Kreisderby steigt auf dem Nattenberg-Kunstrasen

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Dauerpechvogel Piero Rizzi hat zwar seine Probleme unter dem Fuß und mit der Ferse auskuriert, laboriert aber nach seinem ersten Plfichtspieltor für RWL in Hickengrund an muskulären Problemen im Oberschenkel – Einsatz gefährdet.

Kreisgebiet - Das Quartett aus dem märkischen Südkreis hat in der Fußball-Bezirksliga, Staffel 5, interessante Aufgaben vor der Brust: In einem Kreisderby erwartet RW Lüdenscheid am Sonntag den RSV Meinerzhagen. Der Kiersper SC hat gegen die SG Hickengrund gewiss kein leichtes Heimspiel, und der SC Lüdenscheid will in Gerlingen überraschen.

Von Jörg Hellwig und Thomas Busch

RW Lüdenscheid - RSV Meinerzhagen (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg)

Kreisderby mit klaren Vorgaben im Nattenberg-Stadion: Wenn Rot-Weiß Lüdenscheid am Sonntag (15 Uhr, Kunstrasenanlage) den Volmenachbarn RSV Meinerzhagen in der Kreisstadt erwartet, hat Trainer Thomas Dregger den „Dreier“ als eindeutiges Ziel für seine Truppe ausgegeben. Denn „seine“ Rot-Weißen befinden sich mit zuletzt zwei Siegen in Folge im Aufwärts-, der Gast aus Meinerzhagen bei zwei Niederlagen und 0:13-Treffern dagegen ganz klar im Abwärtstrend.

„Natürlich kennen wir den RSV und wollen den nächsten Dreier einfahren, weil wir es für möglich halten“, sagt Dregger, ist aber weit von Euphorie oder gar Überheblichkeit entfernt: „Wir gehen mit Respekt in die Begegnung. Wer den Respekt vor dem Gegner verliert oder nachlässig in die Partien geht, der verliert“, verweist er auf die immer wieder überraschenden Ergebnisse von Spieltag zu Spieltag. So hatten die Meinerzhagener vor knapp drei Wochen auch noch den stark eingeschätzten FSV Gerlingen im Stadion an der Oststraße in die Schranken verwiesen. Warnung genug für RWL und seinen Trainer, zumal auch RSV-Coach Bayram Celik exzellenter Kenner der heimischen Szene ist und Qualitäten und Stärken, aber auch potentielle Schwachstellen der Hausherren bestens einschätzen kann.

Dauerpechvogel Rizzi

Dennoch – aus den beiden Erfolgen gegen Drolshagen, vor allem aber in Hickengrund hat RWL viel zuvor verborgenes Selbstvertrauen wieder an die Oberfläche gebracht, geht deshalb auch mit breiter Brust in den Kreisvergleich. Zumal sich die personelle Situation ein klein wenig zu entspannen scheint. Zwar ist neben den Langzeitausfälen Schönrath, Maas, Izgi und Haering auch El Hadje (Urlaub) nicht dabei, zudem ein Einsatz von Vassos (Grippe), Orfanos (angeschlagen) und „Dauerpechvogel“ Rizzi (Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur) noch fraglich, dafür aber kann RWL auf jeden Fall wieder auf die Dienste der wichtigen zentralen Mittelfeldakteure Scheerer und Sommer zurückgreifen und nach überstandener Blessur im Fußgelenk auch wieder auf Angreifer Tuz zurückgreifen. „Damit ist die personelle Situation so schlecht nicht“, lässt Trainer Thomas Dregger keine Ausflüchte gelten, falls das „Unternehmen Dreier“ gegen den RSV schief gehen sollte.

Personell sieht es bei den Meinerzhagenern grundsätzlich gut aus; definitiv fehlen wird nur Ibo Eraslan. Allerdings sind einige Spieler angeschlagen, ihr Einsatz entscheidet sich erst kurz vor Anpfiff. „Wir müssen sehen, dass wir endlich wieder ein vernünftiges Spiel abliefern“, weiß Trainer Bayram Celik, „drei Spiele mit 16 Gegentoren, wobei wir uns keine Torchance erarbeitet haben – das müssen wir besser machen!“

FSV Gerlingen - SC Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Bieberg)

Die Tordifferenz von minus Vier signalisiert trotz aktuellen Abstiegsplatzes: Weit weg von seinen Gegnern in der Bezirksliga ist der SC Lüdenscheid nicht. Und das möchte Spielertrainer Michael Dolezych auch am Sonntag als Gast des FSV Gerlingen (15 Uhr, Bieberg-Stadion) demonstrieren. „Wir wollen und müssen punkten, um uns endlich etwas Luft da unten zu verschaffen“, will er sich nur „zur Not und je nach Spielverlauf“ mit einem Punkt auf dem gefürchteten Bieberg beim heimstarken FSV zufrieden geben.

