Fußball

A-Liga-Showdown am Sonntag um 17 Uhr

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„Ich habe den Vertretern des KSC die Rechtseinschätzung mitgeteilt“, stellt Heiko Kölz, Vorsitzender des Kreissportgerichts, am Mittwoch auf Anfrage fest, „wir hatten vor etwa zehn Jahren einen ähnlichen Fall. Die Strafe ist an die Funktion gebunden. Eine Rote Karte für den Trainer hat danach keine Auswirkung auf seine Spielberechtigung als Spieler. Das Verbandssportgericht hat diese Rechtseinschätzung damals im Nachgang geteilt.“

Lüdenscheid – Das Saisonfinale im Fußballkreis Lüdenscheid am Sonntag ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Entschieden ist in der Kreisliga A und der Kreisliga B der Aufstiegskampf. Die Abstiegsfragen indes beschäftigen aktuell sowohl Staffelleiter, Funktionäre und auch das Sportgericht. In einem ersten Schritt setzten die Staffelleiter am Mittwoch die Spiele der abstiegsgefährdeten Teams in beiden Ligen parallel an.

Kreisliga A: Der SV Hellas steht seit Sonntag als erster Absteiger fest. Für den zweiten Abstiegsplatz kommen noch vier Mannschaften in Frage: TuS Versetal (27 Punkte), der LTV 61 (26), der SC Lüdenscheid (25) und der Kiersper SC II (24). Der SCL und der TuS Versetal treffen in einem direkten Duell in der LüWo-Arena aufeinander. Der LTV 61 erwartet den Tabellendritten TSV Oestertal, der Kiersper SC II den Tabellenvierten TuS Ennepe. Am Honsel und am Felderhof hatte um 13 Uhr gespielt werden sollen, in der LüWo-Arena um 15 Uhr. 

Eine Verlegung aller Spiele auf 13 Uhr scheiterte an den B-Liga-Ansetzungen. Eine Verlegung aller Spiele auf 15 Uhr daran, dass die Frauen des LTV 61 am Sonntag um 15 Uhr am Honsel gegen Hohenlimburg II am letzten Spieltag der Bezirksliga-Saison im Fernduell mit Freudenberg II um den Aufstieg spielen. Der Kreis setzte deshalb die Kreisliga-A-Spiele am Honsel, Felderhof und Wehberg allesamt für Sonntag um 17 Uhr an. 

In die Abstiegsfrage hinein spielt zudem ein Einspruch des Kiersper SC. Der KSC II hatte gegen Eyüp Werdohl am 24. März 3:3 gespielt. Dabei hatte Ismail Uzunoglu nach 40 Minuten als Trainer die Rote Karte gesehen und war hinter die Bande geschickt worden. In der 57. Minute war er dann aber als Spieler eingewechselt worden. Der KSC sieht darin einen Regelverstoß. Das Sportgericht des Kreises sieht dies nicht so. 

„Ich habe den Vertretern des KSC die Rechtseinschätzung mitgeteilt“, stellt Heiko Kölz, Vorsitzender des Kreissportgerichts, am Mittwoch auf Anfrage fest, „wir hatten vor etwa zehn Jahren einen ähnlichen Fall. Die Strafe ist an die Funktion gebunden. Eine Rote Karte für den Trainer hat danach keine Auswirkung auf seine Spielberechtigung als Spieler. Das Verbandssportgericht hat diese Rechtseinschätzung damals im Nachgang geteilt.“ Kölz hat dem KSC deshalb nahegelegt, den Einspruch zurückzuziehen und die Gebühr erstattet zu bekommen. 

Der KSC hat sich Zeit zur Beratung ausgebeten. Sollte er am Einspruch festhalten, würde das KSG im schriftlichen Verfahren ein Urteil fällen und dieses Urteil begründen. Gegen das Urteil könnte der KSC dann vor dem Bezirkssportgericht in Berufung gehen. Die Erfolgsaussichten scheinen dabei aber eher gering. 

Kreisliga B: Nachholspiele und ein Abbruch

In der Kreisliga B steht der TuS Grünenbaum II als Absteiger fest. Der zweite Absteiger wird unter folgenden sechs Teams ermittelt: TSV Lüdenscheid II (28), RW Lüdenscheid II (26), SC Lüdenscheid II (26), TSKV Altena (26), SC Plettenberg II (26) und TuS Plettenberg II (26). Die Spiele dieser fünf Mannschaften finden allesamt am Sonntag um 13 Uhr statt: TuS Stöcken-Dahlerbrück – SC Plettenberg II (Kuhlenhagen), TuS Plettenberg II – TuRa Brügge (Lennestadion), RW Lüdenscheid II – TSV Lüdenscheid II (Nattenberg), Polonia Lüdenscheid – TSKV Altena (Dickenberg), SC Lüdenscheid II – TuS Linscheid-Heedfeld (LüWo-Arena). 

Dazu kommt, dass in der Kreisliga B am vergangenen Sonntag vier Spiele abgebrochen worden sind. Drei davon des Wetters wegen – sie müssen neu angesetzt werden. Zwei davon haben keine Relevanz für den Abstiegskampf (Linscheid – LTV II, Herscheid – Polonia). Beide finden erst nach dem letzten Spieltag am Himmelfahrtstag statt. Die Partie zwischen dem TSV Lüdenscheid II und dem TuS Plettenberg II ist bereits für den heutigen Donnerstagabend um 20.15 Uhr am Wefelshohl neu angesetzt. Die Vier-Täler-Städter könnten dort die Punkte 25, 26 und 27 holen, ein Remis würde der der TSV-Reserve indes die Klasse sichern. 

Das vierte Abbruchspiel wird das Sportgericht beschäftigen. „Es gibt noch keinen Fall“, stellte Heiko Kölz am Mittwochmittag mit Blick auf die Partie zwischen dem TSKV Altena und RW Lüdenscheid II vom Sonntag fest – und hatte zu diesem Zeitpunkt recht damit. Am Montag hatte er vom Kreisvorsitzenden Klaus Scharf die Auskunft erhalten, dass auch dieses Spiel erst wegen des Wetters abgebrochen worden und es erst danach zu unschönen Szenen gekommen sei. Scharf indes bestätigte am Mittwochabend, dass diese Informationen inzwischen überholt sind. 

Spielbericht: Beleidigungen und Handgreiflichkeiten

Zwar wartete Staffelleiter Mustafa Tekir am Mittwoch noch auf den Sonderbericht des Referees Burak Sirin (Herscheid), doch anhand der Eintragungen im Spielbericht ist eindeutig klar, dass Sirin die Partie abgebrochen hat, weil es seinen Aussagen zu Folge zu groben Beleidigungen und Handgreiflichkeiten der TSKV-Akteure gegen den Unparteiischen gekommen sein soll. RWL II hatte am Pragpaul zu diesem Zeitpunkt 3:2 in Führung gelegen. 

Geht der Fall zum Sportgericht, kann dieses zwar durchaus auch im schriftlichen Verfahren ein Urteil sprechen, was schnell gehen könnte. Allerdings darf Heiko Kölz dies nicht tun, weil er als Mitglied von RWL hier befangen ist. Sein bisheriger Stellvertreter Udo Klüter gehört seit dem Kreistag, der erst vor einigen Wochen stattgefunden hat, dem Sportgericht nicht mehr an. Das erschwert die Lage. So erscheint es fraglich, ob am Sonntag wirklich alle Abstiegsfragen geklärt sein werden. Egal, ob gegen 15 Uhr in der B-Liga oder gegen 19 Uhr in der Kreisliga A...

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