Fußball-Bezirksliga 5

Topspiel zwischen RWL und Wenden

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Marcel Schönrath trifft mit RWL im Topspiel auf die VSV Wenden.

Lüdenscheid/Kierspe/Halver - Während der TuS Plettenberg am Sonntag in der Fußball-Bezirksliga 5 spielfrei bleibt, sind RW Lüdenscheid, Phoenix Halver und der Kiersper SC im Einsatz. RWL sogar in einem Topspiel.

RW Lüdenscheid - VSV Wenden (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg): Am Dienstagabend, als es blitzte und donnerte über dem Nattenberg-Stadion und es keine gute Idee gewesen wäre zu trainieren, da hatte Martin Rost eine andere Idee. Der Trainer von Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid bat seine Schützlinge kurzum im Jugendraum zum Gespräch. Nach zwei Niederlagen in drei Spielen betrieb man gemeinsam Ursachenforschung. 

„Ich habe eine große Forderung an die Mannschaft gestellt: Ich fordere ein Extraplus an Leistungsbereitschaft“, sagt Rost danach vor dem Spitzenspiel gegen die VSV Wenden (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen), „in der Hinrunde haben wir immer Gas gegeben und mussten uns nachher vorwerfen lassen, die vielen Chancen nicht genutzt zu haben. Aber jetzt kommen wir in den Spielen gar nicht mehr zu so vielen Möglichkeiten. Wir sind nicht mehr so energisch in den Zweikämpfen, ein bisschen flügellahm. Ich will wieder mehr Kreativität und Eigeninitiative.“ 

Die Rot-Weißen haben im Titeldreikampf mit Wenden und Salchendorf (Heimspiel gegen Phoenix Halver) mit zwei Niederlagen im Jahr 2018 die schlechteste Bilanz. Vielleicht auch deshalb sieht Gästecoach Jörg Rokitte RWL mehr unter Zugzwang („Ich glaube, dass der Gegner vielleicht sogar mehr Druck hat als wir.“). Rost widerspricht, sieht die VSV eher als die Rot-Weißen in der Druckposition. „Wenden hat den Aufstieg klar als Ziel ausgegeben, also werden sei bei uns auf Sieg spielen müssen, haben den Druck“, sagt er. Ganz ungelegen kommt ihm das nicht, denn gerade Teams wie Plettenberg oder Eiserfeld, die gegen RWL eher destruktiv aufgetreten sind, haben sich nicht als Lieblingsgegner der jungen Nattenberg-Kicker erwiesen. Die Niederlage am Sonntag in Eiserfeld nervt Rost noch jetzt. Im Hinspiel in Wenden unterlag RWL 2:4. 

„Die VSV haben eine starke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern“, sagt Rost, „da kann es auch sein, dass wir ein sehr gutes Spiel machen und nicht gewinnen.“ Aber die Hoffnung ist schon, dass mit dem Extraplus an Leistungsbereitschaft auch gegen diesen Gegner drei Punkte herausspringen. Während beim Gast Trainersohn Sascha Rokitte, Henne, Florath (alle verletzt) fehlen, muss Rost neben den langzeitverletzten Adams und Akdag auch weiterhin Linke und zudem Schwarzer ersetzen. Lars Scheerer hat eine starke Handprellung, soll aber ebenso spielen wie Richard Dissing, der über Rückenprobleme klagte. „Wir haben 17 Leute und alle Möglichkeiten“, sagt Rost und ist heiß aufs Topspiel. Er ist überzeugt, dass seine Schützlinge nicht weniger motiviert an die Sache herangehen. Die Gäste aus Schönau haben den Zeitpunkt für ihr Gastspiel am Nattenberg schlecht gewählt – sie erwischen einen nach zwei Niederlagen wild entschlossenen Rivalen im Titelkampf. 

