Die Erzrivalen sind sich einmal einig

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Lars Scheerer (re.) stoppt SC-Kicker Daniel Schwenck, der mit Glück in der 1. Halbzeit auf dem Feld blieb, in Hälfte zwei aber ausgewechselt wurde, weil er „Gelb-rot“ gefährdet war.

Lüdenscheid -  Die Kontrahenten sind sich häufig genug nicht gerade „grün“. Die Kampfansagen vom Wehberg – nicht immer von feiner Wortwahl begleitet – haben die „Etablierten“ vom Nattenberg schon mächtig gewurmt, zumal die Momentaufnahmen der beiden direkten Aufeinandertreffen mitunter überbewertet werden. Am Sonntag aber waren sich Rot-Weiß und Sport-Club Lüdenscheid nach dem Bezirksligaduell zumindest in der Spielanalyse einig: Das 1:1-Unentschieden sahen beide Lager als gerecht an.

Von Jörg Hellwig

Dabei verhehlten die Coaches Robert Krumbholz (RWL) und Spielertrainer Michael Dolezych sowie sein „Liniencoach“ Matthias Thielicke keineswegs, dass die spielerischen Leistungen durchaus noch viele Wünsche offen ließen. „Ein reines Kampfspiel“, bekannten die Verantwortlichen freimütig, was unterm Strich die fußballerisch eigentlich mit höheren Ansprüchen als der Aufsteiger angetretenen Rot-Weißen ziemlich annervte. „Wir haben heute gerade einmal 20 Minuten Fußball gespielt“, ärgerte sich der sportliche RWL-Leiter Thomas Dregger über viel Leerlauf auf dem Platz. Gerade in Halbzeit eins hatten sich die Hausherren ausgesprochen schwer getan, Gästecoach Dolezych seine Mannschaft gut eingestellt und eingeschworen. „Wir wollten auf keinen Fall verlieren“, bekannte der langjährige Oestricher nach dem Derby angesichts der nach wie vor noch nicht völlig entspannten Situation mit Blick auf den Tabellenkeller. Deshalb hatte der Sport-Club die Begegnung auch mit viel Akribie vorbereitet, sich schon „am Sonntagmorgen zum gemeinsamen Frühstück“ getroffen, wie SC-Abteilungsleiter Peter Schmalenbach nach der Partie erklärte. Der SC präsentierte sich mit kompakter Vierer-defensivkette und hoher Laufbereitschaft als ausgesprochen unbequemer Gegner für die Rot-Weißen, die praktisch keine Lücken fanden.

Es nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Hausherren, nach „etwas lauterer“ Kabinenansprache ging ein Leistungsschub durch die Elf um den spielenden Co-Trainer und langjährigen Dolezych-Teamgefährten Lars Scheerer: Rot-Weiß erhöhte Tempo und Druck, spielte häufiger das von Krumbholz geforderte Kurzpassspiel. Nach Ausgleich und vergebenen Chancen zum Führungstor war’s nach gut 20 Minuten aber wieder vorbei mit der Herrlichkeit der Hausherren. „Plötzlich wurden wieder nur noch lange Bälle gespielt“, schüttelte Krumbholz den Kopf über vermeintliche Vorlagen, die zur leichten Beute der kopfballstarken SCL-Defensive wurde.

Dennoch – das Spiel hätte nach dem Wechsel noch völlig kippen können: „Doch dann haben wir auch selbst wieder die Initiative ergriffen und für Entlastung sorgen können“, freute sich ein ausgepumpter Michael Dolezych über das Stehvermögen seiner Truppe, das aus dem Remis vor allem Selbstvertrauen für das schwere Restprogramm schöpft, das u.a. noch Partien gegen Attendorn, Kierspe, Salchendorf, und Hickengrund vorsieht.

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