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500 Zuschauer und die neue Lust auf Fußball

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Von: Axel Meyrich

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Fußball: Benefizspiel RSV Meinerzhagen - RSV Listertal
Das vielbeinige Abwehrbollwerk des RSV Listertal hielt bis zur 42. Minute. Dann erzielte Nik Kunkel für Oberligist RSV Meinerzhagen die 1:0-Führung. © Axel Meyrich

Am Ende von 90 unbeschwerten, unterhaltsamen Minuten war der 6:0 (1:0)-Endstand zugunsten des hohen Favoriten reine Nebensache. Im Mittelpunkt des ersten ganz normalen Fußballspiels nach langen Pandemie-Monaten stand am Samstag im Meinerzhagener Stadion an der Oststraße das Kinderhospiz Balthasar in Olpe. 

Meinerzhagen - Oberligist RSV Meinerzhagen und C-Ligist RSV Listertal hatten die Einrichtung im Nachbarkreis als Nutznießer einer gelungenen Benefizaktion anlässlich des doppelten Vereinsjubiläums (100 Jahre RSV Meinerzhagen, 75 Jahre RSV Listertal) auserkoren. 500 Zuschauer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, zahlten gerne fünf Euro Eintritt für den guten Zweck und weihten mit dem einen oder anderen Kaltgetränk auch gleich noch die neue Tribüne im Stadion Oststraße standesgemäß ein.

Es war wie früher. Wie vor der Pandemie. Die niedrigen Inzidenzzahlen im Kreis machten Corona-Schutzvorschriften ganz offiziell verzichtbar, auch der katastrophale Starkregen vom Mittwoch hatte den Kunstrasenplatz an der Oststraße – im Vergleich zum wenige Kilometer weit volmeabwärts liegenden Platz in Brügge-Winkhausen – glimpflich davonkommen lassen. Zwar verläuft die Volme eingetunnelt direkt unter der Gegentribüne und stand die Spielfläche durch das übergelaufene benachbarte Freibad, abgesehen vom leicht erhöhten Mittelkreis, komplett unter Wasser, Schäden waren aber nicht zu beklagen.

RSV-Geschäftsführer Heep: „Eine tolle Kulisse“

Und so drängten sich schon lange vor dem Anpfiff des im übrigen absolut souverän leitenden Schiedsrichter-Teams Torben Kosch, Christian Liedtke und Musab Amam die Fans auf der neuen Tribüne, kauften Lose für die Tombola des RSV-Fanclubs, warfen einen Blick ins neue Vereinsheim und ließen es sich einfach gut gehen. „Ist das nicht schön“? – Diese rhetorische Frage kam beinahe an jeder Ecke auf. Am Ende waren es beinahe 500 zahlende Zuschauer, die der Partie beiwohnten. „Eine tolle Kulisse“, freute sich Alessandro Heep, Geschäftsführer der Gastgeber.

Fußball: Benefizspiel RSV Meinerzhagen - RSV Listertal
Mit 500 Zuschauern war die neue Tribüne im Stadion an der Oststraße am Samstag gut gefüllt. © Axel Meyrich

Die große Listertaler Fan-Kolonie freute indes noch etwas anderes: Der sechs (!) Klassen tiefer als die Gastgeber angesiedelte C-Ligist nämlich zeigte eine höchst engagierte Defensivleistung, stellte mit viel Laufarbeit die Räume dicht und ging dem Oberligisten – rein sportlich gesehen – 45 Minuten lang ziemlich auf die Nerven. Fast eine komplette Halbzeit lang hielt der Riegel, der häufig zu einer Art „9er-Kette“ kurz vor dem Strafraum verschmolz, ehe Nik Kunkel die überfällige 1:0-Führung (42.) für die Blau-Weißen erzielte. Und wer weiß: Hätte Listertals Kilian Kunz in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem langen Abschlag das Leder etwas druckvoller über den zu weit hinausgeeilten, RSV-Keeper Dimitriou Klearchos (eigene 3. Mannschaft) bugsieren können, der Underdog hätte seinen einsamen Stürmer wohl auf Lebenszeit mit der Ehrenmitgliedschaft ausgestattet.

In Abschnitt zwei blieb die drückende Überlegenheit der Blau-Weißen bestehen, während den Gast zunehmend die Kräfte verließen. „Die Jungs sind stehend k.o.“, erkannte das Listertaler Trainergespann Jens Vedder und Marc Engstfeld unisono. Andi Spais (54.), Leo Becker (76.), Dimitri Ivankin (78.), Raphael Gräßer (82.) und Tim Treude (90.) schaubten das Ergebnis so entsprechend in halbwegs standesgemäße Höhen. Aber das – siehe oben – spielte an diesem Tag nun wirklich keine große Rolle.

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