Germania Salchendorf - Phoenix Halver (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz Wüstefeld): Die Vorzeichen sind eindeutig, und daraus macht Abi Ouhbi auch gar keinen Hehl. „Die Trauben hängen für uns nicht nur hoch, sondern mega-hoch“, fasst der Trainer von Bezirksliga-Schlusslicht FC Phoenix Halver die Ausgangslage für das morgige Auswärtsspiel bei Tabellenführer SV Germania Salchendorf (15 Uhr, Sportplatz Wüstefeld) in Worte. 

Als braver Punktelieferant wollen die Halveraner, die durch den jüngsten 2:1-Sieg gegen den TSV Weißtal wieder Morgenluft im Abstiegskampf gewittert haben, aber nicht ins Siegerland reisen. „Den Punkt, den wir zu Spielbeginn erst einmal haben, wollen wir auch versuchen zu verteidigen“, lautet Ouhbis Marschroute. Im Netphener Ortsteil setzt er vor allem auf die zunehmend besser funktionierende Defensivarbeit – die Null stand zwar auch gegen Weißtal nicht, das letztlich auch nicht mehr relevante Gegentor fiel indes erst in der Nachspielzeit. 

Apropos Weißtal: Der Punktspielgegner vom vergangenen Sonntag soll für den FC Phoenix morgen in gewisser Weise Vorbildcharakter haben. Denn vor drei Tagen sorgte der TSV im Siegen-Wittgensteiner Kreispokal-Halbfinale für eine Sensation, indem er den Oberligisten 1. FC Kaan-Marienborn mit 2:1 besiegte. „Das zeigt doch, dass es möglich ist, für eine Überraschung zu sorgen“, betont Abi Ouhbi. 

Zu seinem Leidwesen kann der Coach des Tabellenletzten morgen allerdings nicht aus dem Vollen schöpfen. Neben dem für drei Spiele gesperrten Rot-Sünder Serkan Demir müssen die „Feuervögel“ auch auf die verhinderten Orhan Yilmaz und Eugen Werwein sowie nach wie vor auf Mo El Alami und Kerim Yilmaz verzichten. Überdies ist der Einsatz von Özgur Muti und Damiano Intravaia fraglich. Bangemachen gilt dennoch nicht: „Schließlich geht’s beim Stand von 0:0 los“, setzt Ouhbi auf den Kampfgeist seiner Elf. 

Kiersper SC - SuS Niederschelden (Sonntag, 15 Uhr, Felderhof): 1:3 gegen den SV Ottfingen und vor allem 1:6 gegen den SC LWL 05 – die Ergebnisse der jüngsten beiden Spiele haben dazu geführt, dass für den Kiersper SC die Luft im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga wieder dünner geworden ist. Und so ist das morgen ab 15 Uhr am Felderhof anstehende Duell mit dem einen Zähler besser gestellten SuS Niederschelden wieder eines der vielzitierten „Sechs-Punkte-Spiele“. 

„Wir hatten uns das schon anders vorgestellt“, verleiht der Sportliche Martin Liedtke seiner Enttäuschung Ausdruck und stellt rückblickend auf das LWL-Spiel am vergangenen Sonntag fest: „Da hat die Mannschaft leblos gewirkt und den Eindruck vermittelt, dass ihr gar nicht bewusst ist, was passieren kann.“ Dementsprechend nehmen Liedtke und Trainer Kosta Michailidis das Team nun in die Pflicht. „Gerade von den erfahrenen Spieler erwarte ich mehr“, macht Liedtke vor dem Wiedersehen mit Ex-Coach Andreas Wieczorek deutlich, der seit Januar auf der Niederscheldener Bank sitzt. 

Immerhin: Im Vergleich zum vergangenen Wochenende können die Kiersper morgen wieder auf Hasan Demiray zurückgreifen, der seine Gelb-Sperre abgesessen hat. Dafür sind allerdings zwei andere Akteure fraglich: Serkan Gürsoy und Baris Moumin haben Knieprobleme. Ob sie auflaufen können, war zumindest bis gestern noch offen.

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