Optimismus schöpft der Coach trotz allen Respekts vor der Qualität des Gastgebers aus dem Auftritt im Vorjahr: „Da haben wir zwar eine schwache erste Halbzeit gespielt und 0:2 hinten gelegen, aber das Spiel dann noch ganz furios aus dem Feuer gerissen und 4:2 gewonnen“, ist das Duell Dolezych noch bestens in Erinnerung, weiß aber, dass die Bergstädter höllisch auf Gerlingens Offensive aufpassen müssen: Torschützenkönig Dennis Zeppenfeld hatte den SCern damals schnell zwei Tore eingeschenkt, aber im Rückspiel hatten die Bergstädter den Top-Torjäger mit nicht eben großem Aktionsradius durch einen „Kettenhund“ wirksam ausgeschaltet. In dieser Saison ist dem Sturmtank durch Youngster Tim Weber neue Konkurrenz im eigenen Lager erwachsen, so dass der SC gut daran tut, sich nicht nur allein auf einen „Gefahrenherd“ zu konzentrieren.

Gawron ist wieder dabei

„Ob wir taktisch genauso operieren wie in den vergangenen beiden Begegnungen, das lassen wir noch einmal offen“, will Dolezych vor allem auch vor dem Hintergrund des fehlenden Kürschner (Urlaub) und drohender Ausfälle der nach wie vor angeschlagenen Krämer und Wolf und Ungewissheit eigener Einsatzfähigkeit die Karten nicht auf den Tisch legen. Immerhin steht gegenüber der Vorwoche Christian Gawron wieder zur Verfügung, zudem konnte Daniel Siegesmund seine Schicht tauschen. Wichtiger als die Personalien ist für den Coach aber: „Wir müssen so aggressiv und heiß auf die Zweikämpfe sein wie beim Auswärtssieg in Siegen, dann haben wir Chancen.“

Kiersper SC - SG Hickengrund (Sonntag, 15 Uhr, Felderhof)

Mit dem Tabellenvierten SG Hickengrund bekommt es am Sonntagnachmittag (15 Uhr/Felderhof-Stadion) Spitzenreiter Kiersper SC zu tun. Hätten die Burbacher nicht zuletzt in Freudenberg und gegen RW Lüdenscheid Federn gelassen, wäre diese Partie sogar ein Gipfeltreffen, nun ist dieses Spiel der gleichwohl hochinteressante Vergleich zwischen dem Landesliga-Aspiranten Nummer eins und einem seiner Verfolger. Die Ausgangslage für die Gäste bringt KSC-Trainer Sven Krahmer auf den Punkt: „Wenn sie oben dran bleiben wollen, dürfen sie bei uns nicht verlieren, müssen eigentlich sogar gewinnen.“

Doch gewinnen wollen natürlich auch die Kiersper: „So gehen wir schließlich jedes Spiel an“, sagt Krahmer, der aber durchaus Respekt vor der SG Hickengrund hat. Denn die Duelle seiner Schützlinge mit der lauf- und kampfstarken Mannschaft von der hessischen Grenze waren in der Vergangenheit stets solche mit knappem Ausgang: Im vergangenen Spieljahr gewann der KSC daheim mit 1:0 und spielte in Hickengrund 1:1, im Mai 2013 verspielte er im Siegerland eine 2:0-Führung und verlor mit 2:3. Und in jener Partie demonstrierte die SG eindrucksvoll eine ihrer Stärken, die Sven Krahmer wie folgt umschreibt: „Das ist eine der wenigen Mannschaften in dieser Liga, die auch in der Schlussphase noch regelmäßig in der Lage ist, Tore zu machen.“

Jan Thomas fällt aus privaten Gründen aus

Volle Konzentration bis zum Abpfiff, lautet daher eine der Vorgaben, die der KSC-Coach seinem Team morgen machen wird. Hinzu kommen gute Raumaufteilung und sicheres Passspiel, denn wie gut es die Hickengrunder beherrschen, nach gegnerischem Ballverlust umzuschalten, erfuhr am ersten Spieltag der aktuellen Serie der RSV Meinerzhagen, der bei seiner 1:7-Auswärtsniederlage zum Opfer der Konterstärke der SG wurde. Klar ist allerdings auch: Knüpft der KSC an seine bisherigen Leistungen an, spricht sehr viel für den siebten Sieg im achten Spiel. Dass mit Jan Thomas ein Leistungsträger aus privaten Gründen ausfällt, bedauert Sven Krahmer zwar („Jan ist einer, der den Unterschied ausmachen kann“), sollte angesichts der stark besetzten Reservebank aber zu verschmerzen sein. Bis auf Thomas steht derselbe Kader zur Verfügung wie zuletzt. Das bedeutet auch, dass Rudi Janzen und Damian Jäger wieder in der 2. Mannschaft zum Einsatz kommen werden.

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