlimburg - RW Lüdenscheid (Sonntag, 17 Uhr, Kirchenbern-Stadion): Das Saisonspiel Nummer 20 führt die Bezirksliga-Fußballer von Rot-Weiß Lüdenscheid am Sonntag an einen Ort, an dem in der Vergangenheit schon so manches heißblütige höherklassige Duell stattgefunden hat. Gegner war dann im Kirchenberg-Stadion aber immer der SV Hohenlimburg 10. Am Sonntag nun gastiert RWL beim türkischen Verein TSK Hohenlimburg. Mit einer klaren Vorgabe: Die sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Berchum und Garenfeld sollen auch am Abend mindestens noch Bestand haben. 

Kurzum: Drei Punkte sind fest eingeplant. Dass die Partie erst um 17 Uhr angepfiffen wird und somit unter Flutlicht stattfinden wird, findet Lüdenscheids Coach Sven Krahmer gar nicht schlimm. „Lieber ein spätes Spiel als ein Spiel auf Asche“, sagt der Meinerzhagener. Den Aufstieg schossen die TSK-Kicker noch auf dem heute aus der Mode gekommenen, gar nicht beliebten Geläuf heraus, doch nach dem Aufstieg in die Bezirksliga sind sie ins Kirchenberg-Stadion umgezogen, müssen dort nun die Zeiten nehmen, die für sie übrig bleiben. Am Sonntag findet um 15 Uhr vorher das Frauen-Landesliga-Spiel des großen Nachbarn gegen Dorstfeld statt. 

Sportlich hat sich der Aufsteiger in der Bezirksliga-Staffel 6 gut etabliert. 25 Punkte bedeuten Rang elf und Sorglosigkeit: 15 Punkte Vorsprung sind es auf den Drittletzten ASSV Letmathe. Es geht für die Schützlinge von Niels von Pidoll und Jakob Weber nurmehr um Tabellenkosmetik im ersten Jahr. Ein 0:6 wie das am Mittwochabend daheim auf dem alten Hartplatz am Ostfeld gegen Geisecke tut zwar weh, spielt aber unterm Strich eigentlich keine Rolle mehr. Die Rot-Weißen haben andere Ziele und diese mit 17:2 Toren aus den ersten drei Spielen des Jahres untermauert. 

Ohne Scheerer, Bangen um Yilmaz und Ozan

Auch dem in der Winterpause gekommenen Sven Krahmer macht es Spaß zu sehen, wie sein neues Team nach vorne Gas gibt. Mehr noch aber hat den Trainer etwas anderes beeindruckt. „Unsere große Stärke ist, dass wir so viele Allrounder im Kader haben“, sagt Krahmer, „das gibt uns die Möglichkeit, flexibel auf Ausfälle zu reagieren.“ Deshalb macht sich der Trainer auch keinen Kopf ob des Ausfalls von Routinier Lars Scheerer (Kur). Dass der am Sonntag dreimal erfolgreiche Ömer Yilmaz nach dem Training über Oberschenkelprobleme klagte und zudem Ali Ozan im selben Training einen schmerzhaften Schlag auf den Knöchel bekommen hat – es bereitet Krahmer auch keine schlaflosen Nächte.

Der breite Kader, da ist er sicher, wird es richten: Im Hinspiel war es Raphael Schwarzer, der sein Team gegen Hohenlimburg mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße (am Ende 3:2) führte. Eins allerdings macht Krahmer bei aller Zuversicht klar: Das am Ende knappe Hinspiel ist für die Rot-Weißen eher Gradmesser für die Gefährlichkeit der Aufgabe als das 0:6 des TSK gegen Geisecke. „Man weiß nie, wer da in Nachholspielen unter der Woche dabei ist“, sagt Krahmer und nimmt den Gegner sehr ernst. Eine böse Überraschung auf dem Kirchenberg-Kunstrasen, die wollen die Rot-Weißen mit einer Mischung aus Demut, Wachsamkeit und Vollgas auf jeden Fall vermeiden.

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